PLM

Kontrolle über Produktdaten und Freigabeprozesse

| Redakteur: Monika Zwettler

Muhr & Bender ist Spezialist für Feder- und Leichtbaukomponenten für die Automobilindustrie. Für das Produktdatenmanagement und Freigabeprozesse setzt das Unternehmen auf PLM-Software.
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Muhr & Bender ist Spezialist für Feder- und Leichtbaukomponenten für die Automobilindustrie. Für das Produktdatenmanagement und Freigabeprozesse setzt das Unternehmen auf PLM-Software. (Bild: Mubea)

Konsistente Daten vom Entwurf bis zur Auslieferung bereitstellen und dokumentieren – das ist eine Herausforderungen für alle Branchen. PLM-Systeme helfen hier.

Product Lifecycle Management bedeutet, Entwicklungsdaten vom ersten Entwurf über die Fertigungsunterlagen bis zur Beschreibung des ausgelieferten Produkts stets aktuell und auf einem gültigen Stand bereitzustellen - bei Serienprodukten über alle Änderungszyklen hinweg. Falls erforderlich, muss dies auch kontinentübergreifend funktionieren. In der Automobilindustrie und bei den Zulieferern ist dies gar der Normalfall. So auch bei Muhr & Bender, Spezialist für hoch beanspruchbare Federkomponenten und Leichtbau in der Automobilindustrie.

Dubletten von Anfang an ausschließen

Zwei CAD-Systeme – Catia V5 und Solid Edge ST7 – für 100 Konstrukteure aus den Geschäftsbereichen Fertigungstechnologien, Motorkomponenten und Fahrwerksfedern sind bei Mubea in die PLM-Lösung Pro.File eingebunden. Neben den Konstrukteuren arbeiten rund 400 weitere Beschäftigte aus Entwicklung, Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Einkauf, Vertrieb und Qualitätssicherung mit dem PLM-System.

Die Konstruktionsabteilung erzeugt im PLM-System alle technischen Artikel, klassifiziert sie nach eCl@ss und überträgt sie anschließend nach SAP. So führt Mubea in beiden Systemen die gleiche Struktur in den Produktstammdaten, was Dubletten gar nicht erst entstehen lässt. Im Stammdatenmanagement nimmt das PLM-System die Rolle einer Datendrehscheibe zwischen Entwicklung, Beschaffung, Fertigung, Service und Vertrieb ein. Durch Bereitstellung der industrieweit anerkannten Klassifizierung der eigenen Produkte nach eCl@ss spart Mubea Zeit und Geld.

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Dokumentation der Prozesse

Im seinem Geschäftsbereich Motorkomponenten entwickelt Mubea Serienprodukte. Die Entwicklungsunterlagen durchlaufen dabei einen strikten Prüf- und Freigabeprozess mit den Stufen „in Konstruktion“, „in Prüfung“, „Zeichnung geprüft“, „Erstmusterprüfung“, „Erstmusterfreigabe“, „Freigabe für Serienfertigung“ und „endgültige Freigabe für Fertigung“. Diese letzte Freigabe für die Serienfertigung findet in der Qualitätssicherung statt. Die dazwischen liegenden Prüf- und Freigabeverfahren nehmen unterschiedliche Teams vor, die an den Statusübergängen jeweils Zugriff auf die erforderlichen Daten und Dokumente im PLM-System erhalten. Ein manueller Versand von Dokumenten ist somit nicht mehr erforderlich. Die Workflowsteuerung des PLM-Systems stellt sicher, dass die einzelnen Arbeitsschritte wie festgelegt eingehalten werden. Zusätzlich übernimmt das System die Dokumentation des Prozesses.

Zentrale Plattform für Datenaustausch

Eine weitere PLM-Herausforderung hat Mubea ebenfalls realisiert: Der Austausch technischer Dokumente mit externen Partnern. Er findet über die Plattform Proom von Procad statt. „Ausgangspunkt dafür war, dass unsere Konstrukteure und Entwickler Baugruppen mit Entwicklungspartnern austauschen wollten“, berichtet Marc Gajewski, bei Mubea verantwortlich für das Produkt- und Stammdatenmanagement. Der Anstoß kam also weniger aus der IT als direkt aus der Fachabteilung. Bislang waren E-Mail und FTP im Unternehmen die gebräuchlichen Transportwege für technische Dokumente aus dem CAD- und Konstruktionsbereich. Teilweise wurden auch Freeware-Angebote genutzt.

Nachteile verschiedener Datenaustausch-Verfahren

Alle Verfahren weisen aber deutliche Nachteile auf: E-Mail-Verkehr ist unsicher und für große Dateien wenig geeignet. Beim FTP-Transfer werden Dateiversionen unkontrolliert überschrieben. Die Protokollierung des Austauschprozesses ist unzureichend, ferner ist nur Up- und Download möglich.

Weil Proom die branchentypischen Anforderungen im Maschinen- und Anlagenbau abdeckt und zudem direkt an das PLM-System angebunden ist, entschied sich Mubea für diese Lösung. Das System läuft auf den eigenen Servern in der Mubea-IT-Abteilung. So will man die Daten jederzeit unter Kontrolle halten.

Die Konstruktions- und Entwicklungsabteilung war die erste, die produktiv mit der Lösung zu arbeiten begann. Sie tauscht über sogenannte virtuelle Projekträume heute große CAD-Dateien und sonstige Dokumente mit externen Konstruktionsbüros sowie weiteren Partnern bzw. Benutzergruppen aus. Auch das Marketing nutzt das System, um Unternehmenspräsentationen oder Filme an externe Grafikpartner zu übermitteln. Knapp 300 interne und externe User bei Mubea realisieren auf diese Weise ihren Daten- und Dokumentenaustausch mittlerweile über die Plattform. (mz)

Warum Projektdokumente nicht ins Dateisystem gehören

Mit dieser Fragestellung haben sich Sascha Müsebeck und Stefan Kühner von Procad in einem Webinar befasst:

Die Aufzeichnung finden Sie hier.

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