Lieferkette Kabelhersteller kämpfen mit Problemen bei der PVC-Versorgung

Redakteur: Katharina Juschkat

Europaweit wird die PVC-Versorgung knapp, was vor allem Kabel- und Leitungshersteller trifft. Der ZVEI warnt vor Lieferengpässen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

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PVC wird in der Kabelherstellung als Isolier- und Mantelmaterial verwendet. Ohne das Material können keine Kabel und Leitungen hergestellt werden.
PVC wird in der Kabelherstellung als Isolier- und Mantelmaterial verwendet. Ohne das Material können keine Kabel und Leitungen hergestellt werden.
(Bild: ©vinap - stock.adobe.com)

Kabel- und Leitungshersteller haben europaweit mit Lieferproblemen zu kämpfen. Vor allem bei PVC (Polyvinylchlorid) gibt es Nachschubprobleme, berichtet der ZVEI.

Für was die Kabelindustrie PVC braucht

PVC wird von der deutschen und europäischen Kabelindustrie als Isolier- und Mantelmaterial verwendet und insbesondere in Produkten für Industrieanwendungen, Hausgeräte, Gebäudeinstallation, Energie- und Kommunikationsnetze sowie Fahrzeugleitungen eingesetzt.

Warum PVC knapp ist

Die Gründe für die Knappheit sind verschieden. Zum einen ist PVC aktuell auf dem europäischen Markt nur stark eingeschränkt verfügbar. Das liegt daran, dass es Ende vergangenen Jahres bei mehreren europäischen PVC-Herstellern neben geplanten Abschaltungen zu zahlreichen sogenannten Force Majeure, also Situationen, die „unerwartet und außerhalb der Kontrolle“ der Betreiber waren. Hierdurch entstanden Produktionsausfälle und -stillstände.

Auch wenn ein Teil dieser Anlagen wieder in Betrieb ist, bleibt das Angebot aufgrund anstehender Anlagenrevisionen knapp. Trotz der Ankündigung der Erzeuger, Bestände aufzubauen, um die Produktionsausfälle während der Wartungsarbeiten zu überbrücken, bleibt die Versorgungssituation bei PVC insgesamt problematisch.

Import aus dem Weltmarkt schwierig

Gleichzeitig ist die Nachfrage nach PVC auf dem Weltmarkt weiterhin stabil, was den Ersatz der Ausfälle durch Importe erschwert. In den USA beispielsweise sorgen ähnliche Versorgungsprobleme vor Ort und eine hohe Nachfrage durch den Bausektor dafür, dass Importmöglichkeiten deutlich eingeschränkt sind.

Darüber hinaus besteht auch bei anderen Standardmaterialien wie PE (Polyethylen), PP (Polypropylen) und EVA (Ethylenvinylacetat) als Vorprodukte der verarbeitenden Industrie eine extreme Unterversorgung, welche aktuell die gesamte Marktsituation prägt.

Ohne PVC kein Endprodukt.

Sebastian Glatz, Fachverbandsgeschäftsführer Kabel und isolierte Drähte, ZVEI

Kabel- und Leitungshersteller essentiell

An der inländischen PVC-Verarbeitung macht die deutsche Kabelindustrie nur drei Prozent aus. Dennoch warnt der ZVEI: Der Anteil am Gesamtmarkt mag niedrig sein und die Kabelindustrie daher für die Kunststoffindustrie als Abnehmer weniger attraktiv sein – ihr Beitrag zur Aufrechterhaltung der wichtigen Energie- und Kommunikationsnetze jedoch ist essenziell.

„Die im ZVEI organisierten Kabel- und Leitungshersteller tun ihr Möglichstes zur Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit, aber ohne PVC kein Endprodukt“, sagt Sebastian Glatz, Fachverbandsgeschäftsführer Kabel und isolierte Drähte im ZVEI. „Beim Wiederanlauf der PVC-Produktion und den darauffolgenden Auslieferungen sollte die Bedeutung unserer Produkte unbedingt berücksichtigt werden.“

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