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Werkstückspannung

Intelligente Spannlösung aus dem Baukasten hilft Automatisierer

| Redakteur: Jan Vollmuth

Mit einem Spannkonzept auf Basis des Systembaukastens von Schunk schöpft ein Automatisierungsspezialist für den Tiefbau das Potenzial seines Dreh-Fräs-Zentrums voll aus und schafft die Voraussetzungen für die technologische Weiterentwicklung des Produktprogramms.

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Bei Grundbaurahmen für Wechseladapter sind die Spannbolzen Vero-S von Schunk für die Werkstückdirektspannung bereits konstruktiv berücksichtigt. Die Spannung erfolgt unmittelbar auf den erhöhten Vero-S WSK plus Modulerhöhungen.
Bei Grundbaurahmen für Wechseladapter sind die Spannbolzen Vero-S von Schunk für die Werkstückdirektspannung bereits konstruktiv berücksichtigt. Die Spannung erfolgt unmittelbar auf den erhöhten Vero-S WSK plus Modulerhöhungen.
(Bild: Schunk GmbH & Co KG)

Da rauchten die Köpfe: Nachdem die MTS Maschinentechnik Schrode AG in ein SHW Uni Speed 5T Fräs-Dreh-Zentrum investiert hatte, entwickelte Fertigungsleiter Florian Unmuth in enger Zusammenarbeit mit Schunk-Fachberater Peter Rössler und den Spezialisten am Schunk Kompetenzzentrum für Drehtechnik und stationäre Spannsysteme in Mengen ein intelligentes Spannkonzept, um die Potenziale der kombinierten Fräs-Drehbearbeitung optimal auszuschöpfen.

Tiefbau automatisieren

Die MTS Maschinentechnik Schrode AG aus Hayingen ist Spezialist für Automatisierungsstrategien im Tiefbau und Effizienzsteigerung auf Baustellen. So können Bauunternehmen mit dem von MTS entwickelten Bodenaufbereitungsverfahren bis zu 80 Prozent der Bodenmanagementkosten einsparen. Bei hydraulischen Anbauverdichtern zählen die Schwaben zu den führenden Unternehmen.

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Um am Markt möglichst flexibel agieren zu können und Kundenwünsche, Serviceaufträge sowie die Ideen aus dem Bereich Konstruktion und Entwicklung zeitnah auf hohem Qualitätsniveau zu realisieren, setzt MTS Geschäftsführer Rainer Schrode auf Eigenfertigung. Mit der Investition in ein SHW UniSpeed 5T Fräs-Dreh-Zentrum war es möglich, eine flexible Produktion von Einzelstücken, kleinen und mittleren Serien zu realisieren.

Basis aus dem Baukasten

Basis für das von Florian Unmuth und Peter Rössler für diese Anlage entwickelte Spannkonzept bildet das Nullpunktspannsystem Schunk Vero-S sowie das standardisierte Schunk-Baukastensystem für die effiziente Werkstückspannung. Über 1000 Kombinationsmöglichkeiten umfasst das Programm laut Schunk. Es bietet damit eine hohe Investitionssicherheit und viel konstruktiven Spielraum für künftige Aufgaben. Fertigungsleiter Florian Unmuth macht keinen Hehl daraus, dass er selbst in die vielfältigen Möglichkeiten des Baukastens hineinwachsen musste: „Die einzelnen Spannlösungen haben sich Schritt für Schritt ergeben und mit ihnen die Möglichkeit, die Maschine wirklich in vollem Umfang zu nutzen“, berichtet er.

Hauptziel des Konzepts sei zunächst gewesen, ein Hermle C50 U 5-Achs-Fräszentrum im Bereich runder Teile mit einem Durchmesserspektrum von 100 mm bis 300 mm zu entlasten. Zugleich sollte unter dem Gesichtspunkt einer langfristigen Planung Spielraum für die Bearbeitung von Werkstücken mit größeren Spanndurchmessern geschaffen werden.

In Großfutter verwandelt

Die Spannmittelwahl fiel daher auf das Handspannfutter Schunk Rota-S Flex, ein flexibles Leichtgewicht, das ein Drehfutter der Baureihe Schunk Rota-S plus mit verlängerten Führungsbahnen kombiniert und auf diese Weise in ein leichtes und flexibel einsetzbares Großfutter verwandelt. Im Vergleich zu konventionellen Drehfuttern für große Spanndurchmesser sinkt das Gewicht mit Rota-S Flex um bis zu 60 %, was gerade der kombinierten Fräs-Drehbearbeitung zugutekommt. Zudem bleibt aufgrund der geringen Bauhöhe jede Menge Platz für das Werkstück, den Orthogonalkopf und die Werkzeuge.

Zur Bearbeitung kleiner Teile können die verlängerten Führungsbahnen demontiert werden, wodurch die Zugänglichkeit der Werkstücke im Vergleich zur Spannung auf konventionellen Großfuttern deutlich verbessert wird. „Wir profitieren von der Genauigkeit des 315er Futters und haben zugleich den 700er Spannbereich eines großen Futters“, sagt Schunk Fachberater Peter Rössler.

Diese Vorgehensweise zeigte Wirkung: Das Teilespektrum sei in Folge rasch gewachsen, so Unmuth. „Mit der Investition in die Maschine und in die Spannmittel konnten wir die Komplexität des kombinierten Drehens und Fräsen nutzen und Teile realisieren, die zuvor nicht denkbar waren“, erläutert der Fertigungsleiter.

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