3D-Druck

HP will 3D-Metall-Druck massentauglich machen

| Redakteur: Katharina Juschkat

HP steigt in den 3D-Metall-Druck ein.
HP steigt in den 3D-Metall-Druck ein. (Bild: HP)

Um hochwertige Metallteile in hohen Stückzahlen kostengünstig herzustellen, hat HP jetzt seine Metal Jet Technology vorgestellt. Erste Kunden der Technologie sind unter anderem Volkswagen.

Es soll die fortschrittlichste 3D-Drucktechnologie für die Herstellung von hochwertigen Metallteilen in hohen Stückzahlen sein, die HP auf der International Manufacturing Technology Show vorgestellt hat. Der HP Metal Jet soll eine bis zu 50-fach höhere Produktivität bei niedrigeren Kosten im Vergleich zu anderen 3D-Druckverfahren bieten.

Dafür arbeitet HP mit GKN Powder Metallurgy zusammen, um mithilfe der neuen Technologie funktionale Metallteile für Automobil- und Industrieführer wie Volkswagen und Wilo herzustellen. GKN ist ein weltweit führender Hersteller von Materialien und Produkten mit pulvermetallurgischen Technologien. Das Unternehmen produziert mehr als drei Milliarden Komponenten pro Jahr und erwartet, bereits im nächsten Jahr Millionen von produktionsreifen Metal-Jet-Teilen für seine Kunden in allen Branchen zu drucken.

Dion Weisler, der CEO von HP, erklärt: „Allein der Automobil-, Industrie- und Medizinsektor produziert jährlich Milliarden von Metallteilen. Unsere neue Metal Jet 3D-Druckplattform ermöglicht die Geschwindigkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit, damit unsere Kunden die Art und Weise, wie sie neue Lösungen im digitalen Zeitalter entwerfen, herstellen und bereitstellen, völlig neu überdenken können.“

Volkswagen setzt langfristig auf Metall-3D-Druck

Volkswagen integriert HP Metal Jet in seine langfristige Design- und Produktions-Roadmap. Mittels Metall-3D-Druck können beispielsweise individualisierte Schlüsselanhänger massentauglich produziert werden. Der Mehrjahresplan von Volkswagen für den Einsatz von HP Metal Jet umfasst auch die Produktion von leistungsfähigeren Funktionsteilen mit hohen strukturellen Anforderungen wie Schaltknäufe und Spiegelhalterungen. Auch für die Leichtbauweise bei E-Fahrzeugen könnte die Technologie genutzt werden.

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„Die Automobilindustrie wird revolutioniert – die Kunden erwarten nicht nur eine Personalisierung, sondern bis 2025 werden die Marken des Volkswagen-Konzerns 80 neue Elektrofahrzeuge eingeführt haben“, sagt Dr. Martin Goede, Leiter der Technologieplanung und -entwicklung bei Volkswagen. „Ein einziges Auto besteht aus 6.000 bis 8.000 verschiedenen Teilen. Ein großer Vorteil einer 3D-Druck-Technologie wie Metal Jet ist, dass wir viele dieser Teile herstellen können, ohne zuvor Fertigungswerkzeuge bauen zu müssen.“

Massenproduktion mit 3D-Druck

GKN Powder Metallurgy nutzt die Metal Jet-Technologie auch, um für den Pumpenhersteller Wilo kostengünstige Industrieteile mit höherem hydraulischen Wirkungsgrad herzustellen. Wilo stellt mittels Metall-3D-Druck erste hydraulische Teile wie Laufräder, Diffusoren und Pumpengehäuse mit stark variierenden Abmessungen her, die starken Saug-, Druck- und Temperaturschwankungen standhalten müssen.

„Wir befinden uns am Wendepunkt einer aufregenden neuen Ära, aus der es kein Zurück mehr geben wird: die Zukunft der Massenproduktion mit 3D-Druck. Die neue Metal Jet-Technologie von HP ermöglicht es uns, unser Geschäft auszuweiten, indem wir neue Möglichkeiten nutzen, die bisher kostspielig waren“, sagte Peter Oberparleiter, CEO von GKN Powder Metallurgy.

HP startet 3D-Druck-Service

Zudem hat HP einen Metal Jet Production Service ins Leben gerufen, mit dem Kunden weltweit schnell neue 3D-Teile entwickeln, Endteile in Serie herstellen und Metal Jet in ihre langfristigen Produktions-Roadmaps integrieren können.

Ab 2019 sollen Kunden 3D-Konstruktionsdateien hochladen und Industrieteile in großen Mengen erhalten können, teilt das Unternehmen zudem mit. Die Teile werden von den HP-Partnern GKN Powder Metallurgy und Parmatech produziert. Kommerzielle HP Metal-Jet-Lösungen sollen zu einem Preis von unter 399.000 US-Dollar ab 2021 erhältlich sein.

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