Biogenes Material Nanofasern aus Obst, Verpackungen aus Kartoffelschalen

Quelle: TU Freiberg 1 min Lesedauer

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Forscher an der TU Bergakademie Freiberg wollen in der neuen Nachwuchsforschungsgruppe BioWin aus Resten der lokalen Agrarwirtschaft hochwertige Materialien entwickeln, die zum Beispiel als Membranen, Beschichtungen oder Verpackungen wieder eingesetzt werden können.

Die biogenen Reststoffe, wie etwa Kartoffelschalen, werden zunächst mit nachhaltigen mechanischen Verfahren und grünen Lösungsmitteln in ihre Einzelbestandteile zerlegt.(Bild:  Kartoffeln Sorte Nicola /Freud / CC BY-SA 4.0)
Die biogenen Reststoffe, wie etwa Kartoffelschalen, werden zunächst mit nachhaltigen mechanischen Verfahren und grünen Lösungsmitteln in ihre Einzelbestandteile zerlegt.

Besonders im Blick haben die Nachwuchsforschenden Rapsstroh, Obsttrester und Kartoffelschalen sowie drei Herstellungsverfahren, bei denen Fasern im Mikrometer- oder Nanometerbereich sowie definierte Schichten gewonnen werden können. Dafür werden die biogenen Reststoffe zunächst mit nachhaltigen mechanischen Verfahren und grünen Lösungsmitteln in ihre Einzelbestandteile zerlegt. Diese werden dann anwendungsspezifisch durch Elektrospinnen, Nassspinnen oder Sprühbeschichten zu neuen Materialien rekombiniert.

„Schlussendlich wollen wir möglichst alles aus der komplexen Struktur der Biomasse verwerten und dafür eine grüne Chemie mit nachhaltigen Prozessen nutzen. Kombiniert werden die praktischen Arbeiten im Labor mit einer detaillierten Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsanalyse. Wir sind Nachhaltigkeitsenthusiasten und genau das ist das Besondere am Projekt BioWin und an unserer Nachwuchsforschungsgruppe“, erklärt die Leiterin der Nachwuchsgruppe Dr. Vanessa Castro.

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Simulationen und Potenzialanalysen in Datenbank verfügbar

Wie Unternehmen in Sachsen die neuen Materialien und Verfahren zum Upcycling der Reststoffe wirtschaftlich und nachhaltig einsetzen können, prüfen die Nachwuchsforschenden aus den Wirtschaftswissenschaften. In einer Datenbank sollen die Simulationen und Potenzialanalysen interessierten Partnern aus Forschung und Industrie zur Verfügung gestellt werden. Die Nachwuchsforschenden erwerben nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern beschäftigen sich mit Themen wie Netzwerkarbeit und Unternehmensgründung sowie mit den Themenfeldern Diversität und Gleichstellung. Weiterhin wird sich die Nachwuchsforschungsgruppe in das Freiberg Center for Circular Economy (FCCE) als übergeordnetes Kompetenzzentrum im Bereich Kreislaufwirtschaft an der TUBAF einbringen.

Die Kosten für das Vorhaben in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) und aus Steuermitteln des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes finanziert. Ziel der Programme ist die Stärkung einer stabilen, nachhaltigen und digitalen Wirtschaft und die Verbesserung der Fachkräfte-Ausbildung im Freistaat Sachsen.

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