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Metalle / Keramik Fünf neue Materialien

| Redakteur: Dorothee Quitter

Was gibt es Neues im Bereich Metalle und Keramik? Wir stellen fünf Materialien vor.

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Cordierit kann für Teleskopspiegel verwendet werden.
Cordierit kann für Teleskopspiegel verwendet werden.
(Bild: Kyocera)

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1. Neues Schweißpulver zum Laserauftragsschweißen

Schlagbeanspruchungen und abrasiver Verschleiß sind für viele Branchen seit Langem eine Herausforderung. Gängige Industrielösungen schützen die Komponenten zwar vor abrasivem Verschleiß, jedoch ist die Schlagfestigkeit der eingesetzten Materialien aufgrund der Materialbrüchigkeit gering. Höganäs erweitert nun seine Rockit-Produktfamilie an Oberflächen-Schweißpulver um die zwei neuen Materialien Rockit 606 und Rockit 706. Die Rockit-Produktfamilie wurde als Serie von Speziallegierungen entwickelt, um mit Oberflächenbeschichtungen die Instandhaltungsintervalle und Produktlebensdauer von Bauteilen zu verlängern. Die eisenbasierten Werkstoffe Rockit 606 und Rockit 706 weisen eine martensitische Struktur mit fein verteilten Vanadiumkarbiden auf, die ihnen hervorragende Verschleißeigenschaften und eine gleichbleibend hohe Härte verleihen. Zudem verfügen sie über eine hervorragende Schweißeignung: Rockit 606 eignet sich für das Laserauftragschweißen; Rockit 706 für das Plasma-Schweißverfahren (PTA).

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2. Qualifizierter Strangguss für den Offshore-Bereich

Gontermann Peipers ist es gelungen, eine Qualifizierung von Strangguss für den einfacheren Einsatz im Offshore-Bereich zu erhalten. Der Werkstoff Gopag C 500 F, die Markenbezeichnung von Gontermann-Peipers für EN GJS 500 14C, wurde von der renommierten Klassifizierungsgesellschaft DNV GL qualifiziert. Er kann ab sofort mit dieser Zusatzeigenschaft bezogen werden und ist nun für ein erweitertes Spektrum von Anwendungen auch im Offshore-Bereich zugelassen. Sichere Bauteilauslegung, Gewichts- und Volumenvorteile sowie der zusätzliche Kostenvorteil bei der Zerspanung machen ihn zu einer Alternative gegenüber herkömmlich verwendeten Stahlwerkstoffen.

3. Feinkeramik für den Weltraum

Kyocera Fineceramics hat mit Cordierit (CO720) ein Material für anspruchsvolle Anforderungen in der Luft- und Raumfahrt vorgestellt. Die extrem dehnungsarme Keramik eignet sich ideal für die Konstruktion von Spiegeln und Teleskopen. Die innovative Technologie von Kyocera soll verschiedene Geometrien und Designs sowie eine passgenaue Fertigung ermöglichen. Die Materialeigenschaften von Cordierit, wie hohe Steifigkeit und langfristige Stabilität, bieten laut Kyocera zudem funktionale Vorteile gegenüber Glas mit geringer Wärmeausdehnung. Dank hochpräziser Montagetechniken kann Kyocera vollständige optische Systeme mit einer Positionstoleranz von wenigen Mikrometern herstellen.

4. Metallpulver für die Additive Fertigung

Die Deutschen Edelstahlwerke (DEW) bieten innerhalb ihres Printdur-Portfolios ein breites Spektrum an verdüsten Metallpulvern auf Eisen-, Nickel- oder Kobaltbasis an. Dazu werden die Rohstoffe in einem Induktionsofen verflüssigt und einer Gasverdüsungsanlage zugeführt. Dadurch werden die Partikel sphärisch eingeformt, wodurch das Fließverhalten und die Dosierbarkeit des Pulvers positiv beeinflusst werden. Ziel der DEW ist es, beim Herstellungsprozess eng mit dem Kunden zusammenzuarbeiten. So werden gemeinsam Anforderungen definiert, der Werkstoff entwickelt, die Pulververdüsung realisiert und der Werkstoff erprobt.

5. Wärmebehandelte Rundstäbe für Schrauben

SSAB ergänzt sein Hardox- Produktsortiment um Rundstäbe. Die herkömmliche Lösung für Rundstabkomponenten verwendet kohlenstoffreiche Stähle wie 42CrMo4V. Obwohl sie eine akzeptable Lösung darstellen, weisen sie einige Einschränkungen auf: Der Härtegrad ist in der Regel auf unter 300 HB begrenzt. Eine Erhöhung der Härte durch Wärmebehandlung beeinträchtigt die Zugfestigkeit und Ermüdungsbeständigkeit stark. Die Wärmebehandlung ist zudem ein zeitraubender und kostspieliger Prozess. Die bereits wärmebehandelten Hardox-Rundstäbe hingegen haben eine hohe Härte und Streckgrenze. Sie haben auch eine höhere Zähigkeit und sehr viel bessere Schweißbarkeit, was sich im niedrigen Kohlenstoffäquivalent zeigt. Eine typische Anwendung sind Schrauben für Baumaschinen. Die hohe Härte von Hardox sorgt für eine längere Lebensdauer, während die Zugfestigkeit ein geringes Risiko von vorzeitigen Ausfällen garantiert.

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