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Gehäuse Kundenindividuelle Blechgehäuse für Glasfaserverbindungen

| Autor/ Redakteur: Matthias Jungbeck / Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Stadtwerke und Telekom bauen derzeit kontinuierlich die Glasfaserverbindungen zu den Endkunden aus. Die Glasfaserverbindung zum Schreibtisch und Rack übernimmt die ZVK GmbH, die sich in diesem Bereich zusätzlich mit einer neuen Business Unit positioniert: Gemeinsam mit der Berthold Sichert GmbH erstellt das Unternehmen kundenindividuelle Gehäuse.

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Die H.D.S.-Spleißbox der ZVK GmbH wurde in einem Gemeinschaftsprojekt zum Glasfaserausbau in einem mittelständischen Unternehmen mit einem Blechgehäuse der Berthold Sichert GmbH kombiniert.
Die H.D.S.-Spleißbox der ZVK GmbH wurde in einem Gemeinschaftsprojekt zum Glasfaserausbau in einem mittelständischen Unternehmen mit einem Blechgehäuse der Berthold Sichert GmbH kombiniert.
(Bild: Zellner GmbH)

Bis 2025 strebt die Regierung deutschlandweit den Ausbau gigabitfähiger, konvergenter Netzwerke an. Übertragungsgeschwindigkeiten von Daten in den Terabit-Bereich sowie geringe Leistungsverluste und Störungen durch elektromagnetische Einflüsse sind positive Eigenschafen dieser Technologie. Stadtwerke und Telekom übernehmen die Ausstattung mit Glasfaserverbindungen bis zum Endkunden. Für die Verbindung zum Schreibtisch und Rack ist u.a. die ZVK GmbH zuständig. Durch die Zusammenarbeit mit der Berthold Sichert GmbH hat das Unternehmen nun sein Portfolio noch weiter ausgebaut und bietet kundenindividuelle Gehäuse an.

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Blechgehäuse und Spleißbox kombinieren

Die Kernkompetenz Sicherts liegt in der Entwicklung funktionaler Lösungen – beginnend mit dem ersten Projektgespräch über den Musterbau, die Fertigung von Prototypen oder individuellen Sonderlösungen und Einzelstücken bis hin zu Großserien. Das passende Gehäuse zu den angefragten Spezifikationen kann das Unternehmen durch seine eigene Kunststoff-Spritzguss-Fertigung und das interne Blechbearbeitungszentrum anbieten. Infolge einer Kundenanfrage für eine kosteneffiziente Lösung im Bereich des FTTX-Ausbaus (FTTX bedeutet „Fiber to the“, also „Glasfaser bis” und ist der Oberbegriff für Glasfaseranschluss-Techniken bis zum Endverbraucher. Das „X“ steht als Platzhalter für die jeweilige Ausbautiefe) für ein mittelständisches Unternehmen, musste das Unternehmen für jenes Innenleben allerdings auf einen Partner setzen: Die H.D.S.-Spleißbox der ZVK stellte dabei die passenden Komponenten. Sie besteht aus einem Sockel als Bündelablage, dem Kassettenträger, sowie 24 Spleißkassetten. Nach Absprache können sie zusammengestellt und auf Wunsch komplett montiert geliefert werden.

Die beiden Unternehmen starteten eine Zusammenarbeit: In der Planungsphase wurde in Kooperation eine neue Blechlösung entwickelt, die auf der Grundkonzeption der ZVK-Lösung aufbaute. Dabei wurde ein Grundträger für bis zu 48 Klappspleißkassetten entwickelt, wobei für den Bündelzugabfang das ZVK-Prinzip verwendet wurde. Diese Kassetten eignen sich für zahlreiche Anwendungen, wie etwa die Verbesserung der Bandbreite im Kernnetz.

ZVK verwendet im eigenen Hause die Software von Autodesk Inventor. Dies bietet die Möglichkeit, alle gängigen 3D-Konstruktionsdatentypen auszutauschen. Somit ist eine sehr offene Zusammenarbeit der beiden Unternehmen gegeben. Ein weiterer großer Vorteil besteht im Technik-Team der ZVK, bei dem sowohl die Konstruktion als auch die Arbeitsvorbereitung angesiedelt ist und folglich Musterbauten in sehr kurzen Durchlaufzeit abzubilden sind.

Optimaler Produktionsablauf dank enger Zusammenarbeit

Somit kann in einer sehr frühen Projektphase über die Produktionsart entschieden werden. Als Möglichkeiten bieten sich die beiden Maschinen vor Ort an, so kann etwa auf der Stanz-Laser Kombimaschine Trumpf Trumatic 1000 oder auf der Revolverstanzmaschine Amada AE-2510 NT gefertigt werden. Jede Maschine hat ihre individuellen Vorteile, wenn zum Beispiel für einen Musterbau spezielle Ausbrüche benötigt werden, dann wird in der Regel auf der Trumatic 1000 gefertigt. Für die Serienfertigung werden in der Regel Sonderwerkzeuge erstellt. Unter anderem für die Einbindung von Gewinden direkt auf der Stanzmaschine, womit Zeiten für das Einpressen sowie Einpressteile gespart werden können. Ebenso sind viele Sonderwerkzeuge für die Abkantpresse von Amada und Trumpf verfügbar. Schließlich können viele unterschiedliche Bleche zur Auswahl angeboten werden, darunter Aluminium blank bis hin zu eloxiert, verzinkter Stahl und Edelstahl in den gängigen Dicken von 1,0 mm bis 2,5 mm. Ebenfalls möglich ist, durch Faserlaser das für Kunden beigestelltes Baumetall zu verarbeiten.

Bei weiteren Prozessen steht alternativ die Möglichkeit des Punktschweißens oder Verschraubens zur Auswahl. Letztere empfiehlt sich für Systeme, die modular bleiben sollen. Die zusätzliche Zugentlastungsklemmen und Führungen für Faser- und Kabelablage zur Befestigung und späteren Aufnahme der Glasfaserkabel können ebenfalls in der hauseigenen Pulverbeschichtungsanlage fertiggestellt werden. Spleißkassetten werden von der ZVK GmbH auf eigenen Spritzwerkzeugen hergestellt und in der aktuellen Kooperation verwendet.

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* Matthias Jungbeck ist Product Line Manager & Engineering bei der ZVK GmbH.

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