Signalsäulen Mit Signalsäulen Prozesse überwachen

Redakteur: Jan Vollmuth

Ein Unternehmen aus Bayern erfasst mithilfe vernetzter Signalsäulen von Werma wichtige Maschinendaten und überwacht und optimiert so seine Produktionsprozesse.

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Bei Smart Monitor entsteht durch die intelligente Vernetzung von Signalsäulen eine einfache, kostengünstige und nachrüstbare Alternative zu herkömmlichen komplexen MDE-Systemen.
Bei Smart Monitor entsteht durch die intelligente Vernetzung von Signalsäulen eine einfache, kostengünstige und nachrüstbare Alternative zu herkömmlichen komplexen MDE-Systemen.
(Werma Signaltechnik GmbH & Co. KG)

Wie der Name sagt, signalisieren Signalsäulen optisch den Status einer Maschine. Was man eher nicht vermutet: Durch ihre intelligente Vernetzung eignen sie sich darüber hinaus für die Analyse einer kompletten Produktion.

Zustände von Maschinen und Stückzahlen überwachen

Von dieser Funktionalität profitiert etwa das Unternehmen Eberle Rieden, idyllisch gelegen nahe dem Schloss Neuschwanstein im Herzen von Bayern. Es produziert Stanz- und Stanz-Biegeteile für einen internationalen Kundenstamm, vorrangig aus dem Bereich Automotive. Eberle Rieden beschäftigt fast 180 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz von derzeit 34 Mio. Euro. Seit über 14 Jahren gehört das Unternehmen zur Firmengruppe Kern-Liebers mit mehr als 50 Einzelgesellschaften weltweit.

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Da die Kunden von Eberle Rieden speziell aus der Automotive-Branche hohe Anforderungen an Schnelligkeit und Qualität stellen, suchte das Unternehmen nach einer Lösung zum Überwachen der Zustände oder Stückzahlen von Maschinen, Anlagen und manuellen Arbeitsplätzen. „Wir hatten mit zwei Problemen zu kämpfen: Erstens war das vorliegende Datenmaterial nicht aktuell und nicht detailliert genug. Zweitens wurden wichtige Informationen handschriftlich erfasst und in Papierform verwaltet. Diese Vorgehensweise war sehr fehlerbehaftet“, sagt Produktionsleiter Frank Laurin. Zudem ließen sich aus diesen Informationen keine belastbare Daten gewinnen oder gar Kennzahlen ableiten.

Vernetzte Signalsäulen

„Ich hatte einen Artikel über das neue MDE-System von Werma gelesen“, erzählt Frank Laurin. „Die Idee, dass wir unsere vorhandenen Signalsäulen zum Erfassen von Maschinendaten nutzen können, hat mir von Beginn an gefallen.“ Inzwischen setzt Eberle Rieden seit mehr als drei Jahren auf das funkbasierte Maschinen-Daten-Erfassungs-System (kurz: MDE-System) Smart Monitor von Werma Signaltechnik: Durch die Vernetzung von Signalsäulen stellt es eine kostengünstige und nachrüstbare Alternative zu herkömmlichen komplexen MDE-Systemen dar. Mit Smart Monitor lassen sich Störungen und unproduktive Zeiten schneller erkennen, analysieren und dokumentieren.

Smart Monitor besteht aus Funksender, Funkempfänger und Software. Das robuste Funknetzwerk (868 MHz) für das Produktionsumfeld sucht selbst die beste Verbindung. Der Funksender wird per Plug & Play als zusätzliches Element in eine vorhandene Werma-Signalsäule integriert und überwacht Zustände oder Stückzahlen von Maschinen, Anlagen und manuellen Arbeitsplätzen. Diese Zustände werden an den Empfänger übertragen und in einer Microsoft SQL-Datenbank gesichert.

Einfache und schnelle Inbetriebnahme

Frank Laurin bekräftigt, wie einfach die Inbetriebnahme war: „Wir haben die Software installiert, den Funkempfänger am Rechner angeschlossen und diesen Step by Step konfiguriert. Die Software leitet einen durch jeden einzelnen Schritt. Anschließend integrierten wir die Funksender in die Signalsäule, schon war unser MDE-System startklar.“ Er ergänzt: „Lediglich vier Stunden dauert es, bis wir eine neue Maschine in unser Smart-Monitor-System integriert haben.“ Inzwischen sind 60 Maschinen in der Produktion mit Smart Monitor ausgerüstet, mehr als 95 % des gesamten Maschinenparks.

Buchtipp

Das Fachbuch Data Analytics bietet nicht nur einen guten Überblick zu den in Produktion und Logistik anwendbaren Data Mining Algorithmen, sondern liefert auch konkrete Use Cases, die mit diesen Algorithmen erfolgreich umgesetzt werden können.

Auch die Abteilungen Planung und Werkzeugbau sowie die Meisterbereiche der Produktion arbeiten täglich mit Smart Monitor und der Software. „Wenn die Meister morgens ins Büro kommen, fällt ihr erster Blick auf die Leitstandansicht. Hier sehen alle sofort, was in den letzten 24 Stunden gelaufen ist, welche Maschine wie ausgelastet ist und ob es Probleme gibt“, sagt Frank Laurin. „Wenn in der Leitstandansicht die grünen Balken dominieren, starte ich natürlich gleich viel entspannter in den Tag.“

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