Sensorik

Sensorik Leuze schließt Coronajahr mit vertretbarem Rückgang ab

Autor: Sariana Kunze

Verschmerzbarer Umsatzrückgang, kaum Kurzarbeit und ein eigenes Sicherheitskonzept: Der Sensorik-Anbieter Leuze zeigt sich mit dem Ergebnis für das Coronajahr 2020 zufrieden und will im Jahr 2021 wieder an das Wachstum vor der Pandemie anknüpfen. Wie Leuze die Herausforderungen der Coronakrise bewältigt.

Firmen zum Thema

Einen besonderen Fokus legt Leuze auf die Themenbereiche Safety und Smart Factory.
Einen besonderen Fokus legt Leuze auf die Themenbereiche Safety und Smart Factory.
(Bild: Leuze)

Gas geben und Bremsen im richtigen Maß und zum richtigen Zeitpunkt, das war für Ulrich Ballbach, CEO des Sensorherstellers Leuze, die große Herausforderung für das Jahr 2020. Anlässlich einer virtuellen Pressekonferenz zog er nun sein Fazit: „Unser Ergebnis kann sich sehen lassen“, erklärt der Firmenchef: „Ein Umsatzrückgang von 5 Prozent ist für das Coronajahr 2020 ein vertretbarer Rückgang.“ Das Unternehmen konnte einen Umsatz von 210 Mio. Euro erreichen, im Vorjahr waren es 222 Mio. Euro.

Ein Jahr aus der Leuze-Perspektive

Gestartet war der Sensorik-Anbieter in das Jahr 2020 erst besser als prognostiziert, trotz erster Lockdowns in Asien. Als dann China wieder aus seinem Winterschlaf erwachte und das öffentliche Leben in Europa heruntergefahren wurde, bestellten chinesische Kunden „wie verrückt - aus Angst vor dem Lockdown in Europa“, beschreibt Ballbach die Situation. Viele europäische Vertriebsgesellschaften konnten den Betrieb aufrecht erhalten und die sinkende Nachfrage im deutschen Maschinenbau noch kompensieren.

Im Juli und August erreicht das Unternehmen dann den Tiefpunkt. „Unsere Kunden hörten auf zu bestellen, denn sie konnten Maschinen nicht ausliefern bzw. nicht vor Ort in Betrieb nehmen“, fährt Ballbach fort. Wegen dieser Entwicklung musste nun auch Leuze in der zweiten Jahreshälfte für zwei Monate Kurzarbeit einführen. Anfang September begann die Nachfrage sanft anzusteigen und hielt bis Jahresende an. Insbesondere in Deutschland.

Wir sind von unserem Grundkonzept des Wechselschichtmodells nicht abgewichen.

Ulrich Ballbach, CEO Leuze

Mit Wechselschicht-Modell Kontakte um 70 Prozent reduziert

Besonders stolz ist Leuze auf das eigene und flexible Sicherheitskonzept. Das Unternehmen hat von seinen asiatischen Tochterunternehmen gelernt und ein alternierendes Wechselschicht-System, auch als „alternating Quarantine“ bezeichnet, mit einer Digitalisierungs-Offensive bereits Ende Februar 2020 implementiert. Mit diesem Konzept konnte Leuze nach eigenen Angaben die Kontakte seiner Mitarbeiter um 70 Prozent reduzieren.

Wachstumspotenziale voll ausschöpfen

Leuze sieht sich für die Zukunft breit aufgestellt und spürt beispielsweise die Krise in der Automobilindustrie kaum. Denn die Leuze-Sensoren werden nicht in den Fahrzeugen verbaut, sondern in den Automotive-Werken. „Für uns ist der Antrieb eines Pkw nicht relevant“, kommentiert Ballbach.

Bedeutende Wachstumspotenziale sieht das Unternehmen mit Sitz in Owen in der Verpackungsindustrie, der Intralogistik und der Laborautomation. „Gerade in den letzten beiden Bereichen haben wir durch Corona sogar massiv gewonnen“, sagt der CEO.

Im vergangenen Jahr investierte das Unternehmen weiterhin in neue Mitarbeiter, derzeit insgesamt 1.200, und internationale Strukturen: So gründete Leuze eine eigene Vertriebsgesellschaft in Kattowitz in Südpolen und eröffnete ein neues internationales Distributionszentrum in Unterlenningen, nahe des Firmensitzes in Owen. Seit Juli 2020 werden von dort aus alle europäischen Kunden und internationalen Tochtergesellschaften beliefert.

Leuze investiert: Produktionsstandort in Malaysia

Um der großen Nachfrage aus den asiatischen Märkten nachkommen zu können, investiert Leuze zudem in einen neuen internationalen Produktionsstandort in Melaka, Malaysia. Die erste Ausbaustufe soll bis zum ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein.

Zuversicht für das Jahr 2021

Leuze hält auch weiterhin an seinen Wachstumsplänen fest, will in den nächsten Jahren den Umsatz erneut verdoppeln. In diesem Jahr will sich der Sensorhersteller auf das künftige Wachstum vorbereiten, Prozesse prüfen und Wachstumspotenziale ausschöpfen. „Wir sind mit Vollgas in das neue Jahr gestartet und verfolgen das Ziel, im Jahr 2021 wieder an unsere Vor-Corona-Wachstums-Phase anzuknüpfen“, erklärt Ballbach abschließend.

(ID:47083923)

Über den Autor

 Sariana Kunze

Sariana Kunze

Fachredakteurin Automatisierung, Vogel Commnications Group GmbH & Co. KG