Autositz Lounge-Feeling im Automobil

Autor: Ute Drescher

Adients Ingenieure haben das Konzept des dynamischen Sitzens aus dem Büro ins Auto geholt. Senior Principal Engineer Thomas Dillinger erklärt das Konzept des Floating Seat.

Thomas Dillinger, Senior Principal Engineer, Seating Innovation Europe, Adient Engineering and IP GmbH, Burscheid
Thomas Dillinger, Senior Principal Engineer, Seating Innovation Europe, Adient Engineering and IP GmbH, Burscheid
(Bild: Adient)

Mit dem sogenannten Floating Seat hat Adient einen Autositz entwickelt, der das Gefühl vermittelt, frei zu schweben. Wie erreichen Sie dieses Sitzgefühl?

Thomas Dillinger: Hier kommen zwei Dinge zusammen. Zunächst ermöglicht der Sitz eine Drehbewegung, die wir in den Masseschwerpunkt gelegt haben, also ungefähr in den Beckenbereich des Fahrgastes. Darüber hinaus erfolgt diese Bewegung in einer genau definierten Geschwindigkeit. Ist die zu langsam oder zu schnell, fühlt sich die Bewegung in beiden Fällen unnatürlich an. Um die richtige Geschwindigkeit zu ermitteln, haben wir eine Reihe von praktischen Untersuchungen angestellt und die Ergebnisse dann in eine technische Lösung umgesetzt.

Wie sieht diese technische Lösung konkret aus?

Thomas Dillinger: Wir setzen ganz klassisch elektrische Antriebe ein, kombiniert mit Kraftsensoren, um die richtige Balance zu erreichen. Zunächst haben wir mit mechanischen Bauelementen, vor allem Rollen, gearbeitet. Sie ermöglichen eine freie Bewegung und lassen sich gezielt bremsen und steuern. Aber es gibt zwei große technische Herausforderungen: Zwar soll der Sitz sich beim Fahren frei bewegen, nicht aber, wenn das Fahrzeug etwa bremst oder in eine Kurve geht. Stattdessen wollten wir erreichen, dass sich der Sitz in eine definierte Position bringen lässt. Meldet der Beschleunigungssensor des Fahrzeugs eine Bremsung, kippt der Sitz nicht nach vorne, sondern behält seine Position.

Über den Autor

 Ute Drescher

Ute Drescher

Chefredakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht