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Stahl Heavy Metal auf dem Flughafenvorfeld

| Redakteur: Lea Ziegler

Schopf Maschinenbau ist mit seinen konventionellen Flugzeugschleppern mit 5 t bis 70 t Eigengewicht auf nahezu allen Flughäfen der Welt vertreten.

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Das Manövrieren der bis zu 600 t schweren Flugzeuge ist ein enormer Kraftakt für die Schlepper.
Das Manövrieren der bis zu 600 t schweren Flugzeuge ist ein enormer Kraftakt für die Schlepper.
(Bild: Jebens)

Vor dem Fliegen kommt das Schieben: Beim sogenannten Push-Back werden die Flugzeuge durch Flugzeugschlepper von ihren Positionen weggeschoben, damit sie dann aus eigener Kraft zur Startbahn rollen können. Sie manövrieren Flugzeuge, die bis zu 600 t wiegen, auf dem Flughafenvorfeld vom Gate Richtung Rollhalt, zur Parkposition oder in die Wartungshalle. Ein enormer Kraftakt für die Schlepper, den diese bei Wind und Wetter zuverlässig erbringen müssen. Die notwendige Robustheit erhalten sie durch eine aufwändige Rahmenkonstruktion aus hochfestem Feinkornstahl. Gefertigt werden die dafür erforderlichen bis zu 30 t schweren Elemente von Jebens, einem Hersteller von großen schweren Brennteilen und komplexen Baugruppen aus Korntal-Münchingen.

Heavy Metal aus Baden-Württemberg ist auf fast allen Flughäfen der Welt Teil der Abfertigungsprozesse. Flugzeugschlepper von Schopf Maschinenbau bringen mit einer Zug- und Schubkraft von ca. 460 kN und ca. 450 PS Leistung Flugzeuge aller Gewichtsklassen in Position. Der schwerste von Schopf angebotene Flugzeugschlepper ist der Schopf F396, ein konventioneller Schlepper für alle derzeit eingesetzten Großraumflugzeuge wie dem Airbus A380. Seine hydraulische Federung mit Dreieckslenkern bietet Fahrkomfort und kompensiert Stöße damit diese nicht auf das Flugzeug übertragen werden. Kompakt und bis zu 70 t schwer, schiebt und zieht dieser Schleppertyp Flugzeuge, die bis zum Neunfachen seines Gewichts auf die Waage bringen. Die notwendige Traktion erzeugt er durch sein enormes Eigengewicht, Allradantrieb und Vierfachlenksystem sowie ein vollautomatisches Getriebe. Für den Schleppvorgang wird die Kraft durch eine mit einem Scherbolzen am Bugfahrwerk befestigte Schleppstange übertragen und so das Flugzeug vorwärts, rückwärts oder auch seitwärts bewegt. Bei einer plötzlichen Überlast würde der Scherbolzen abreißen und dadurch Schäden am Flugzeug vermeiden. Um in diesem Fall den Schub des ins Rollen gebrachten, über 500 t schweren Flugzeugs mit seinen eigenen Bremsen zu stoppen, überwacht ein zusätzlicher Bremser im Cockpit diese Schleppprozesse.

Stahlkonstruktion von Jebens

Die Entwicklung der Modelle erfolgt bei Schopf in Ostfildern unter der Leitung von Holger Stahnke, verantwortlich für Konstruktion und Entwicklung. Schon beim Pflichtenheft gilt es, sämtliche Anforderungen des Marktes an das Fahrzeug in Bezug auf Einsatzzweck, Leistung und Umweltverträglichkeit zu berücksichtigen. Dabei sichert eine Auslegung mit möglichst vielen Gleichteilen die gebotene Wirtschaftlichkeit der Produktion. Bei der eigentlichen Konstruktion liegt der Schwerpunkt dann auf konkreten Berechnungen für die Antriebsstrangauslegung. Sie definieren, wie und mit welchem Getriebe und Motor sowie mit welcher Achse die geforderte Zugkraft umgesetzt werden soll.

Darauf aufbauend werden dann beispielsweise die Rahmenkonstruktion, Kabine oder Innenausstattung festgelegt. Entsprechend einspezifiziert ist das Fahrzeug als Serientyp lieferbar. Aber auch bei bereits eingesetzten Modellen wie dem F396 sind Holger Stahnke und sein Team regelmäßig involviert. Denn abhängig von den an einem Flughafen ansässigen Fluggesellschaften müssen die Schlepper individuell ausgelegt und beispielsweise spezielle Abschleppkupplungen konstruiert werden.

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