Befragung Nahezu alle E-Lkw-Anwender sind hochzufrieden

Quelle: Öko-Institut 3 min Lesedauer

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Transportunternehmen, die bereits batterieelektrische Lkw einsetzen, bewerten diese Technologie nach längerer Praxiserprobung als äußerst positiv. Mit einer Zufriedenheitsquote von 93 Prozent hat sich der E-Lkw für sie als zuverlässige und wirtschaftliche Alternative zum Diesel etabliert. 

Öffentliches Laden wird aufgrund bislang mangelnder Lkw-Tauglichkeit von Standorten und hoher Strompreise als deutliches Hindernis für den Fernverkehr wahrgenommen.(Bild:  © Watcharapong – stock.adobe.com | KI-generiert.jpeg)
Öffentliches Laden wird aufgrund bislang mangelnder Lkw-Tauglichkeit von Standorten und hoher Strompreise als deutliches Hindernis für den Fernverkehr wahrgenommen.
(Bild: © Watcharapong – stock.adobe.com | KI-generiert.jpeg)

Das Öko-Institut hat 57 Transportunternehmen, die schwere E-Lkw bereits seit mindestens einem Jahr im täglichen Einsatz haben, zu ihrer Zufriedenheit befragt. Für die allermeisten Anwender hat sich diese Technologie bewährt.

Hohe Zuverlässigkeit und Fahrkomfort des E-Lkw überzeugen

Vor allem die Mautbefreiung und niedrige Stromkosten am eigenen Depot sichern derzeit den wirtschaftlichen Betrieb. Die Ergebnisse unterstreichen einen deutlichen Trend: Der E-Lkw ist keine Nischentechnologie mehr, sondern wird zunehmend im Regional- und Fernverkehr eingesetzt.

Die befragten „Early Adopter“ loben insbesondere die hohe technische Zuverlässigkeit der Fahrzeuge, die in der Tendenz sogar besser bewertet wird als bei herkömmlichen Diesel-Lkw. Neben der Kostenersparnis heben die Unternehmen den hohen Fahrkomfort und die damit verbundene positive Akzeptanz durch das Fahrpersonal hervor.

Die hohen Anschaffungskosten sowie bürokratische und finanzielle Hürden beim Ausbau der Depot-Ladeinfrastruktur und der Netzanschlusserweiterung bleiben zentralen Herausforderungen.

Florian Hacker, Projektleiter im Forschungsteam des Öko-Instituts

Infrastruktur und Anschaffungskosten herausfordernd

Trotz der hohen Zufriedenheit identifiziert die Studie weiterhin Hürden für den flächendeckenden Hochlauf. „Die hohen Anschaffungskosten sowie bürokratische und finanzielle Hürden beim Ausbau der Depot-Ladeinfrastruktur und der Netzanschlusserweiterung bleiben zentralen Herausforderungen“, erklärt Florian Hacker, Projektleiter im Forschungsteam des Öko-Instituts.

Das öffentliche Laden wird zudem aufgrund bislang mangelnder Lkw-Tauglichkeit von Standorten und hoher Strompreise als deutliches Hindernis für den Fernverkehr wahrgenommen. Die Unternehmen wünschen sich für eine attraktivere Ladeinfrastruktur insbesondere mehr Ladepunkte, mehr Platz für die ladenden Lkw, günstigere und transparente Preise sowie Reservierungsmöglichkeiten.

Eindeutige Zukunftserwartung bis 2030

Die Zuversicht der Pioniere ist groß: 93 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass E-Lkw bis zum Jahr 2030 zum umfassenden Standard in ihrem Fuhrpark werden. Andere alternative Antriebstechnologien verlieren in der Einschätzung der Unternehmen hingegen weiter an Bedeutung.

Akzeptanz von E-Lkw nach längerer Praxiserprobung

Ergebnisse der Online-Befragung zusammengefasst:

  • Der Straßengüterverkehr (überwiegend Diesel) ist die zweitgrößte CO₂-Quelle im Verkehrssektor (weltweit und in Deutschland). Hauptverursacher sind schwere Fernverkehrs-Lkw aufgrund hoher Fahrleistung und hohem Energieverbrauch. Ohne die konsequente Einbeziehung des Straßengüterverkehrs lassen sich die Klimaziele im Verkehr nicht erreichen.

  • Im Winter 2025/26 wurden 60 Transportunternehmen befragt, die als Vorreiter seit über einem Jahr schwere Batterie-Lkw einsetzen; 57 dieser Antworten bildeten die Grundlage für die Analyse.

  • Mit 93 % Zufriedenheit überzeugen E-Lkw die Vorreiter durch Zuverlässigkeit, Kosteneinsparungen, hohen Fahrkomfort und praxistaugliche Reichweiten. Vereinzelt werden technische Störungen kritisiert.

  • Der E-Lkw-Bestand der befragten Unternehmen wuchs im letzten Jahr um 110 auf über 300 Fahrzeuge an; dabei investierten 20 Firmen in Langstrecken-Modelle (ab 500 km Reichweite), mit denen sie zu 80 Prozent (16 Unternehmen) zufrieden sind.

  • Trotz hoher Zufriedenheit bremsen hohe Anschaffungskosten sowie teure, bürokratische und räumlich unzureichende Ladeinfrastrukturen – sowohl im eigenen Depot als auch im öffentlichen Raum – den flächendeckenden Hochlauf der E-Lkw.

  • Die wichtigsten Voraussetzungen für die weitere Beschaffung von E-Lkw sind: die Mautbefreiung und geringe Stromkosten.

  • 93 Prozent der Vorreiter-Anwender erwarten, dass E-Lkw bis 2030 der Standard in ihrem Fuhrpark sein werden. Die Befragung zeigt, dass die Akzeptanz weiter steigt und alternative Antriebe zunehmend an Bedeutung verlieren.

Die Online-Befragung wurde vom Öko-Institut im Rahmen des Projektes ELV-LIVE durchgeführt, in dem der reguläre Einsatz von batterieelektrischen schweren Nutzfahrzeugen (BET) in der Praxis erforscht wird. Auftraggeber ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

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