Elektrifizierte Fahrräder Kommen neue EU-Gesetze für E-Bikes?

Quelle: pd-f

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Die EU-Kommission plant eine Neuordnung der Fahrzeugklassen und will damit die Gesetze für E Bikes anpassen. S-Pedelecs und Lastenräder könnten in Zukunft neue Regelungen bekommen. Für Pedelec-Nutzer wird sich vorerst nichts ändern.

(Bild: pikselstock - stock.adobe.com)

Wenn neue Fahrzeugtypen auf den Markt kommen, braucht es europaweit einheitliche Fahrzeugklassen, um sichere und umsetzbare Regeln zu schaffen und dadurch die Sicherheit der Produkte zu gewährleisten. Deshalb plant die Europäische Kommission eine Neuordnung der Fahrzeugkategorien. Im Fokus stehen zwei Kernthemen für die künftige Mobilität: Lastenrad und S‑Pedelec. Bisher haben Pedelecs eine Sondergenehmigung, weshalb sie rechtlich als Fahrräder und nicht als Kleinkraftrad bzw. Light Electric Vehicle (LEV) gelten. Der Pressedienst-Fahrrad (pd-f) sprach mit drei Experten zu den möglichen Änderungen.

Lastenräder zum Personentransport?

„Lastenräder sprengen die aktuellen Standardisierungsfragen. Es gibt beispielsweise noch keine Regulierung für das Gesamtgewicht oder die Länge von Lastenrädern“, sagt Arne Behrensen, Geschäftsführer der Internetplattform Cargobike.jetzt und Fachmann rund um das Thema. Dabei böten Lastenräder große Chancen bezüglich neuer Räume und Perspektiven beim Liefer- und Privatverkehr. Dafür müssten jedoch die Rahmenbedingungen stimmen. Das Problem: Unter dem Begriff Lastenrad werden momentan viele Produkte subsummiert, die kaum einen Bezug zueinander haben. Die Terminologie ist laut Ansicht der Experten irreführend, denn es gehe neben Lastentransport auch um die Beförderung von Personen. Hierfür gibt es bisher keine Standards.

Als Vorschlag steht laut pd-f im Raum, in Zukunft zwei unterschiedliche Gewichtsklassen von Lastenrädern einzuführen. Eine soll bis max. 300 Kilogramm und eine bis 550 bzw. 600 Kilogramm Gesamtgewicht gelten. Da ein derart schweres Lastenrad kaum mit einem 250-Watt-Motor angetrieben werden kann, sind auch hier Änderungen bei der Typisierung einzuplanen.

S‑Pedelecs auf Radwegen?

Im Gegensatz zu Pedelcs gelten die bis zu 45 Kilometer pro Stunde schnellen S-(Speed)-Pedelecs als Kleinkraftrad und dürfen deshalb in Deutschland nicht auf Radwegen gefahren werden und brauchen ein Versicherungskennzeichen. In Bezug auf die Verkehrswende wird ihnen jedoch eine wichtige Rolle und große Zukunft prognostiziert – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die aktuellen Regelungen behindern jedoch nach Meinung des Experten Markus Riese, Gründer und Gesellschafter beim E‑Bike-Spezialisten Riese & Müller, die Weiterverbreitung der Fahrzeuge in vielen Teilen Europas. In Belgien und der Schweiz, wo eine Radwegenutzung erlaubt ist, seien die Verkaufszahlen deutlich höher als in Deutschland.

Rieses Vorschlag: Die Entscheidung über eine Radwegenutzung sollte den Kommunen überlassen werden. Breite Mountainbike-Lenker oder die Fahrzeugbreiten von Lastenrädern müssten seiner Meinung nach bei der Planung und Konzeption von Radwegen ebenso berücksichtigt werden, wie Fahrzeuge für Menschen mit Handicap, die oft dreirädrig sind.

Neue Fahrzeugklassen vermutlich erst in drei Jahren

Nach Angaben des pd-f werden auf EU-Ebene in den nächsten Monaten immer wieder Untersuchungen durchgeführt, die Auswirkungen und Änderungen mit sich bringen könnten. Die jetzt angestoßene Standardisierung für neue Fahrzeugklassen wird vermutlich noch rund drei Jahre dauern, bevor Entscheidungen fallen. „Das wird den Markt nicht behindern, sondern für mehr Klarheit sorgen, so dass Fahrzeuge passend entwickelt werden können“, so Tim Salatzki, Leiter Technik und Normung beim Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Für den Großteil der Pedelec-Fahrer werde sich, Stand jetzt, jedoch nichts ändern.

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