Energieeffizienz Nachhaltiges Antriebssystem minimiert Energiebedarf eines Riesenrads

Von Ute Drescher

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Ein transportable Riesenrad beweist: Auch bei einem vermeintlich ausgereiften technischen Konzept sind Innovationen möglich. Ausgerüstet mit nachhaltiger Antriebstechnik reduzieren sich sowohl der Energiebedarf als auch der Bedarf an elektrischer Anschlussleistung des Aufstellplatzes.

Das Riesenrad ist mit einer brillianten, energiesparenden LED-Beleuchtung ausgestattet. Nachts verwandeln die langlebigen LEDs das Riesenrad in ein funkelndes Lichtermeer.
Das Riesenrad ist mit einer brillianten, energiesparenden LED-Beleuchtung ausgestattet. Nachts verwandeln die langlebigen LEDs das Riesenrad in ein funkelndes Lichtermeer.
(Bild: SEW )

Ein Riesenrad zu montieren war einst ein kompliziertes Unterfangen – das erste echte Riesenrad, das US-amerikanische "Ferris Wheel" von 1893, musste beim Bau aufwändig mit Gerüsten gestützt werden und ging mit sieben Wochen Verspätung in Betrieb. Das transportable Riesenrad RR 40 der Firma Gerstlauer aus dem schwäbischen Münsterhausen dagegen stellt sich praktisch selbst auf: Hydraulikzylinder fahren die vier zentralen Stützen einfach von einem Sattelauflieger hoch, und ein kleiner Kran genügt, um die anderen Komponenten von weiteren vier Tiefladern aus zu montieren. Das Riesenrad wird mit Hilfe von vier Reibrädern gedreht und geht dank LED-Beleuchtung und eines neuartigen Antriebssystems von SEW-Eurodrive sehr sparsam mit der Energie um.

Die vier Stirnradgetriebemotoren der Baureihe DRN von SEW-Eurodrive an den Reibrädern haben einen hohen Wirkungsgrad und beziehen ihren Strom über Frequenzumrichter vom Typ Movidrive modular. Diese wiederum sind über einen DC-Zwischenkreis hinter zwei Versorgungsmodulen MDP92A von SEW-Eurodrive an das örtliche Netz angeschlossen.

Zwischengespeicherte Bremsenergie senkt Energiekosten um 20 bis 30 Prozent

Wurde früher die Bremsenergie von Riesenrädern in Wärme umgewandelt und ging somit verloren, wird sie mit Hilfe der „Power and Energy Solutions“ nun zwischengespeichert und bei Bedarf wieder abgerufen: Acht Doppelschichtkondensatormodule nehmen aus den Versorgern freiwerdende Energie bis zu 2.650 kW auf und senken so die Energiekosten des „grünen“ Riesenrads um 20 bis 30 Prozent.

Aufgrund dieses neuen Versorgungskonzepts entsteht ein weiterer bedeutender Vorteil. Während ein vergleichbares Riesenrad einen Anschluss benötigt, der deutlich über 250 kW zur Verfügung stellt, reicht für das neue System bereits ein um 140 kW kleinerer Netzanschluss aus, der wesentlich kostengünstiger ist. Das schont die Umwelt und das Budget des Schaustellerbetriebs. Außerdem kann der Betreiber sein Fahrgeschäft auch an Plätzen aufstellen, an denen das bisher wegen fehlender elektrischer Infrastruktur nicht möglich war.

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Der DC-Zwischenkreis mit seinen Supercaps gleicht auch Spitzenlasten aus: Sie fallen am Netzanschluss um den Faktor fünf geringer aus als sonst üblich. Trotz wesentlich geringerer Anschlussleistung steht den Antrieben stets die volle Leistung zur Verfügung. Und weil die modernen Versorgungsgeräte besonders dafür ausgelegt sind, wird durch einen Leistungsfaktor von 0,95 das Netz viel weniger mit Oberwellen belastet – gut für die Netzqualität.

Das Zusammenspiel von Energiespeicher, Antriebsregelung und DC-Zwischenkreis wird durch einen Movi-C Controller von SEW-Eurodrive gesteuert. Dort kommt das Softwaremodul Movikit Powermode zum Einsatz. Es erfasst die Leistungs- und Energiedaten, übernimmt das Management des Zwischenkreises, des AC-Anschlusses und des Energiespeichers mit Funktionalitäten wie Gerätesteuerung, Energiezähler, Echtzeit-Datenerfassung usw.

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Das sparsame Riesenrad RR 40 mit einer Gesamthöhe von rund 43 Metern ist die neue Attraktion des alteingesessenen Münchner Schaustellerbetriebs Heinrich Willenborg GmbH, der auf transportable Riesenräder spezialisiert ist. 24 Gondeln, die über zackenförmige Träger außen am Rad montiert sind, bieten jeweils acht Fahrgästen einen ungehinderten Panoramablick. Die Antriebstechnik der Bruchsaler Spezialisten von SEW-Eurodrive sorgt dabei für maximale Effizienz. „Gerade im Sonderanlagenbau ist es ganz wichtig, dass man Partner an seiner Seite hat, die wissen, worum es geht und den nötigen Service bieten“, betont Dominik Miller (M. Eng.), der bei Gerstlauer das neue mobile Riesenrad gemeinsam mit dem Technischen Büro Augsburg von SEW-Eurodrive konzipierte. Beide Firmen blicken auf mittlerweile gut zwei Jahrzehnte erfolgreicher Zusammenarbeit zurück.

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