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Interview Getriebeauslegung leicht gemacht

Antriebstechnische Komponenten in einer Softwareumgebung modellieren und berechnen - dazu dient die FVA-Workbench der Forschungsvereinigung Antriebstechnik. Wir haben nach den Vorteilen gefragt.

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Was bei der Getriebeauslegung beachtet werden muss.
Was bei der Getriebeauslegung beachtet werden muss.
(Bild: FVA)

konstruktionspraxis: Herr Haefke, was verbirgt sich hinter der FVA-Workbench?

Norbert Haefke: Die FVA-Workbench ist eine Berechnungsplattform für die unterschiedlichsten Fragestellungen bei der Auslegung eines Antriebssystems. Die Software bündelt für einzelne Maschinenelemente bis hin zum gesamten Antriebssystem führende Berechnungsmethoden, die seit beinahe 50 Jahren Forschung innerhalb des Expertennetzwerks der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. entwickelt werden. Ebenfalls sind vielfältige Berechnungsverfahren nach nationalen und internationalen Normen, Klassifikationsgesellschaften sowie auch älteren Vorschriften integriert. Auf diese Weise steht den Anwendern das gesammelte Berechnungswissen der Branche Antriebstechnik praxisorientiert zur Verfügung, um dieses effizient im eigenen Produktentwicklungsprozess anzuwenden.

Dipl.-Ing. Norbert Haefke ist Geschäftsführer der FVA GmbH.
Dipl.-Ing. Norbert Haefke ist Geschäftsführer der FVA GmbH.
(Bild: FVA)

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konstruktionspraxis: Für wen wurde die Plattform entwickelt?

Haefke: Die FVA-Workbench ist ein wirkungsvolles Werkzeug für alle Ingenieure, Konstrukteure und Berechnungsspeziallisten, die entlang der gesamten Produktionskette eines Antriebssystems beschäftigt sind. Durch die intuitive Bedienung und das große Leistungsspektrum verhilft die Berechnungsplattform sowohl gelegentlichen Anwendern als auch erfahrenen Experten ihre Alltagsaufgaben schnell und effizient bearbeiten zu können. Dabei unterstützt die FVA-Workbench verschiedene User Level und Ansichten, sodass die Software auf das jeweilige Aufgabengebiet zugeschnitten werden kann.

konstruktionspraxis: Wie profitieren Konstrukteure von der Plattform?

Haefke: Konstrukteure profitieren von einem Berechnungsumfang, der in dieser Form einzigartig ist. Von der ersten Auslegung bis hin zur Spezialanwendung bietet die FVA-Workbench umfangreiche Funktionen und Hilfestellungen, welche die Arbeit in der täglichen Praxis maßgeblich erleichtern. Für eine optimierte Ergebnisvisualisierung stellt die FVA-Workbench im neuen Release 4.0 3D-Modelle erstmals über einen CAD-Kern dar. Ergebnisse können so direkt durch die detailgetreue, geometrisch korrekte Darstellung visuell geprüft werden. Die hochwertige, animierte Darstellung erlaubt es, komplexe Bewegungsabläufe und Leistungsflüsse intuitiv zu durchdringen. Neben unterstützten offenen Schnittstellen lässt sich mittels Export des 3D-Modells in ein SAT-Neutralformat das Getriebemodell in externe CAD-Programme im weiteren Produktentwicklungsprozess überführen. Durch das kontextsensitive Hilfesystem können sich unerfahrene Anwender in die Berechnungsthemen sukzessive einarbeiten. Somit ist das System auch eine Art elektronische Weiterbildungsplattform der FVA.

Immer auf dem aktuellen Stand der Technik ist die Plattform für die Modellierung und Berechnung FVA-Workbench.
Immer auf dem aktuellen Stand der Technik ist die Plattform für die Modellierung und Berechnung FVA-Workbench.
(Bild: FVA)

konstruktionspraxis: Welche neuen Berechnungsfunktionen erwarten Anwender in der kürzlich vorgestellten Version?

Haefke: Der Berechnungsumfang der FVA-Workbench wird in Zusammenarbeit mit den besten Forschungsinstituten und den führenden Unternehmen der Antriebstechnik stetig erweitert. Neuerungen im Release 4.0 sind unter anderem die Modellierung von freien Planetenstufen wie z. B. Ravigneaux und Wolfrom Satz, die Berücksichtigung von Kreuzeinflüssen in Planetengetrieben und Welle-in-Welle Lagerung sowie die Berechnung der Grübchentragfähigkeit nach ISO TR15144. Erweitert wurden zudem die Berechnung des Flankenbruchs, des Reibmoments für Wälzlager nach FVA 701 (am Institut für Maschinenkonstruktion und Tribologie der Leibniz Universität Hannover, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Poll) und die Festigkeit von Wellen nach DIN 743 (am Institut für Konstruktionswissenschaften und Technische Logistik der Technischen Universität Wien, Prof. Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Michael Weigand).

Die FVA-Workbench 4.0 richtet sich speziell an die Anwender, die nicht bereits seit Jahren die Berechnungsmodule der FVA studiert haben.
Die FVA-Workbench 4.0 richtet sich speziell an die Anwender, die nicht bereits seit Jahren die Berechnungsmodule der FVA studiert haben.
(Bild: FVA)

konstruktionspraxis: Was hat sich bei den Bedienfunktionen getan?

Haefke: Für das Release 4.0 der FVA-Workbench wurde das Bedienkonzept vollständig überarbeitet und optimiert. Anwender profitieren durch neue Steuerungsoptionen und Hilfestellungen von einer richtungsweisenden Optimierung in der Bedienungsfreundlichkeit, Produktivität und Qualität der Berechnungsplattform. Die neue Eingabelogik ist an den Berechnungszielen ausgerichtet. Es werden nur die für das jeweilige Berechnungsziel benötigten Daten angezeigt und in übersichtlichen Tabs gegliedert. Weiter reagiert das Bediensystem auf die Benutzereingaben und meldet Unvollständigkeiten. Die FVA-Workbench 4.0 bündelt automatisch die Funktionalitäten der FVA-Rechenmodule passend zum Berechnungsziel. Auf diese Weise erhält der Anwender konsistente Berechnungsergebnisse in kürzester Zeit.

konstruktionspraxis: Also muss der Anwender kein ausgewiesener Berechnungsspezialist sein?

Haefke: Hier lautet die Antwort ganz klar, nein. Die FVA-Workbench 4.0 richtet sich speziell an die Anwender, die nicht bereits seit Jahren die Berechnungsmodule der FVA studiert haben. Das neue Bedienkonzept ermöglicht Neueinsteigern und Gelegenheitsnutzern sich schnell mit der FVA-Berechnungswelt vertraut zu machen und die Software direkt in der täglichen Praxis anzuwenden. Dabei unterstützen vor allem die neu geschaffene Wissenmanagement-Plattform FVA-KnowledgeBase und die kontextsensitive Hilfe. Mittels dieser integrierten Tools erhalten Anwender genaue Informationen und Abbildungen zu den Eingabefeldern sowie Zugriff auf Berechnungsbeispiele, Tutorials, FAQs und vieles mehr.

konstruktionspraxis: Vielen Dank für das Gespräch.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht