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Die analoge Lösung Home Office mal anders

Redakteur: Jürgen Schreier

Das vermutlich ungewöhnlichste Home Office der Republik hat Alexander Studinger. Der Mitarbeiter des badischen Materialflusstechnik-Herstellers FAB hat seinen Schweißarbeitsplatz auf einen Hänger gepackt und schweißt jetzt zuhause - in seiner Home-Werkstatt.

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Alexander Studinger beweist: Home Office geht nicht nur digital.
Alexander Studinger beweist: Home Office geht nicht nur digital.
(Bild: FAB)

Schreibtisch, Notebook, Router - dann geht es via VPN ins Firmennetz. So oder so ähnlich stellt man sich das typische Home Office in Corona-Zeiten vor. Aber: Es geht auch anders.

Auch bei der FAB Fördertechnik und Anlagenbau GmbH in Waldshut-Tiengen erfordern außergewöhnliche Umstände außergewöhnliche Maßnahmen. Mitarbeiter Alexander Studinger, Industriemechaniker und ausgebildeter Schweißer arbeitet seit einigen Tagen im Home-Office oder besser: in der Home-Werkstatt.

Arbeiten (fast) wie in der Firma

Denn die Arbeitsstation, an der er die Mischwellen für FAB-Kunden zusammenschweißt, steht in seiner eigenen Werkstatt neben dem Wohnhaus im südbadischen Albbruck, Landkreis Waldshut. „So etwas ist fast unmöglich, aber wir müssen uns anpassen“, erklärt Geschäftsführer Werner Späth stolz. Die Idee sei von Studinger selbst ausgegangen, der an seinem Wohnort über eine voll ausgestattete Werkstatt inklusive Schweißtisch, Feuerlöscher und Verbandskasten verfügt.

Die technische Ausrüstung wurde auf einen Anhänger gepackt und dann ging's ab in die Home-Werkstatt.
Die technische Ausrüstung wurde auf einen Anhänger gepackt und dann ging's ab in die Home-Werkstatt.
(Bild: FAB)

FAB-Geschäftsführer Späth und ein Sicherheitsingenieur prüften die Verhältnisse und gaben dann das „Go“ für die Aufrüstung. Per Anhänger wurden Schweißgerät, Absauganlage, Sicherheitskleidung und einige Materialien herbeigeschafft und in Studingers ungewöhnlichem Home Office installiert.

Nun arbeitet der junge Schweißer zuhause – unter nahezu klassischen Rahmenbedingungen für Home-Office-Arbeit: feste Auftragszuordnung mit freier Zeiteinteilung, 40 Wochenarbeitsstunden. „Die Arbeiten bei mir zuhause sind sehr gut angelaufen“, freut sich der findige Industriemechaniker. „Ich habe ausreichen Platz, den Arbeitsplatz analog zur Werkstatt im Betrieb gestaltet und alles benötigte Material im schnellen Zugriff.“

Kommunikation per Videotelefonie

„Es ist wegen der Corona-Epidemie das erste Mal überhaupt, dass wir einen Schweißer ins Home-Office geschickt haben“, erläutert FAB-Geschäftsführer Späth die außergewöhnliche Maßnahme und freut sich über die gelungene Arbeits- und Werkstattsituation. Die Kommunikation mit dem Betrieb erfolgt über Videotelefonie. „Es klappt alles bestens“, resümiert Späth. „Das Engagement von Alexander Studinger erfüllt einerseits alle Sicherheitsvorschriften und sorgt andererseits für eine entspanntere Arbeitsatmosphäre. Normal arbeitet Studinger in unserer Fertigungshalle vorübergehend haben wir drei weitere Schweißplätze in die Montagehalle verlegt.“

Dort arbeiten gegenwärtig noch drei Kollegen von Studinger – jeweils auf Distanz, mit großem Abstand von vier bis fünf Metern zueinander. „Klar vermisst man das eine oder andere, das in der Firma schöner ist, und natürlich die Kollegen“, so Studinger. „Aber schlecht geht es mir in der Home-Werkstatt nicht. Und das Wichtigste ist doch, dass wir alle mit der aktuellen Situation besser vor Ansteckung geschützt sind.“ Doch ungeachtet der gelungenen Lösung hoffen natürlich alle FAB-lerinnen und FAB-ler, dass sich die Arbeitssituation bald wieder normalisiert.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Industry of Things..

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