Mobilität Intelligente Fahrzeuge im Stadtverkehr der Zukunft

Redakteur: Juliana Pfeiffer

Head-up-Display in der Windschutzscheibe, vernetzte Simulationswelten, das taktische Verhalten von Radfahrern und grüne Welle für Lkw: Diese und weitere Technologien hat die Technische Universität München (TUM) bei der Abschlussveranstaltung des Forschungsverbundes "UR:BAN" auf der Messe in Düsseldorf präsentiert.

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Versuch am Fahrsimulator zum Head-up-Display
Versuch am Fahrsimulator zum Head-up-Display
(Bild: Uli Benz/TU München)

Immer mehr Menschen zieht es in die Städte, gleichzeitig steigt auch das Bedürfnis, immer mobil sein zu können. Das Verbundprojekt "UR:BAN" arbeitet an Möglichkeiten, den Verkehr in der Stadt sicherer und effizienter zu gestalten. Dabei befassen sich die 31 Partner aus Industrie und Forschung mit drei Hauptthemen: Kognitive Assistenz, Vernetztes Verkehrssystem und Mensch im Verkehr. "UR:BAN" wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Mensch und Maschine: Kommunikation ist alles

"Fahrerassistenzsysteme sollen den Menschen vor allem unterstützen, ohne von der Hauptaufgabe Fahren abzulenken", erklärt Prof. Klaus Bengler vom Lehrstuhl für Ergonomie und Leiter der Projektsäule "Mensch im Verkehr". Ziel im Projekt "UR:BAN" sei es, dass der Fahrer weiterhin aktiv am Verkehrsgeschehen beteiligt ist. Erkennen die Systeme aber, dass eine Kollision bald unvermeidlich ist und der Fahrer nicht reagiert, greifen sie ein, zum Beispiel mit einer Notbremsung. "Es ist eine der größten Aufgaben innerhalb des Forschungsprojektes, diesen Zeitpunkt richtig zu treffen."

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Wichtig ist vor allem eine optimale Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. "Im Umfeld des Verkehrsgeschehens steht mittlerweile ein bisher ungeahnter Umfang an Informationen zur Verfügung", sagt Bengler. "Unterschiedliche Systeme wie die Routenplanung und die Kollisionsvermeidung müssen aufeinander abgestimmt sein und dürfen sich nicht gegenseitig dazwischen funken."

Optische und haptische Informationen als Gesamtkonzept

Das Teilprojekt "Mensch-Maschine-Interaktion" beschäftigt sich daher mit der Darstellung der Informationen. Am Lehrstuhl für Ergonomie arbeiten die Wissenschaftler an einem Informationssystem, in dem die Komponenten Head-up-Display, aktives Gaspedal und Instrumenten-Cluster aufeinander abgestimmt werden. Beim Head-up-Display wird die Information in die Scheibe eingespiegelt und schwebt damit sozusagen vor dem Fahrzeug. "Das hat viele Vorteile", erklärt Bengler. "Der Fahrer muss seinen Blick nicht von der Straße abwenden und kann trotzdem die Informationen wahrnehmen."

Die Darstellungen im Head-up-Display müssen übersichtlich angeordnet sein, daher teilten die Wissenschaftler die Anzeige in drei Cluster auf. Links werden dynamische Informationen wie die aktuelle Geschwindigkeit eingeblendet, in der Mitte Anzeigen der Fahrerassistenzsysteme, und im rechten Bereich ist die Navigation zu finden. Im Instrumentencluster werden zusätzlich Informationen wie die Tankanzeige oder die Motortemperatur angezeigt. Ergänzt werden diese optischen Hinweise mit haptischen Informationen, die durch ein aktives Gaspedal oder Lenkrad gegeben werden können. "Der Fahrer spürt, dass das Gaspedal verzögert und kann auf dem Display sehen, warum."

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