Getriebe

Neues Dichtsystem für lange Lebensdauer

| Redakteur: Lilli Bähr

SEW-Eurodrive stellt das neue Dichtsystem PSS vor: Durch den sinusförmigen Kontakt der Dichtlippe soll die entstehende Wärme auf eine größere Wellenoberfläche übetragen werden.
SEW-Eurodrive stellt das neue Dichtsystem PSS vor: Durch den sinusförmigen Kontakt der Dichtlippe soll die entstehende Wärme auf eine größere Wellenoberfläche übetragen werden. (Bild: SEW)

SEW-Eurodrive stellt das neue Dichtsystem PSS vor. Der Verschleiß an der Dichtlippe soll etwa um die Hälfte reduziert und die Lebensdauererwartung gegenüber herkömmlichen Systemen auf mehr als das Doppelte gesteigert werden.

Antriebe in Industrieanwendungen werden immer öfter rund um die Uhr mit hoher Dynamik in wechselnden Drehrichtungen betrieben, häufig bis zu 8000 Betriebsstunden pro Jahr. Unter diesen Belastungen ist der Radialwellen-Dichtring (RWDR) – in Bezug auf die Lebensdauer – oft das begrenzende Glied in einem Getriebemotor. Gemeinsam mit der Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co KG entwickelte die SEW-Eurodrive GmbH & Co KG das neue Dichtsystem PSS, bei dem die Schmierung im Dichtspalt optimiert, die Reibung und der Verschleiß reduziert sowie die Dichtsicherheit erhöht wurden.

Basierend auf den positiven Erfahrungen mit dem Kombi-Dichtsystem MSS1 von SEW-Eurodrive für die abtreibende Getriebewelle, wurde der sinusförmige Teil der Kombi-Dichtung für die motorseitige Getriebeabdichtung weiterentwickelt. Im Gegensatz zur abtreibenden Getriebewelle können auf der Motorseite die radialen Verlagerungen der Wellen vernachlässigt werden. Insofern soll die neue motorseitige PSS-Dichtung ohne zusätzlichen „klassischen“ RWDR-Teil auskommen, wie es bei der Dichtung MSS1 am Abtrieb der Fall ist.

Sinusförmige Dichtlippe

Das Funktionsprinzip des PSS basiert laut Unternehmen, wie auch bei einem klassischen RWDR, auf einer berührenden Elastomerdichtlippe. Im Unterschied zum klassischen RWDR soll der Kontakt beim PSS jedoch nicht mehr geradlinig sein, sondern sinusförmig. Die im Dichtspalt entstehende Wärme soll somit auf eine größere Wellenoberfläche übertragen werden. Dadurch wird das Elastomer dem Unternehmen zufolge thermisch weniger beansprucht und altert langsamer. Der sinusförmige Verlauf der Dichtlippe soll weiterhin aktiv den Schmierstoffaustausch im Dichtkontakt fördern und eventuelle Schmutzpartikel aus dem Dichtkontakt sollen heraus-„gepumpt“ werden.

Das neue Dichtsystem wird in einem ersten Schritt für synchrone Servomotoren der Baureihe CMP.. sowie für die mechatronischen Antriebssysteme Movigear in Kombination mit einer Auswahl an synthetischen Schmierstoffen ab dem ersten Quartal 2018 zur Verfügung stehen. In einem zweiten Schritt wird das Dichtsystem dem Unternehmen zufolge auch für Asynchronmotoren verfügbar sein, ebenso wie für weitere kompatible Schmierstoffe.

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