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Maschinenbau Maschinenbau rechnet 2020 mit Produktionsrückgang von 17 %

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Der Maschinen- und Anlagenbau kämpft gegen die Folgen der globalen Corona-Pandemie, die sich in den Zahlen Auftragseingang, Kapazitätsauslastung und Produktion niederschlägt. So rechnet der VDMA für 2020 mit einem Produktionsrückgang von 17 %.

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Die Folgen der Corona-Krise führen zu einem erheblichen Rückgang der wichtigen Kennziffern im Maschinenbau: Auftragseingang, Kapazitätsauslastung und Produktion.
Die Folgen der Corona-Krise führen zu einem erheblichen Rückgang der wichtigen Kennziffern im Maschinenbau: Auftragseingang, Kapazitätsauslastung und Produktion.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres ist der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau um real 16 % gesunken, die Produktion lag um real 14 % unter dem Vorjahreswert. „Auch wenn sich am aktuellen Rand eine leichte Entspannung auf niedrigem Niveau abzeichnet, müssen wir damit rechnen, dass die schwache Nachfrage im zweiten Halbjahr noch spürbar auf die Produktion durchschlagen wird“, prognostiziert VDMA-Chefsvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Der VDMA geht daher für das Gesamtjahr 2020 von einem Produktionsrückgang von 17 % aus.“

Kapazitätsauslastung sackt von 84,1 auf 76,1 % ab

Infolge der Corona-Pandemie und der dadurch beeinträchtigten Geschäfte ist die durchschnittliche Kapazitätsauslastung im Maschinen- und Anlagenbau deutlich unter den langfristigen mittleren Wert von 86 %. „Zwischen Januar und Juli sackte die Kapazitätsauslastung von 84,1 auf 76,1 % ab“, erläuterte der VDMA-Chefvolkswirt. „Einen so niedrigen Wert erreichte unsere Industrie zuletzt im Jahr 2010.

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Talfahrt der Maschinenexporte schwächt sich ab

Im Juni sanken die Maschinenexporte aus Deutschland im Zuge der Rücknahme von Reise- und Transportbeschränkungen weniger drastisch als in den beiden Vormonaten April und Mai, gleichwohl noch um 12 % im Vorjahresvergleich. Ebenso dürfte es einen Nachholeffekt aufgrund der Entspannung bei den Lieferketten gegeben haben. Im zweiten Quartal sanken die deutschen Maschinenausfuhren damit um 22,9 % auf 35,2 Milliarden Euro.

Die Maschinenexporte aus Deutschland in die EU-27 lagen im Zeitraum April bis Juni 27,7 % unter ihrem Vorjahresniveau. Die Exportentwicklungen in die beiden wichtigsten Einzelmärkten USA und China unterscheiden sich deutlich: Die Maschinenexporteure aus Deutschland lieferten im zweiten Quartal 23 % weniger in die Vereinigten Staaten als noch vor einem Jahr. Das China-Geschäft nahm hingegen im gleichen Zeitraum nur um 7,9 % ab.

Ausblick 2021: Produktionswachstum von 2 %

Für 2021 gehen die VDMA-Volkswirte grundsätzlich davon aus, dass sich die Weltkonjunktur - wenn auch zögerlich und nicht unbedingt störungsfrei - erholt. „Für den Maschinen- und Anlagenbau werden die Bäume im nächsten Jahr nicht in den Himmel wachsen. Schon gar nicht werden wir schon das Vorkrisenniveau des Jahres 2019 erreichen”, sagte Wiechers. Der Verband rechne für 2021 mit einem Produktionswachstum von 2 %.

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Voraussetzung für jedes Wachstum sei zudem, dass die Corona-Pandemienicht abermals die Märkte und Lieferketten lahmlegt und die wichtigen Abnehmerländer des Maschinenbaus sich nicht in weitere Handelskriege hineinziehen lassen.

Zudem würden nicht alle Maschinenbausparten gleichermaßen von einer Erholung profitieren, betonte er. So hätten Investitionsgüterhersteller nicht nur vergleichsweise stärker als andere Branchen unter der weiterhin hohen Unsicherheit gelitten. Auch seien sie oft Leidtragende eines tiefgreifenden Strukturwandels in wichtigen Kundenbrachen. „Doch wo Risiken sind, gibt es auch Chancen. Und mehr als einmal kam eine Erholung deutlich schneller voran, als zunächst erwartet. So könnte der sich bereits in den Geschäftsklimazahlen abzeichnende Aufschwung durchaus eine nachhaltige Eigendynamik entfalten“, resümierte Wiechers.

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