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Linearmotor Füll- und Verschließprozesse flexibel und dynamisch gestalten

Redakteur: Ute Drescher

Mit Linearmotoren lassen sich Füll-, Verschließ- und Verpackungsabläufe wesentlich dynamischer, präziser und insbesondere flexibler gestalten als mit Pneumatikzylindern. Diese Erfahrung hat auch die Chocolat Frey AG gemacht.

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(Bild: Frey Chocolat)

Wenn Manfred Leuenberger von der Chocolat Frey AG zu einer Besichtigung der jüngsten Produktionserweiterung seines Unternehmens einlädt, umschmeichelt den Besucher der Duft nach frischer Schokolade, kaum dass er den Zugang zu den Produktionshallen des Schweizer Traditionsunternehmens passiert hat. Kein Wunder, schließlich führt die Passage durch den Bereich, in dem die Schokoladenrohmasse für die etwa 2.500 Produkte des Chocolatiers frisch zubereitet und für die Weiterverarbeitung in Tanks zwischengelagert wird, wie der Technischer Leiter im Bereich Confiserie erläutert.

Doch bevor der Besucher den jüngsten Maschinenneuzugang – eine hochmoderne Anlage für die Produktion von kleinen Schokoladentäfelchen, den sogenannten Napolitains – in Augenschein nehmen kann, geht es in die Umkleide zum Anlegen der Hygienekleidung. Dann nur ein paar Treppen abwärts und schon steht der Besucher vor der neuen Anlage, die den Besucher ebenso in ihren Bann zu ziehen vermag wie die auf ihr gefertigten Produkte.

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Produktionskapazität für Napolitains verfünffacht

Der Startschuss für die neue Anlage fiel bereits 2013, als sich der große Erfolg der kleinen Schokoladentäfelchen abzeichnete und zwei bis heute genutzte ältere Linien, Baujahr 1988 bzw. 1990, mit der Produktion von leckeren Napolitains bereits vollständig ausgelastet waren.

Das Lastenheft für die Gießanlage enthielt wegen der positiven Nachfrageentwicklung als zentrale Forderung eine deutlich höhere Ausstoßleistung als sie die bis dato vorhandenen Anlagen aufweisen. Während letztere jeweils maximal 400 kg gefüllte oder ungefüllte Napolitains pro Stunde produzieren können, sollte die neue Anlage in der gleichen Zeit bis zu 2 t, also etwa 6.000 Täfelchen, bewältigen.

Diese Vorgaben hat der Maschinenbauer, der schon für die älteren Linien verantwortlich zeichnete, durch den Einsatz modernster Technik erfüllt. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Linearmotor von Linmot, dem die Aufgabe zukommt, die ca. 850 mm x 380 mm großen Kunststoffformen mit Aussparungen für 225 Täfelchen (25 mm x 9 mm) in der Gießeinheit vom Transportband nach oben in Richtung der feststehenden Gießdüsen anzuheben.

Gießen ohne Einschlüsse oder Spritzer

„Wird die flüssige Schokolade durch das Gießsystem in die Form eingebracht, wird letztere angehoben, damit der Abstand zwischen Füllpegel und Gießdüsen möglichst gering ist“, erläutert Leuenberger. „So vermeiden wir Lufteinschlüsse oder Spritzer.“

Bei den älteren Linien übernimmt ein Pneumatikzylinder das Anheben der Formen. Doch schon der erste Blick auf diesen Vorgang offenbart eine Schwäche der mittels Druckluft betriebenen Arbeitszylinder: Die Bewegung ist ruckelig und beim Absenken fällt die Form ziemlich unsanft zurück auf die Transportschienen. Beim Linearmotor dagegen ist der komplette Bewegungsablauf trotz der geforderten höheren Dynamik der neuen Maschine sanfter und schont damit Mechanik und Produkt.

Weniger ins Auge sticht ein weiterer Vorteil der elektrischen Direktantriebstechnik für den Endanwender, der aber nicht minder bedeutend ist: „Der Linearmotor erlaubt durch sein integriertes Messsystem eine wesentlich exaktere Positionierung der Form, sodass wir in jedem Moment genau wissen, wo sich die Form gerade befindet“, erklärt Manfred Leuenberger. Damit ist es möglich geworden, den optimalen Abstand zwischen Füllpegel und der Form mit einer Präzision im Zehntelmillimeterbereich jederzeit exakt einzuhalten.

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