Maschinensicherheit Neue Produkte zeigen Trends der Maschinensicherheit

Autor / Redakteur: Steffen Hönlinger* / Jan Vollmuth

Die Konstrukteure von Maschinen und Anlagen haben auf der SPS IPC Drives Gelegenheit, bei Schmersal die neuesten Produktgenerationen von Sicherheits-Schaltgeräten kennenzulernen. Die Neuheiten spiegeln auch zentrale Trends der Maschinensicherheit wider.

Firmen zum Thema

Der neue Sicherheitssensor RSS 16 kann den millionenfach bewährten elektrome-chanischen Sicherheitsschalter AZ 16 substituieren, ohne dass die Umgebungs-konstruktion geändert werden muss.
Der neue Sicherheitssensor RSS 16 kann den millionenfach bewährten elektrome-chanischen Sicherheitsschalter AZ 16 substituieren, ohne dass die Umgebungs-konstruktion geändert werden muss.
(Bild: Schmersal)

Höhere Flexibilität, optimierter Manipulationsschutz, bestmögliche Anpassung an die individuellen Einsatzbedingungen und Verlagerung von Hardware-Funktionen in die Software: Das sind aus Sicht der Schmersal Gruppe aktuelle Trends, die auf die Maschinensicherheit großen Einfluss haben. Hinzu kommt der zunehmende Wunsch der Maschinenhersteller, komplette Sicherheitssysteme zu beziehen, die – und das ist ein weiterer Trend – auf die Anforderungen definierter Branchen und Applikationen hin entwickelt wurden.

Wie diese Trends auf der Produktebene in die Praxis umgesetzt werden, wird auf der SPS IPC Drives deutlich. Als wichtigste Neuheit wird Schmersal in Nürnberg eine programmierbare modulare Sicherheitssteuerung vorstellen, die optimal auf die individuellen Anwendungsfälle in den verschiedenen Branchen angepasst werden kann. Diese neueste Sicherheitssteuerungs-Generation Protect PSC1 ist multifunktional und außerordentlich flexibel einsetzbar. Details werden erst auf der Messe bekanntgegeben. Verraten kann man vorweg, dass die neue Sicherheitssteuerung Eigenschaften bieten wird, die in dieser Kombination bislang noch nicht verfügbar waren.

Bildergalerie

Neue Sicherheitssensoren

Eine weitere Neuheit auf der SPS IPC Drives sind die Sicherheitssensoren RSS 16. Sie bieten neben einem hohen Schaltabstand und flexiblen Montagemöglichkeiten auch einen skalierbaren Manipulationsschutz. Je nach Applikation kann sich der Konstrukteur für eine von drei Codiervarianten entscheiden. Die Voraussetzung dafür schafft die von Schmersal entwickelte RSS-Technologie der Kommunikation zwischen Sensor und Target.

Der RSS 16 steht zugleich für den Trend, dass konventionelle Sicherheits-Schaltgeräte durch berührungslos wirkende Sicherheits-Schaltgeräte ersetzt wer-den. Seine Gehäuseabmessungen entsprechen denen des AZ 16, der als „der“ elektromechanische Sicherheitsschalter weltweit bekannt und im Einsatz ist. Nun steht dem Konstrukteur eine berührungslose Alternative zur Verfügung, die sich 1:1 in bestehenden Konstruktionen montieren lässt.

„Kommunikationsfreudige“ Schaltgeräte

Der Wunsch der Anwender, eine einfache Anschaltung und Montage mit hoher Flexibilität und umfassenden Kommunikationsmöglichkeiten zu kombinieren, führt zum vermehrten Einsatz von Sicherheits-Bussystemen wie AS-Interface Safety at Work. Aus diesem Grund vergrößert die Schmersal Gruppe zur SPS IPC Drives ihr Angebot an Sicherheits-Schaltgeräten mit integrierter AS-i Safety-Schnittstelle um eine universell einsetzbare Baureihe optoelektronischer Schutzeinrichtungen (Bild 3). Sie lässt sich einfach in Sicherheitsnetzwerke mit den Architekturen „Safety integrated“ und „Safety separated“ integrieren.

Integration von Funktionen

Montagezeiten spielen eine große Rolle bei der Bewertung von Maschinenkon-struktionen. Deshalb wünschen die Konstrukteure möglichst wenige Bauteile. Anders ausgedrückt: Der Trend geht zur Funktionsintegration. Dies wird u.a. darin deutlich, dass der RSS 16 (siehe oben) mit einem integrierten Anschlag ausgestattet ist. Eine weitere Messeneuheit, die diesen Trend illustriert, ist die Erweiterung der AZM 300-Baureihe. Diese Sicherheitszuhaltungen können optional mit einer integrierten Notentsperrung oder einer Fluchtentriegelung geordert werden. Diese beiden Bedienfunktionen erhöhen das Sicherheitsniveau an Schutztüren, die begehbare Gefahrenbereiche absichern.

Ergonomische Bedienung

Was die Bedienung betrifft, legen Maschinenkonstrukteure und –betreiber immer größeren Wert auf die ergonomische Handhabung und eine hohe Designqualität. Für diese Trends wird Schmersal auf der SPS IPC Drives ebenfalls neue Ideen und Produkte zeigen. Dazu gehört die Erweiterung der Bedienfeld-Baureihe BDF 200 (Bild 4) um eine „Universal“-Ausführung, die der Anwender universell an seine Anforderungen anpassen kann. Die montagefertigte Bedieneinheit vereinfacht die Installation und macht aus Maschinenhersteller-Sicht die die Eigenentwicklung von Bedienpanels überflüssig.

Im Trend: Systemlösungen und qualifizierte Dienstleistungen

Ein weiterer Themenschwerpunkt sowie ein generelles Trend-Thema in der Industrie sind die Dienstleistungen, die Schmersal dem Maschinenbau bietet. Dazu gehören zum Beispiel die Unterstützung der Konstrukteure bei der normengerechten Konfiguration von Schutzeinrichtungen und die kundenspezifische Software-Entwicklung für sicherheitsgerichtete Steuerungen. Planungs- und Beratungsleistungen werden von den Anwendern verstärkt nachgefragt, daher ist das Application Consulting ein zentrales Element des Dienstleistungsprogramms der Schmersal Gruppe – und der Messebesucher kann sich am Schmersal-Stand umfassend darüber informieren.

Das gilt auch für die System- und Branchenlösungen, die auf der Messe ausführlich vorgestellt werden. (jv)

SPS IPC Drives 2014: Halle 9, Stand 460

* Steffen Hönlinger, M.A. Leiter Marketing, K.A. Schmersal GmbH & Co. KG

(ID:42995994)