Suchen

Additive Fertigung Große Prototypen im Lasersintern fertigen

| Redakteur: Dorothee Quitter

Der 3D-Druck großer Bauteile ist eine Herausforderung. Neben thermischen Problemen stößt der Bauraum von SLS-Maschinen an Grenzen. Kegelmann Technik hat dennoch Lösungen parat.

Firmen zum Thema

formnext 2016: Geschäftsführer Stephan Kegelmann präsentiert eine 3D-gedruckte Pkw-Tür
formnext 2016: Geschäftsführer Stephan Kegelmann präsentiert eine 3D-gedruckte Pkw-Tür
(Bild: Kegelmann Technik)

Auf der formnext 2016 präsentierte Kegelmann Technik, wie komplexe große Teile im SLS-Verfahren gefertigt werden können. Die derzeit üblichen Laser-Sinterstationen bieten einen sog. XL-Bauraum von etwa 550 x 550 x 750 mm und können so große oder viele kleine Teile additiv produzieren. Aber 55 cm sind in vielen Fällen eben doch nicht groß genug. Diese Bauteile an einem Stück zu fertigen, ist zum einen aufgrund des Bauraums, aber auch aufgrund thermischer Probleme nicht so einfach möglich. Beispiele, wie es trotzdem gelingt, sind bei Kegelmann Technik produzierte Prototypen einer Fahrzeugtür oder eines Fahrradrahmens, die auf der formnext gezeigt wurden.

„Wir haben ein ganzes Orchester an Fertigungstechnologien unter einem Dach, die wir zu einer optimalen Lösung für unsere Kunden und deren Produktkompositionen kombinieren und dirigieren“, erläuterte Stephan Kegelmann, Geschäftsführer Kegelmann Technik die Vorgehensweise. Die fertigungstechnischen Probleme großer Bauteile werden gelöst, indem die Projekte im Rahmen der Prozesskonstruktion neu konstruiert, in Teilen produziert und entsprechend dem gewünschten Bauteil zusammengebaut werden.

Das System Connected Prototyping

Wenn man genau hinsieht, sieht man, dass Fahrzeugtür oder Fahrradrahmen aus mehreren Teilen bestehen und mit handwerksmäßigen Verbindungen wie Nut, Feder oder Schwalbenschwanzzapfen mit einem hohen Maß an Präzision und Passgenauigkeit zusammengefügt wurden. Eine weitere Herausforderung ist die Wahl der richtigen Verbindung an der richtigen Stelle. Im Rahmen der Prozesskonstruktion können so Festigkeiten und Druck- und Zugspannungen so gestaltet werden, dass diese denen der ursprünglichen Konstruktion möglichst nahe kommen.

Ermöglicht wird diese Produktionsweise durch das System des Connected Prototyping der Kegelmann Technik GmbH. Als System vereint Connected Prototyping eine Bandbreite innovativer Fertigungsverfahren in Verbindung mit dem über viele Jahre erworbenen Technologiewissen der Mitarbeiter. Dadurch entstehen vielfältige Kombinationsmöglichkeiten der verschiedenen Fertigungsverfahren bei der Produktentwicklung, wie hier beim 3D-Druck großer Bauteile im SLS-Verfahren in Kombination mit den Fertigkeiten aus dem Modellbau. (qui)

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:44425454)