Suchen

Maschinensicherheit Maschinensicherheit für Sicherheitsbeauftragte

| Autor / Redakteur: Frank Erbs* / Jan Vollmuth

Die Sicherheitsbeauftragten spielen eine wichtige Rolle im Unternehmen. Sie müssen fortlaufend qualifiziert und schon vor dem Kauf einer Maschine eingebunden werden, um jegliche Gefährdung zu erkennen und auszuschließen.

Firma zum Thema

(Bild: Phoenix Contact)

Die folgende Situation ist den meisten Sicherheitsbeauftragen aus der täglichen Praxis geläufig: Eine Fachabteilung hat eine Maschine erworben und möchte diese nun in Betrieb nehmen. Üblicherweise wird dann die Sicherheitsfachkraft im Rahmen einer ersten Gefährdungsbeurteilung hinzugezogen. Bei der Bewertung stellt sie fest, dass für den speziellen Einsatzfall zusätzliche Schutzmaßnahmen an der Maschine erforderlich sind, die bereits in ihrer Konstruktionsphase hätten berücksichtigt werden können. In vielen Fällen lassen sich die Schutzmaßnahmen jetzt nicht mehr umsetzen, denn die jeweiligen Nachrüstungen erweisen sich oft als unmöglich oder sind zumindest mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand verbunden.

Ständige Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung

Mit der seit Juni 2015 gültigen Fassung der Betriebssicherheitsverordnung kommt der Gefährdungsbeurteilung eine größere Bedeutung zu. So wird zum Beispiel ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie schon vor der Beschaffung von Arbeitsmitteln begonnen werden muss. Der Betreiber – in der Betriebssicherheitsverordnung als Arbeitgeber bezeichnet – hat nämlich die Pflicht, seinen Beschäftigten nur sichere Arbeitsmittel zu überlassen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

In diesem Zusammenhang zeigt eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus dem Jahr 2015, dass es in rund 75 % der tödlichen Arbeitsunfälle eine Gefährdungsbeurteilung gab. Ungefähr die Hälfte dieser Beurteilungen war vollständig respektive auf dem neusten Stand. Als interessanter erweist sich allerdings, dass wiederum 75 % der unvollständigen Gefährdungsbeurteilungen nicht an aktuelle betriebliche Änderungen angepasst waren. Dies widerspricht einer zentralen Forderung der Betriebssicherheitsverordnung, die eine ständige Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung verlangt. Wenn die Verantwortlichen sie vor dem Erwerb von Maschinen initiieren, können alle relevanten Anforderungen ohne großen Aufwand umgesetzt werden. Ein von Phoenix Contact angebotenes Seminar beschreibt diese ersten wesentlichen Schritte detailliert.

Frühzeitig in den Beschaffungsprozess einbinden

Den größten Nutzen erzielen Arbeitgeber, wenn sie die Gefährdungsbeurteilung in den Beschaffungsprozess integrieren. Dabei muss klar sein, dass der Kauf eines Arbeitsmittels dazu führt, dass dieses Produkt Bestandteil des Arbeitssystems im Betrieb des Arbeitgebers wird. Sofern die relevanten Prozess-Schnittstellen zum Hersteller des Arbeitsmittels bekannt sind, profitieren beide Parteien voneinander.

Der Hersteller der Maschine kann wertvolle Informationen aus der Sicht des Anwenders erhalten. So lassen sich Trends frühzeitig erkennen und das gewonnene Wissen in die Risikobeurteilung und die Maschinenentwicklung einbeziehen. Der Maschinenbetreiber erlangt beispielsweise wichtige Erkenntnisse über verbleibende Restrisiken. Des Weiteren wird ihm unter Umständen bewusst, dass bei der Nutzung des Arbeitsmittels besondere rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten sind. Sämtliche Schritte und Abstimmungen unterstützen bei der Einhaltung der zentralen Forderung der Betriebssicherheitsverordnung: Die Verwendung der Arbeitsmittel muss nach dem Stand der Technik sicher sein.

(ID:43867188)