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CAD-Arbeitsplatz

Mit 3D-Mäusen schneller und schonender zum Ergebnis

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Konstruieren mit einer 3D-Maus erhöht die Effizienz und reduziert die körperliche Belastung des Konstrukteurs. Robert Stadie, Produktmanager bei 3D Connexion, erklärt im Interview, warum das so ist.

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Der Einsatz einer 3D-Maus in CAD-Anwendungen führt zu einer ergonomischen Verbesserung mit 29 % weniger Handbewegungen beim Anwender und einer Produktivitätssteigerung von 28 %.
Der Einsatz einer 3D-Maus in CAD-Anwendungen führt zu einer ergonomischen Verbesserung mit 29 % weniger Handbewegungen beim Anwender und einer Produktivitätssteigerung von 28 %.
(Bild: 3D Connexion)

konstruktionspraxis: Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat ergeben, dass der Einsatz einer 3D-Maus auch zu einer erhöhten Produktivität führt. Wie kommt es dazu?

Robert Stadie: Das Arbeiten mit zwei Händen ermöglicht ein deutlich effizienteres Konstruieren. Die notwendigen Schritte zum Drehen und Bearbeiten eines Modells können unter Verwendung einer 3D-Maus gleichzeitig und nicht wie bei einem herkömmlichen Maus-Tastatur-Setup nur hintereinander ausgeführt werden. So kann der Anwender beispielsweise ein Feature mit der Cad Mouse (Anmerk. d. Red.: 2D-Maus) auswählen und währenddessen die Drehbewegung mit der Space Mouse (Anmerk. d. Redaktion: 3D-Maus) ausführen.
Diese Schritte laufen quasi in einer flüssigen Bewegung parallel auf der Zeitachse ab und müssen nicht mehr durch nacheinander erfolgende Mausklicks durchgeführt werden.

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konstruktionspraxis: Gibt es weitere produktivitätssteigernde Features?

Robert Stadie: Zusätzlich sind unsere 3D-Eingabegeräte frei konfigurierbar. Das bedeutet, dass sich Anwender Shortcuts oder Befehle aus einer CAD-Anwendung auf den Tasten hinterlegen können. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit bedient der Anwender die Tasten intuitiv, ohne noch groß darüber nachzudenken. In der Studie des Fraunhofer IAO war das sehr schön zu erkennen. Probanden, die vorab noch nie mit einer 3D-Maus gearbeitet hatten, benötigten nach nur einer Woche Einarbeitung für das Lösen einer randomisierten Aufgabe mit der 3D-Maus nur noch 68 Minuten anstatt 96 Minuten mit einem normalen Maus-Tastatur-Setup. Das ergibt bereits eine Produktivitätssteigerung von 28 %.

konstruktionspraxis: Aus ergonomischer Sicht führt die Nutzung einer 3D-Maus zu einer aufrechteren Sitzhaltung. Warum ist das so?

Robert Stadie: Der Konstrukteur navigiert mit der 3D-Maus in der linken Hand, während er die Objekte mit der Maus in der rechten Hand bearbeitet. Er setzt also beide Hände gleichzeitig ein und positioniert diese parallel auf dem Schreibtisch. Dadurch ergibt sich automatisch eine aufrechte und somit gesündere Körperhaltung. Für Konstrukteure, die an fünf Tagen der Woche acht Stunden oder länger am Bildschirm arbeiten, stellt das eine deutliche Entlastung für Handgelenke, Schultern und Nacken dar.

konstruktionspraxis: Welchen Einfluss hat das Studienergebnis auf zukünftige Entwicklungen von 3D-Mäusen für Sie?

Natürlich sehen wir die positiven Studienergebnisse als Motivation, unsere Produkte noch weiter zu entwickeln und damit aktuelle Trends und Bedürfnisse aufzunehmen. Aktuell liegt unser Fokus auf dem mobilen Arbeitsplatz, für den die Anwender keine Abstriche bei Ergonomie und Leistungsfähigkeit akzeptieren sollten.

konstruktionspraxis: Welchen Stellenwert hat die 2D-Maus am CAD-Arbeitsplatz überhaupt noch?

Robert Stadie: Eine 3D-Maus wird kooperativ zur 2D-Maus eingesetzt und macht diese keinesfalls überflüssig. Im Gegenteil, die Space Mouse und 2D-Mäuse ergänzen sich optimal. Aus diesem Grund haben wir unsere Produktpalette auch um die Cad Mouse und die Cad Mouse Wireless als Standardmaus für CAD-Profis erweitert. Die beidhändige Arbeitsweise mit den Geräten hat nicht nur Einfluss auf die Produktivität, sondern ganz klare ergonomische Vorteile, da die Belastung bei der PC-Arbeit auf beide Hände verteilt wird.

konstruktionspraxis: Konstrukteure arbeiten heute vermehrt nicht mehr nur an einer Anwendung, sondern bewegen sich in einer Multi-CAD-Umgebung. Welchen Einfluss hat diese Entwicklung auf den Einsatz der Eingabegeräte?

Robert Stadie: Die Eingabegeräte müssen dieser Art des Arbeitens Rechnung tragen. Das heißt, sie müssen automatisch erkennen, mit welchem Programm gerade gearbeitet wird und die entsprechende Integration gewährleisten. Unsere Mäuse können für alle gängigen CAD-Anwendungen eingesetzt werden. Da diese in sich variieren, lassen sich die Geräte auch individuell zu jedem Programm einstellen, zum Beispiel durch die Festlegung bestimmter Kurzbefehle oder Menüs. Diese Konsolidierung auf ein Eingabegerät für alle Anwendungen erleichtert die Arbeit immens – sowohl in der klassischen Büro-Umgebung als auch unterwegs.

konstruktionspraxis: Sie sprechen das mobile Arbeiten an - wie passt sich die 3D-Maus diesem Trend an?

Robert Stadie: Bei einem mobilen CAD-Arbeitsplatz sind drei Punkte besonders wichtig: Unterbrechungsfreies Arbeiten, eine lange Akkulaufzeit und ein kompaktes, ergonomisches Design.

konstruktionspraxis: Welche Trends sehen Sie für die Zukunft?

Robert Stadie: Wir beobachten derzeit die Entwicklung in den Bereichen Augmented Reality/Virtual Reality/ Mixed Reality und die damit verbundenen Workflows sehr intensiv und sind gespannt, welche Entwicklungen sich dort durchsetzen werden. Gerade im Prototypen-Design sehe ich hier große Potentiale, die nicht nur Effizienzsteigerungen für die Anwender bedeuten, sondern gleichzeitig das Kundenerlebnis in Echtzeit eindrucksvoller gestalten.
Aus unserer Sicht werden auch Künstliche-Intelligenz-Elemente eine zunehmend wichtige Rolle in der Entwicklung spielen und die Workflows von morgen prägen.

konstruktionspraxis: Wo liegen die Hürden, die auf dem Weg dorthin genommen werden müssen?

Robert Stadie: Neue Technologien erfordern immer ein Umdenken. Gerade wir als Hersteller sind in der Pflicht, mit unseren Partnern Software- und Hardwareprodukte optimal aufeinander abzustimmen und dabei aktuelle Kundenbedürfnisse und Workflows in den Fokus zu stellen.

konstruktionspraxis: Vielen Dank Herr Stadie.

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