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Industriestandort Schweiz Fünf Neuheiten aus der Schweiz

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Ein Agrarroboter, neue Edelstahl-Taster, Steckverbinder-Produktlinien und Miniantriebe sowie Bauteile aus Metall und Faserverbund: Wie vielfältig die Schweizer Industrie ist, zeigen wir mit diesen fünf Neuheiten aus der Eidgenossenschaft.

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Agrarroboter „Rowesys“ mit Kameraschutzgehäuse von Autovimation
Agrarroboter „Rowesys“ mit Kameraschutzgehäuse von Autovimation
(Bild: autoVimation)

Agrarroboter gegen Unkraut

Im Projekt „Rowesys“ – Robotic Weeding System – der ETH Zürich soll auf Basis mechanischer Unkrautvernichtung eine nachhaltige Alternative für den Herbizideinsatz in der Landwirtschaft entwickelt werden. Das Projekt zeigt, wie sich Schäden für Mensch und Umwelt mithilfe smarter, digitaler Technologie minimieren lassen. Zehn ETH-Studenten arbeiten unterstützt von acht Experten-Coaches und Sponsoren an der Entwicklung des Agrarroboters Rowesys.

Der funktionsfähige Prototyp wurde für Zuckerrübenfelder konzipiert, weil diese eine relativ hohe Verwendung von Herbiziden voraussetzen. Der Agrarroboter zieht kleine Pflüge durch den Boden, welche die Wurzeln der Unkräuter aus dem Grund an die Oberfläche reißen und somit austrocknen. Rowesys erkennt mittels einer Intel-Real-Sense-Kamera Fahrspuren und das Ende des Feldes, an dem es eigenständig zu nächsten unbearbeiteten Reihe wechselt. Zum Schutz des Kamerasystems steuerte Autovimation ein passendes Schutzgehäuse und eine schwenk- und neigbare Montagevorrichtung bei.

Im Praxistest hat der Roboter gezeigt, dass sich durch dessen Einsatz tatsächlich Herbiziden reduzieren lassen und somit Grundwasser, Luft und produzierte Güter weniger belastet werden.

24-mm-Taster im Edelstahlgewand

Der Taster MSM 24 im Edelstahlgewand ist für Schaltspannungen von 30 VDC bis 250 VAC und Schaltströme von 0,1 A bis 10 A ausgelegt.
Der Taster MSM 24 im Edelstahlgewand ist für Schaltspannungen von 30 VDC bis 250 VAC und Schaltströme von 0,1 A bis 10 A ausgelegt.
(Bild: Schurter)

Schurter hat seine MSM-Metal-Line-Serie um einen 24-mm-Taster in Edelstahl erweitert. Der in der Standardversion puristisch gehaltene Taster ist für Schaltspannungen von 30 VDC bis 250 VAC und Schaltströme von 0,1 A bis 10 A ausgelegt. Aufgrund hoher Dichtungsschutz- und Schlagfestigkeitswerte von IP67 und IK07 soll sich der Taster vor allem für den Einsatz in Geräten unter rauen Umgebungsbedingungen eignen oder in Anwendungen, die Schutz vor Vandalismus erfordern. Schurter bietet die Taster und Schalter der MSM-Metal Line-Familie somit nun in den Durchmessern 19, 22, 24 und 30 mm an. Zudem sind sie laut Hersteller nahezu an jeden Kundenwunsch anpassbar.

Zwei Produktlinien für Steckverbinder Combitac

Combitac direqt ermöglicht eine schnelle Steckverbinder-Montage. Das Click-and-Connect-System erlaubt es, den einzelnen Kontakt manuell in die Träger und anschließend die Träger in die entsprechenden Rahmen einzusetzen – und zwar ohne Werkzeug.
Combitac direqt ermöglicht eine schnelle Steckverbinder-Montage. Das Click-and-Connect-System erlaubt es, den einzelnen Kontakt manuell in die Träger und anschließend die Träger in die entsprechenden Rahmen einzusetzen – und zwar ohne Werkzeug.
(Bild: Stäubli)

Mit der neuen Produktlinie baut Stäubli Electrical Connectors die Combitac-Familie in zwei Linien aus: Combitac uniq und Combitac direqt. Letztere ist neu entstanden, um eine schnelle Steckverbinder-Montage zu ermöglichen. Das Click-and-Connect-System erlaubt es, den einzelnen Kontakt manuell in die Träger und anschließend die Träger in die entsprechenden Rahmen einzusetzen – und zwar ohne Werkzeug. Die Träger sowie die Rahmen sind kodiert, wodurch Montagefehler und eine falsche Polarität beim Zusammenstecken von Stift- und Buchsenseiten ausgeschlossen sind. Beide Produktlinien stellen laut Hersteller eine zuverlässige Verbindung für bis zu 10.000 Steckzyklen sicher.

Neue Miniantriebe für Medizinroboter

Maxon ECX Speed 4 mit Getriebe und Encoder
Maxon ECX Speed 4 mit Getriebe und Encoder
(Bild: Maxon Motor)

Maxon hat das konfigurierbare Antriebssortiment erweitert: unter anderem mit bürstenbehafteten DC-Motoren, Getrieben und Encodern aus der ECX-Reihe. Genauer gesagt erhält die ECX-Reihe Zuwachs durch den Maxon ECX Speed 4. Der bürstenlose DC-Motor mit einem Durchmesser von 4 mm soll sich vor allem in der Medizintechnik etablieren. Er ist in den Längen M und L verfügbar und erreichen Drehzahlen bis zu 50.000 rpm.

Dazu passen die Getriebe GPX 4 C, welche als 2-, 3- und 4-stufige Versionen erhältlich sind. Bei den GPX-Planetengetrieben wurde der Eingriffswinkel der Verzahnung optimiert, wodurch längere Betriebszeiten erreicht werden sollen. Der zugehörige Inkremental-Encoder ENX 4 MAG erweitert die Möglichkeiten des Antriebssystems, beispielsweise für die Verwendung in Chirurgierobotern. MAG steht für magnetisch. Er verwendet das gleiche magnetische Wirkprinzip wie die etwas größeren Ausführungen ENX 6 MAG und ENX 8 MAG.

Ebenfalls neu ist die Epos-4-Micro-24/5-Positioniersteuerung in der Ethercat-Ausführung. Der Controller knüpft bezüglich Funktionalität, Bedienung, Software und Zubehör an die bereits bestehenden Epos-4-Produkte an. Er eignet sich für den Einsatz sowohl mit bürstenbehafteten DC- als auch bürstenlosen EC-Motoren bis 120 W Dauerleistung. Dazu gibt es umfangreiche Feedbackmöglichkeiten.

Teile aus Metall und Faserverbund

Seit 1987 hat die Nägeli Swiss AG Kompetenzen in der Faserverbundtechnologie aufgebaut und realisiert Projekte in unterschiedlichen Branchen, u.a. in der Luft- und Raumfahrt.
Seit 1987 hat die Nägeli Swiss AG Kompetenzen in der Faserverbundtechnologie aufgebaut und realisiert Projekte in unterschiedlichen Branchen, u.a. in der Luft- und Raumfahrt.
(Bild: Nägeli)

Was bei der 1941 als Stanzerei gegründeten Nägeli Swiss AG mit der Herstellung von Kugellagerkäfigen und Zahnscheiben als Schraubensicherungen begann, hat sich zu einer Ideenschmiede für knifflige Aufgaben in der Entwicklung und Herstellung von Teilen aus Metallen und Faserverbundstoffen entwickelt. Ein erster Kunde im Bereich Faserverbund war der Flugzeughersteller Dornier. Nägeli fertigte für das Unternehmen rund 2 m lange Flügelrandbogen aus Faserverbund für das Flugzeug Dornier DO 328. Aus diesem Dornier-Auftrag resultiert auch ein besonderes Gütesiegel: Nägeli erhielt das Zertifikat als zugelassener Lieferant der Deutschen Luft- und Raumfahrt.

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