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Wartung und Instandhaltung

Fünf teure Spar-Ideen für die Instandhaltung

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Die Instandhaltung soll sicherstellen, dass der funktionsfähige Zustand erhalten bleibt oder wiederhergestellt wird. Das kostet über die Zeit viel Geld – wir zeigen, wie es (anfangs) ganz billig wird.

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Billig kauft zweimal: Oftmals sorgen vermeintliche Sparmethoden dafür, dass es am Ende noch teurer wird.
Billig kauft zweimal: Oftmals sorgen vermeintliche Sparmethoden dafür, dass es am Ende noch teurer wird.
(Rolf Nachbar Fotografie)

Maschinen haben sich in ihrem Aufbau und ihrer Technik stark weiterentwickelt. Es wird immer schwieriger, den Zustand zu erfassen, da an modernen Anlagen mehr Schwachstellen zu finden sind als es noch bei alten Maschinen der Fall war. Die Wartung und Instandhaltung ist zeit- und kostenintensiv, deswegen geben wir fünf alternative Service-Tipps.

Auf Verschleiß warten

Der klassische Serviceansatz, wie er seit Beginn der maschinellen Fertigung umgesetzt wurde: Regelmäßige Wartungsintervalle einhalten und wenn eine Komponente in der Zwischenzeit ausfällt, unter hohem Zeitdruck austauschen. Diese Strategie nahm Maschinenstillstandzeiten und Eilzuschläge in Kauf, weil es keine Alternative gab. Das gilt nicht mehr. Moderne Konzepte setzen Sensorik und Auswertungssoftware ein, um durch Veränderungen der Betriebszustände Verschleiß zu erkennen, bevor er zu einem Ausfall führt. Bahnt sich bei einer Komponente Verschleiß an, dann erhält die Instandhaltung eine Warnung und kann den Austausch einplanen, die Ersatzteile ohne Eilzuschlag bestellen und in aller Ruhe austauschen.

Jede Technologie ein anderer Anbieter

Das Sparpotenzial ist eindeutig: Für die Wartung der Steuerungstechnik hat Dienstleister A das beste Angebot, für die Hydraulik Dienstleister B und für mechanische Fragen bekommt C den Zuschlag. Kein Problem in Routinefällen – aber sobald es komplexer wird, steigt der Koordinationsaufwand enorm an. Ist es wirklich ein Problem der Hydraulik oder doch der Steuerung? Schnell wird der schwarze Peter hin- und hergeschoben und dann arbeiten verschiedene Dienstleister paral­lel an der Maschine und verursachen erhebliche Kosten. Hier hilft es, von Anfang an einen Dienstleister für die gesamte Antriebs- und Steuerungstechnik als Partner ins Boot zu holen. Denn dann muss dieser die Komplexität in den Griff bekommen.

Austauschen statt reparieren

Unter Zeitdruck sind die einfachen Lösungen oft die beliebtesten, aber selten die günstigsten. Komplexe Baugruppen wie Axialkolbenpumpen unterliegen einem natürlichen Verschleiß. Im Servicefall ist es am einfachsten, eine neue Pumpe einzubauen. Mit ein wenig Vorbereitung können Instandhaltungsabteilungen diese Kosten senken. Hersteller wie Bosch Rexroth bieten mit Austauschprogrammen eine Alternative zum Kauf neuer Komponenten. Der Austausch einer verschlissenen durch eine fachmännisch überholte Pumpe spart Kosten und gibt Sicherheit, weil der Hersteller eine Neuteilgarantie gibt. Besonders sinnvoll für Unternehmen, die viele solcher Komponenten einsetzen: Mit dem Hersteller eine Vereinbarung treffen, bei der eine definierte Anzahl von überholten Baugruppen auf Lager liegt. Entnimmt die Instandhaltung eine Pumpe, wird der Bestand automatisch aufgefüllt.

Modernisierungen hinauszögern

Never change a running system - diesen Ansatz verfolgen manche Unternehmen auch bei den elektronischen Bauteilen, wie Steuerungen und Software. Das kann schnell teuer werden. Wenn diese nach langer Laufzeit ausfallen, kann es für einfachen Austausch zu spät sein, denn die Lebenszeit elektronischer Bauteile ist in der Regel kürzer als die von mechanischen Komponenten. Wer sich also darauf verlässt, bei Bedarf eine Originalsteuerung der 1990er kaufen zu können, wird Pech haben. Seitdem haben die meisten Hersteller gleich mehrere Produktgenerationen entwickelt und die aktuellen Versionen sind mit alten nicht mehr kompatibel. Der Umstieg erfordert hohen Programmieraufwand und Veränderungen an der Ausrüstung. Die Lösung: Elektronische Bauteile regelmäßig modernisieren. Das steigert die Produktivität und sichert Servicefähigkeit: Eine moderne und leistungsfähige Steuerungsplatine zu ersetzen dauert wenige Minuten, sie komplett neu zu programmieren dagegen Wochen.

Bei den Ersatzteilen sparen

Ein Schnäppchen: Ersatzteile aus China, die nur einen Bruchteil dessen kosten, was der Originalhersteller verlangt. Ein paar Klicks und schnell sind enorme Summen gespart – scheinbar. Denn diese Billigangebote sind oft „Fakes“, in Leistung und Lebensdauer den Originalen deutlich unterlegen. Vermeintliche Einsparungen gehen schnell verloren, weil diese Bauteile häufiger zu Maschinenstillstand führen. Die Verwendung von nachgebauten Ersatzteilen kann erhebliche Schäden und Produktionsausfall nach sich ziehen. Kurzfristig gespart – langfristig extrem hohe Folgekosten.

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