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Genaue Prüfung der relevanten Sicherheitsfunktionen
Wenn dem Maschinenhersteller oder –lieferanten alle Anforderungen vorliegen, kann bei der Übergabe der Maschine auch eine qualifizierte Wareneingangskontrolle durchgeführt werden. Diese beschränkt sich jedoch nicht auf den einfachen Abgleich des Lieferumfangs. Vielmehr sind gemäß Betriebssicherheitsverordnung ebenfalls Funktionstests notwendig. In diesem Zusammenhang müssen insbesondere die installierten Sicherheitsfunktionen überprüft werden. Dabei reicht es nicht, wenn der Sicherheitsbeauftragte lediglich den Not-Halt der Maschine testet, denn er dient allenfalls zur Absicherung der Maschine, falls die vorgesehenen Sicherheitsfunktionen versagt haben. Daher müssen zumindest die für den Bediener relevanten Sicherheitsfunktionen kontrolliert werden.
Den Sicherheitsfachkräften stellt sich immer wieder die Frage, wie derartige Prüfungen vorzunehmen sind. Deshalb hat Phoenix Contact das Seminar „Health & Safety Manager for Machines“ konzipiert, das den Einstieg in das Thema vereinfacht. Neben den wichtigen Anforderungen aus der Maschinensicherheit erläutern die Referenten hier wesentliche Grundlagen zu Sicherheitsfunktionen. Auf diese Weise sind die Sicherheitsfachkräfte anschließend in der Lage, einfache Manipulationen an den Maschinen zu erkennen. Denn auch vor derartigen Handlungen muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter gemäß Betriebssicherheitsverordnung schützen.
Konsequenzen bei Änderungen
Eine Untersuchung der BAuA zur Verteilung von tödlichen Unfällen in Bezug zur jeweiligen Verordnung oder Richtlinie verdeutlicht, dass Maschinen im Hinblick auf Arbeitsunfälle betrachtet werden müssen. Die bisher beschriebene Vorgehensweise befasst sich ausschließlich mit der Beschaffung von Maschinen. Deren Lebenszyklus endet allerdings nicht mit dem Erwerb und Betrieb, sondern umfasst in der Regel ebenso Situationen wie eine Instandhaltung, Wartung oder den Umbau. In derartigen Fällen sind die Sicherheitsfachkräfte ebenfalls gefordert. Abhängig von der entsprechenden Situation müssen sie sich mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzen: Handelt es sich beim Umbau an der Maschine um eine wesentliche Änderung? Führt das Zusammenstellen mehrerer Maschinen zu einer Gesamtheit von Maschinen?
Mit diesen Fragen sehen sich die Safety-Experten von Phoenix Contact in jüngster Zeit immer häufiger konfrontiert. Werden sie bejaht, zieht das für den Betreiber weitreichende Konsequenzen nach sich. Dann verändert sich seine Rolle und er wird zum Maschinenhersteller. Daher sollten die Sicherheitsfachkräfte bei geplanten Umbauten stets hinzugezogen werden. So ist sichergestellt, dass alle erforderlichen Sicherheitsaspekte berücksichtigt sind. Nicht selten stellen die Verantwortlichen während solcher Umbauten fest, dass die Maschinen bereits seit Jahren manipuliert oder falsch bedient worden sind.
Steter Dialog mit Bedien-, Wartungs- und Instandhaltungspersonal
Der beschriebene Zusammenhang zwischen Umbauten und Manipulationen tritt nicht nur bei gewollten, sondern insbesondere bei unbeabsichtigten Veränderungen auf. Deshalb ist es wichtig, dass Sicherheitsfachkräfte dies erkennen und die Modifikationen in den Maschinen finden. Im schlimmsten Fall geschieht das erst nach einem Unfall. Vor diesem Hintergrund sollten die Sicherheitsfachkräfte in einen Dialog mit dem Bedien-, Wartungs- und Instandhaltungspersonal treten, um Veränderungen zu detektieren und die jeweiligen Schritte einzuleiten.
Die Safety-Experten von Phoenix Contact verfügen auch im Hinblick auf wesentliche Veränderungen an sowie der Gesamtheit von Maschinen über umfangreiche praktische Erfahrungen. Im Rahmen eines Seminars erläutern sie beispielsweise die Grundlagen der Gefährdungsbeurteilung in Bezug zur Maschinensicherheit. Auf Basis der geltenden Vorschriften vermittelt die Veranstaltung einen umfassenden Überblick über die grundlegenden Anforderungen. Die Inhalte stellen einen ergänzenden Baustein zur Qualifikation von Sicherheitsfachkräften dar. Anhand durchgängiger Beispiele werden die normativen und technischen Zusammenhänge anschaulich erklärt. (jv)
* Frank Erbs ist Mitarbeiter im Customer Service Process des Competence Center Safety, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont
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