Schaeffler Neue Achskonzepte für E-Fahrzeuge

Von Jens Rehberg

Anbieter zum Thema

Der Automobilzulieferer hat neue elektrische Achsantriebe zur Marktreife gebracht. Neben der Variantenvielfalt stand Bauraumgewinn und Systemeffizienz im Fokus der Entwickler.

Systementwicklung für die „4-in-1-E-Achse“ von Schaeffler.
Systementwicklung für die „4-in-1-E-Achse“ von Schaeffler.
(Bild: Schaeffler )

Schaeffler hat in einer neuartigen E-Achse neben dem Elektromotor, der Leistungselektronik und dem Getriebe auch das Thermomanagement integriert. Wie der Zulieferer in einer aktuellen Presseerklärung vermeldet, soll das Thermomanagement so neben dem Gewinn an Platz und Gewicht auch effizienter arbeiten, so dass sich die Weiterentwicklung letztlich auf die Reichweite und die Ladedauer des Fahrzeugs auswirkt.

Weniger Schläuche

Da bei dem Gesamtsystem auf bislang nötige Schläuche und Kabel verzichtet werden kann, geht zudem weniger Wärme verloren. Der größte Vorteil liege neben der kompakten Bauweise aber in der Optimierung des Zusammenspiels der einzelnen Teilsysteme.

So sorge eine spezielle Steuerung beispielsweise dafür, dass überschüssige Wärme von Leistungselektronik und E-Motor effizient abgeleitet und im Fahrzeuginnenraum genutzt werden kann. Weitere Effizienzvorteile würden durch eine neue Wärmepumpe realisiert, die mit Kohlendioxid arbeitet. Bei einem optimal ausgelegten Gesamtsystem hält der Zulieferer bis zu 96 Prozent Wirkungsgrad für möglich.

Nichtsdestotrotz will das Unternehmen auch weiterhin Einzelkomponenten und Teilsysteme für Elektro- und Hybridantriebe wie Elektromotoren, Getriebe, Lager oder auch das Thermomanagement anbieten.

Neue Antriebseinheit für E-Pick-ups

Für die Elektrifizierung mittelschwerer Pick-up -Trucks in Nordamerika entwickelt Schaeffler zudem eine sogenannte elektrische Starrachse. Dabei werden Elektromotor, Getriebe, Leistungselektronik sowie die gesamte Hinterachse miteinander verbunden und als eine einbaufertige, über zwei Meter breite Einheit an den OEM ausgeliefert.

Weltweiter Fertigungsverbund

Schaeffler fertigt die Komponenten für seine neue E-Achse an mehreren Standorten. Im September 2021 ist das Werk im ungarischen Szombathely angelaufen – die erste reine E-Mobilitäts-Fertigung der Schaeffler-Gruppe und zudem neues Kompetenzzentrum für die Fertigung von Komponenten und Systemen für elektrifizierte Antriebe.

Zudem werden Komponenten für die E-Mobilität und die integrierten elektrischen Achsantriebe im chinesischen Taicang gefertigt. Eine weitere Produktion entsteht im nordamerikanischen Wooster, wo heute bereits Hybridmodule hergestellt werden. Im badischen Bühl entsteht derzeit das neue Leitwerk der Gruppe für Elektromotoren.

Der Zulieferer beherrscht nach eigenen Angaben die Produktion der Einzelkomponenten bis hin zu grundlegenden und hoch präzisen Fertigungsverfahren wie dem Stanzen einzelner Statorbleche der Elektromotoren und der Wicklung des Rotors, beispielsweise mit der Wellenwicklung.

(ID:48420169)