Schalter/Relais/Leitungen Fünf neue Komponenten aus der Elektrotechnik

Ob Temperaturüberwachungsrelais von Siemens, Motorschutzschalter von Eaton, Softstarter von WEG oder Gleichstorm- und Ethernetverkabelung von Leoni und SAB Bröckskes: Wir stellen fünf Neuheiten aus der Elektrotechnik vor.

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Die neuen Sirius Temperaturüberwachungsrelais 3RS2 sind 22,5 mm schmal und werden über ein intuitiv bedienbares LCD-Display parametriert.
Die neuen Sirius Temperaturüberwachungsrelais 3RS2 sind 22,5 mm schmal und werden über ein intuitiv bedienbares LCD-Display parametriert.
(Bild: Siemens AG)

Temperaturüberwachungsrelais von Siemens

Siemens Smart Infrastructure hat seine Temperaturüberwachungsrelais aus dem Sirius-Portfolio überarbeitet. Die neuen Geräte der Reihe 3RS2 sind in analoger und digitaler Ausführung erhältlich. Sie messen mittels Sensoren unter anderem die Temperatur in industriellen Schaltschränken, von Motoren-, Lager- und Getriebeölen oder Kühlflüssigkeiten. Damit verhindern sie Anlagenstörungen oder -schäden, die durch ein Unter- oder Überschreiten bestimmter Grenzwerte entstehen können. Auch Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen, Solarkollektoren, Wärmepumpen oder Warmwasserversorgungen lassen sich damit überwachen.

Erweiterte Funktionalität

Die Geräte sind unter anderem für Anwendungen der Sicherheitstechnik bis SIL 1 / PL c, den Einsatz in Industrieöfen sowie zur Überwachung von Brennern und für ATEX-Anforderungen zugelassen. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen zeichnen sie sich durch erweiterte Funktionalitäten, eine schmälere Bauform sowie eine einfachere Bedienbarkeit aus. Die 22,5 mm schmalen Digitalgeräte Sirius 3RS26 werden über ein intuitiv bedienbares LCD-Display parametriert und ermöglichen mittels eines Sensors die Überwachung von Temperaturen auf Unter- und Überschreitung sowie innerhalb eines Arbeitsbereichs (Fensterfunktion). Über eine SIL1-zertifizierte Infrarot-Kommunikationsschnittstelle lassen sie sich verdrahtungslos um bis zu zwei Widerstandssensoren und einen Analogeingang erweitern. Dadurch können sie auch große, dreiphasige Motoren und Transformatoren überwachen. Das integrierte LCD-Display bietet neue Funktionalitäten wie einen Energiesparmodus und verbesserte Kalibrierungsmöglichkeiten. Werden Grenztemperaturen unter- oder überschritten, wird die betreffende Anlage automatisch abgeschaltet. Der zweite Grenzwert kann zur Ausgabe einer Warnung verwendet werden. Ein Farbwechsel am Display kennzeichnet dabei den Anlagenzustand (Fehler, Warnung, Grenzwertüberschreitung). Bei einem Fehlerfall, zum Beispiel Kabelbruch, wechselt das Relais in einen sicheren Zustand.

Geräte auch mit IO-Link verfügbar

Erhältlich sind Varianten für einen Sensor, zwei Schwellwerte sowie alle gängigen Widerstandssensoren und Thermoelemente. Die Geräte lassen sich manuell, per Remote-Zugriff sowie automatisch zurücksetzen. Dank Memory-Funktion wird bei einem Spannungsausfall der letzte Gerätezustand gespeichert und wiederhergestellt. Die Digitalgeräte sind auch mit IO-Link verfügbar. Temperaturdaten können so an übergeordnete Steuerungen weitergegeben und darüber in offene cloudbasierte IoT-Systeme wie Mindsphere eingebunden werden. Sie sind nach Normen der funktionalen Sicherheit (IEC 61508/62061 bzw. ISO 13849) zertifiziert und damit in Anwendungen der Sicherheitstechnik bis zu SIL 1 / PL c einsetzbar. Zudem sind sie als Temperaturwächter und -begrenzer nach EN 14597 zugelassen und können in Industrieöfen eingesetzt werden. Auch die Überwachung von Brennern ist dank der Zertifizierung nach EN 50156 möglich. Die analogen Multifunktionsgeräte Sirius 3RS25 werden über Dreh- und Schiebeschalter eingestellt und können auch als einfache Zweipunktregler eingesetzt werden.

Motorschutzschalter von Eaton

Das Kommunikationsmodul für den elektronischen Motorschutzschalter PKE.bietet mit dem seriellen Feldbus Modbus RTU eine offene und standardisierte Schnittstelle, die sich schnell und einfach in bestehende Anlagen einbinden lässt.
Das Kommunikationsmodul für den elektronischen Motorschutzschalter PKE.bietet mit dem seriellen Feldbus Modbus RTU eine offene und standardisierte Schnittstelle, die sich schnell und einfach in bestehende Anlagen einbinden lässt.
(Bild: Eaton)

Mit einem neuen Modbus-RTU-Kommunikationsmodul erweitert Eaton die Kommunikationsmöglichkeiten seiner elektronischen Motorschutzschalter PKE. Das PKE-Kommunikationsmodul bietet mit dem seriellen Feldbus Modbus RTU eine offene und standardisierte Schnittstelle, die sich schnell und einfach in bestehende Anlagen einbinden lässt. Dabei profitieren Anwender von dem modularen Konzept der Motorschutzschalter: Genau wie sich das Grundgerät durch steckbare Auslöseblöcke flexibel erweitern lässt, wird auch das PKE-Kommunikationsmodul einfach aufgesteckt – so entsteht im Handumdrehen ein kommunikationsfähiger Motorschutzschalter, über den sich der Maschinenzustand vollständig erfassen lässt. Das modular konzipierte System setzt sich aus dem PKE-Grundgerät und verschiedenen, werkzeuglos aufsteckbaren Auslöseblöcken für Motor- und Anlagenschutz zusammen.

Veränderungen am Schalter nachträglich einfach zu realisieren

Veränderungen am Schalter sind auch nachträglich einfach und komfortabel realisierbar, vorhandene Geräte können leicht an neue Aufgaben angepasst werden. Weite Stromeinstellbereiche minimieren den Projektierungsaufwand und reduzieren die Kosten. Weitere Funktionen reduzieren zudem den Aufwand bei Inbetriebnahme und Wartung – so zum Beispiel der Test-Trip, mit dem sich direkt am Gerät die Auslösefunktion überprüfen lässt, ohne dass ein Antrieb blockiert werden muss. Die Schutzschalter PKE sind in den Systembaukasten X-Start integriert – die Verwendung von Standardkomponenten bietet zusätzlich eine hohe Flexibilität. Die elektronische Auslöseeinheit des PKE ermöglicht nicht nur große Einstellbereiche, geringe Verlustleistung sowie präzise und extrem langzeitstabile Auslösekennlinien, sondern liefert auch zahlreiche Daten zum Maschinenzustand. Gleich welcher Auslöseblock aufgesteckt ist, er kann mühelos durch das neue PKE-Modbus-RTU-Kommunikationsmodul ergänzt werden.

Gleichstrom-Kabel von Leoni

Leoni hat eine neue Kabelfamilie entwickelt, die sowohl Leitungen zur Leistungsübertragung als auch Hybridleitungen umfasst, die neben der Leistungs- auch eine Ethernet-Datenübertragung mit bis zu 10 GBit/s ermöglichen.
Leoni hat eine neue Kabelfamilie entwickelt, die sowohl Leitungen zur Leistungsübertragung als auch Hybridleitungen umfasst, die neben der Leistungs- auch eine Ethernet-Datenübertragung mit bis zu 10 GBit/s ermöglichen.
(Bild: Leoni)

Die Leoni AG ist mit den Business Units Automation & Drives und Tailor-Made-Products eines von 39 Unternehmen, das am Forschungsprojekt DC-Industrie 2 teilnimmt. Ziel ist die effiziente Nutzung von Gleichstrom (DC) in der Produktion. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Gemeinsam haben beide Business Units eine neue Kabelfamilie entwickelt: Diese umfasst sowohl Leitungen zur Leistungsübertragung als auch Hybridleitungen, die neben der Leistungs- eine Ethernet-Datenübertragung mit bis zu 10 GBit/s ermöglichen.

Werkstoffe hinsichtlich DC-Dauerbelastung untersucht

Eine Herausforderung für Kabel- und Systemlieferanten sind die Langzeiterfahrungen mit Leitungen, die über einen kompletten Lebenszyklus unter einer Gleichstromspannung zwischen 400 V und 850 V betrieben werden. Vorversuche haben gezeigt, dass Isolationswerkstoffe teilweise unterschiedlich auf die Belastung mit AC (Wechselstrom)- oder DC-Spannung reagieren. In DC-Industrie 2 arbeitet Leoni zusammen mit einem anderen Kabelhersteller und Universitäten an Versuchsreihen, die verschiedene Werkstoffe hinsichtlich ihrer DC-Dauerbelastung untersuchen. DC-Industrie ist ein in den letzten Jahren stark wachsender Trend: Das in bestimmten Bereichen der Produktion deutlich effizientere Gleichstromnetz (DC-Netz) soll dort das herkömmliche Wechselstromnetz (AC-Netz) dauerhaft ablösen.

Industrial-Ethernet-Leitungen von SAB

SAB hat neue Industrial-Ethernet-Leitungen der Kategorie 6, 6A, 7 und 7A im Portfolio, die nicht nur robust sind sondern auch eine schnelle und effiziente Datenübertragung gewährleisten sollen.
SAB hat neue Industrial-Ethernet-Leitungen der Kategorie 6, 6A, 7 und 7A im Portfolio, die nicht nur robust sind sondern auch eine schnelle und effiziente Datenübertragung gewährleisten sollen.
(Bild: SAB Bröckskes)

Als Antwort auf die Megatrends Digitalisierung und Industrie 4.0 präsentiert Kabelspezialist SAB neue Industrial-Ethernet-Leitungen der Kategorie 6, 6A, 7 und 7A, die nicht nur robust sind sondern auch eine schnelle und effiziente Datenübertragung gewährleisten sollen. Zwei Industrial-Gigabit-Ethernet-Leitungen wurden speziell für die steigenden Datenübertragungsraten in der Automatisierung entwickelt. Neben der Weltneuheit CAT-Line CAT 7A RT, eine robotertaugliche CAT-7A-Leitung, präsentiert SAB Bröckskes eine schleppkettentaugliche Leitung mit UL/CSA-Approbation: CAT-Line CAT 7A S.

SAB beschränkt sich nicht nur auf die Herstellung von Kabeln und Leitungen, sondern bietet seinen Kunden in der Automatisierungstechnik auch Entwicklungsunterstützung, z.B. in dem Bereich neue Kommunikationssysteme in der Antriebstechnik. Die kurzfristige und flexible Fertigung von Musterlängen ist laut Hersteller möglich. Das Unternehmen konstruiert zudem auch Spezialkabel nach individuellen Kundenanforderungen. Dabei kann die Fertigung in geringen Losgrößen erfolgen, die auch für Klein- und Nullserien interessant sind.

Softstarter von WEG

Der Softstarter SSW900 von WEG ist nun auch in Baugröße E mit einem Strombereich von 480 A bis 670 A erhältlich.
Der Softstarter SSW900 von WEG ist nun auch in Baugröße E mit einem Strombereich von 480 A bis 670 A erhältlich.
(Bild: WEG)

WEG hat die Reihe seiner Softstarter SSW900 erweitert. Bislang deckte die Reihe in vier Baugrößen A bis D Ausgangsströme von 10 A bis 412 A in einem Spannungsbereich von 220 - 575 V 3AC ab. Nun ist auch die Baugröße E in einem Strombereich 480 bis 670 A erhältlich. Der kompakte Softstarter wurde für die industrielle und gewerbliche Nutzung entwickelt. Das leistungsstarke High-End-Gerät mit integrierter SPS bietet vollständig programmierbare Verfahren zur Regelung von Asynchronmotoren und komplett flexible Drehmoment-Steuerung.

Durch den sanften Anlauf und die integrierten Schutzfunktionen will WEG mit dem SSW900 einen energieeffizienten, zuverlässigen Betrieb von Elektromotoren gewährleisten. Das Gerät eignet sich für eine große Bandbreite an Anwendungen, darunter Lüfter/Entlüftungsventilatoren, Axial-, Kreisel-, Zentrifugal- und Dosierpumpen, Rührmaschinen und Mischer, Förderbänder, Extruder, Trockner und Industrieöfen, Drehtische sowie Kugel- und Hammermühlen. Somit ist SSW900 für Bereiche wie Petrochemie, Bergbau, Textil, Holz-, Plastik- und Metallverarbeitung, Wasser/Abwasserwirtschaft sowie Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie geeignet.

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