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Bio-Kunststoff Grüner Alleskönner aus Orangenschalen und Kohlendioxid entwickelt

| Redakteur: Katharina Juschkat

Aus Orangenschalen und CO2 setzt sich der neue Kunststoff zusammen, den Wissenschaftler der Universität Bayreuth entwickelt haben. Der neue Bio-Kunststoff ist recycelbar und ökologisch unbedenklich und soll durch seine Robustheit auch für industrielle Anwendungen einsetzbar sein.

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Der neue Kunststoff PLimC soll ausgesprochen umweltfreundlich sein: Im Meerwasser löst er sich in unbedenkliche Bestandteile auf, die Herstellung erfolgt aus Abfallprodukten.
Der neue Kunststoff PLimC soll ausgesprochen umweltfreundlich sein: Im Meerwasser löst er sich in unbedenkliche Bestandteile auf, die Herstellung erfolgt aus Abfallprodukten.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Man nehme Orangenschalen, entziehe ihnen den Naturstoff Limonen, oxidiere ihn und verbinde ihn mit Kohlendioxid: Und schon hat man einen biobasierten Kunststoff, aus dem sich ohne hohe Kosten umweltfreundliche Funktionsmaterialien für verschiedene industrielle Anwendungen herstellen lassen. ‚PLimC‘ ist der Name dieses grünen Alleskönners, der es erstmals ermöglicht, allein auf der Basis nachwachsender Rohstoffe ein breites Spektrum leistungsstarker Kunststoffe herzustellen. Das hat jetzt ein Forschungsteam an der Universität Bayreuth herausgefunden, das seine Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin ‚Nature Communications‘ vorstellt.

Kunststoff für Beschichtungen geeignet

PLimC ist ein Polycarbonat, das aus einer Synthese von Limonenoxid mit Kohlendioxid hervorgeht. Das soll gewährleisten, dass es im Unterschied zu herkömmlichen Polycarbonaten nicht die gesundheitsschädliche Substanz Bisphenol A enthält. Zudem soll der bio-basierte Kunststoff eine Reihe von Eigenschaften mitbringen, die ihn für industrielle Anwendungen attraktiv machen: PLimC soll hart, äußerst hitzebeständig und durchsichtig sein und eignet sich deshalb gut als Material für Beschichtungen. „Diese Erkenntnisse, die wir bereits im vorigen Jahr veröffentlicht haben, konnten wir jetzt mit unserer neuen Studie erweitern“, erklärt Prof. Dr. Andreas Greiner, der Leiter des Bayreuther Forschungsteams. „Wir haben an einigen konkreten Beispielen gezeigt, dass sich PLimC hervorragend als Grundstoff eignet, aus dem sich vielseitige Kunststoffe mit sehr spezifischen Eigenschaften entwickeln lassen. PLimC besitzt nämlich eine Doppelbindung, die gezielt für weitere Synthesen genutzt werden kann.“

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