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Nieten Hohlstanzniet für 6000er Aluminium-Legierungen

| Redakteur: Dorothee Quitter

Atlas Copco hat einen speziellen Stanzniet entwickelt, der im Inneren durchgehend hohl ist. Mit dem Henrob-T-Niet lassen sich bis zu vier Lagen aus hochfesten, wenig verformbaren 6000er Aluminiumlegierungen zuverlässig und sicher verbinden.

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Der neue Henrob-T-Niet von Atlas Copco zeichnet sich durch seinen speziellen tubulären Aufbau aus. Dadurch kann der Niet das verdrängte Material besser aufnehmen.
Der neue Henrob-T-Niet von Atlas Copco zeichnet sich durch seinen speziellen tubulären Aufbau aus. Dadurch kann der Niet das verdrängte Material besser aufnehmen.
(Bild: Atlas Copco)

Atlas Copco kommt mit den neuen T-Nieten den Anforderungen der Automobilindustrie an mechanische Fügeverfahren für neue Leichtbaukonstruktionen und Multi-Material-Design entgegen. Im Zuge dieser Trends wird im Karosserierohbau immer mehr Aluminium eingesetzt. 6000er Aluminiumlegierungen werden häufig für die Konstruktion von Aufprallflächen verwendet, etwa die A- und B-Säulen sowie weitere sicherheitskritische Anwendungen im Karosseriebau. Daher ist eine dauerhaft starke, mehrlagige Fügeverbindung in diesen Bereichen besonders wichtig. Moderne Aluminiumlegierungen haben eine sehr geringe Duktilität (Verformbarkeit), was eine Herausforderung für den Fügeprozess ist. Sollten bisher mehrere Lagen hochfestes Aluminium gefügt werden, kam es mit herkömmlichen Halbhohl-Stanznieten häufig zu Rissbildung im Bauteil oder zu einer asymmetrischen Aufspreizung des Niets. Das machte die Verbindung instabil und anfällig für Korrosion - oder sogar unmöglich.

Das neue Fügeelement unterscheidet sich von Halbhohl-Stanznieten insbesondere durch seinen vollständig tubulären Aufbau. Herkömmliche Halbhohl-Stanzniete erfordern eine tiefe Matrize, die das verdrängte Material aufnehmen kann. Bei den T-Nieten kann das Material, das der Niet im Fügeprozess verdrängt, dagegen auch weiter nach oben in dessen Bohrung ausweichen und somit in zwei Richtungen fließen. Dadurch wird weniger Material nach unten verdrängt, so dass die Matrize sehr flach sein kann. Dies wiederum vermeidet Risse in der untersten Materialschicht, weil das spröde Aluminium sich nicht so stark verformen muss. Auch die neue Spitze des T-Niets verbessert den Prozess, indem sie eine gleichmäßigere Durchdringung des Materials erlaubt. Eine spezielle Beschichtung verringert die Reibung und lässt das Aluminium besser in den Hohlraum fließen. So können selbst dicke Lagen zuverlässig und prozesssicher gefügt werden.

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Die neuen T-Niete können auch auf vorhandenen Stanznietsystemen eingesetzt werden. Damit steigt deren Flexibilität und Produktivität: Es sind keine Investitionen in neue fügetechnische Anlagen erforderlich, wenn Anwender auf die neuen Niete umstellen möchten. Der T-Niet ist mit einem Durchmesser von 5 mm, Längen von 5 bis 12 mm und in den Härtegraden 2, 4 und 6 erhältlich. Geliefert werden die Niete lose oder auf Gurtband. (qui)

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