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Elektroantrieb Mit Hüftschwung durch die Halle

| Autor / Redakteur: Reinhard Kluger / Ute Drescher

Er sieht aus wie ein Ufo: Der E-Ball, bei dem ausgeklügelte Elektronik den Hüftschwung des Fahrers in Steuersignale umsetzt. Auch „Moves“ mit 360°-Drehungen sind möglich.

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Ein „coole“ Fun-Kugel will dem Segway Paroli bieten: Wenn Eball und Balancegefühl des Fahrers symbiotisch verschmelzen, sind einzigartige Bewegungen möglich. Spaß pur.
Ein „coole“ Fun-Kugel will dem Segway Paroli bieten: Wenn Eball und Balancegefühl des Fahrers symbiotisch verschmelzen, sind einzigartige Bewegungen möglich. Spaß pur.
(Bild: eBall)

Die Idee mit der Kugel kam Uli Sambeth im Urlaub. Kurz vorher hatte er sich für eine Party das erste Mal einen Segway ausgeliehen. Das spaßige Rumkurven mit dem trendigen elektrischen Roller faszinierte ihn: „Ich war begeistert vom Balancieren, das hat mich nicht mehr losgelassen.“ Warum aber nur eine Achse? Warum zwei Räder? Wäre es nicht viel „cooler“ auf einem Ball, sich sogar um 360° drehen zu können? So oder ähnlich seine Gedanken.

Patent angemeldet, Startup gegründet

Erste, schnelle Recherchen im Internet brachten es an den Tag: Eine Kugel per Hüftschwung zu steuern und sich fortzubewegen, das gab es bislang wohl nicht. „Entweder hatte die Idee noch keiner, oder sie ist technisch nicht umsetzbar“, dachte Uli Sambeth für sich. Und begann zu experimentieren. Zwei Monate und drei Prototypen später hatte er seinen ersten Ur-E-Ball fertig. Damit wackelten seine Kinder erstmalig durchs Wohnzimmer. Was dann folgte war Routine für den Gründer und Geschäftsführer der Innovated Transport Systems UG in Essen: Patent angemeldet, Startup gegründet und weiter entwickelt. Neben dem Segway nun also der E-Ball. Das internationale Patent gab’s im November 2015, Premiere feierte das kugelige Gefährt in Nürnberg auf der Spielwarenmesse 2016. Und wer sich traute, auf die Scheibe zu steigen und erste Runden zu drehen, war begeistert.

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Drehen um die eigene Achse

Zwar fehlt ein Lenker zum Festhalten, wie beim Segway, aber das ist es, was den besonderen Spaßfaktor bringt. Beim Anfahren geht es ein wenig wackliger zu, aber was dann folgt, das ist Fun pur. Uli Sambeths Augen leuchten: „Man kann jetzt ‚Moves‘ fahren, die es bisher noch nicht gab.“ Künftig also kann jeder Figuren aufs Parkett legen, die es so auf der Straße bislang wohl nicht gibt und die in der Luft nur beim Helikopter möglich sind. Und das funktioniert so: Stimmt die Balance des Fahrers bewegt sich der E-Ball in die gewünschte Richtung. Ändert der Fahrer seine Körperposition in eine andere Richtung, registrieren das die verbauten Sensoren und Kreiselsysteme und setzen diese Signale in die gewünschte Richtung um. Der E-Ball lässt sich somit intuitiv steuern.

So begeistert Uli Sambeth über die 360°-Revolution des E-Ball auch erzählt, so bedeckt hält er sich bei den Fragen nach der Technik dahinter. Das Signalflußdiagramm für das System will er lieber für sich behalten, nur so viel ist ihm zu entlocken: Die technischen Komponenten hat sich der E-Ball-Kon­strukteur im Internet gekauft. Sie stammen unter anderem von Spielekonsolen, aus dem Modellbau und von Elektro-Scootern. Der Ball ist eine hohle Stahlkugel, die mit Gummi umgossen ist. Drei getriebelose Elektromotoren, die Version für Erwachsene nutzt vier, treiben je ein Reibrad an, das die Kraft der Elektroantriebe auf die Kugel überträgt und diese somit in die gewünschte Richtung dreht. So ausgeklügelt die Technik schon ist, das Essener Startup-Unternehmen arbeitet an weiteren Funktionalitäten: Fun pur. (ud)

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