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Dichtungsanforderungen in der modernen hydraulischen Antriebstechnik
In der hydraulischen Antriebstechnik werden zunehmend biologisch abbaubare Hydraulikflüssigkeiten eingesetzt, die herkömmliche FKM Dichtungen stark angreifen und einen langfristigen Einsatzzeitraum nahezu unmöglich machen. Biologisch abbaubare Hydraulikflüssigkeiten werden auf Basis pflanzlicher Öle (z. B. Rapsöl) oder synthetischer Ester hergestellt und in biologisch kritischer Umgebung, wie z. B. Baumaschinen in Wasserschutzgebieten, Pistengeräte im Gebirge etc., eingesetzt. Diese Fluide sind Schadstoffe der Schadstoffklasse I zugeordnet.
Darüber hinaus werden in der modernen Hydraulik auch verstärkt Spezial-Hochleistungs-Hydraulikflüssigkeiten eingesetzt. Diese sind additiviert, aber nicht auf Mineralölbasis hergestellt. Es handelt sich hierbei um synthetische, wasserfreie Flüssigkeiten (HFD), welche eine höhere Dichte als Mineralöl haben und schwer entflammbar sind. Hierzu zählen u. a. Phosphorsäureester (HFD-R), wasserfreie chlorierte Kohlenwasserstoffe (HFD-S) oder eine Mischung aus HFD-R und HFD-S, sowie wasserfreie andere Zusammensetzungen (HFD-U), bestehend aus Fettsäureestern. Jedoch greifen diese synthetischen Hydraulikflüssigkeiten sehr viele Dichtungswerkstoffe an. Ein Hochleistungs-FKM-Compound muss in all diesen Bereichen auch über einen langen Zeitraum problemlos einsetzbar sein.
FKM-Compound schon erfolgreich eingesetzt
Der neue Werkstoff HF 875 von COG konnte bereits in speziellen Pumpen eingesetzt werden, wo besonders hohe Anforderungen an die einzelnen Komponenten, also auch die elastomeren Dichtungen, gestellt werden. Die Pumpen werden in der Rohstoffförderung zur Gewinnung spezieller Erze eingesetzt. Im Förderungsprozess müssen die Erze mit sehr aggressiven Medien von den restlichen geförderten Stoffen in einem speziellen Auswaschprozess voneinander getrennt werden. In diesem Produktionsschritt werden aromatische Kohlenwasserstoffe und aminhaltige Lösungsmittel eingesetzt. Gegen erstere können hochwertige FKM Dichtungen heute zwar schon resistent sein, aber gegenüber den aminhaltigen Lösungsmitteln waren bisher nur FFKM Werkstoffe langfristig resistent. Durch den Einsatz des FKM Compounds HF 875 gegen bestehende FKM Dichtungen konnte der Wartungsintervall von wenigen Wochen auf mehrere Monate deutlich verlängert werden und gleichzeitig beim Austausch gegen zuvor eingesetzte FFKM O-Ringe deutlich Kosten eingespart werden. Wo zuvor zwei bis drei verschiedene Dichtungswerkstoffe eingesetzt wurden, wird jetzt nur noch ein FKM Werkstoff eingesetzt. Das bedeutet für den Anwender eine deutlich vereinfachte Handhabung bei gleichzeitiger Minimierung des Risikos durch bisherige Verwechslung von Werkstoffen.
*Dipl.-Ing. (FH) Michael Krüger, Leiter Anwendungstechnik C. Otto Gehrckens GmbH & Co. KG
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