Suchen

Leistungswiderstand Frizlen feiert 100-jähriges Jubiläum

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Das schwäbische Familienunternehmen Frizlen, Spezialist für Leistungswiderstände, feiert 100-jähriges Jubiläum und blickt mit Freude und Stolz auf die lange Tradition der Herstellung von elektrischen Leistungswiderständen zurück.

Firmen zum Thema

Frizlen, Spezialist für Leistungswiderstände für verschiedenste Anwendungen, begeht in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum.
Frizlen, Spezialist für Leistungswiderstände für verschiedenste Anwendungen, begeht in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum.
(Bild: Frizlen)

Die Geschichte von Frizlen begann im Jahr 1914, als Elektro-Ingenieur Carl Frizlen die Elektron Gesellschaft für elektrische Beleuchtung, Kraftübertragung & Signalwesen m.b.H. in Ludwigsburg gründete – „und zwar wie alle guten Unternehmen im Hinterhof,“ erklärt Ernst Gehrung, Geschäftsführender Gesellschafter von Frizlen der dritten Generation. Mit der Umwandlung in die Süddeutsche Elektron AG im Jahr 1922 startete er die „Fabrikation von Schaltapparaten, insbesondere Regulatoren für alle Zwecke, Anlasser für Gleich- und Drehstrom“ – ein Geschäftsbereich, der als direkter Vorgänger des heutigen Produktportfolios von Frizlen gelten kann. Nach überstandenem Zweiten Weltkrieg mit Kriegsproduktion und schwieriger Materialversorgungslage wurde 1948 die Fertigung von Anlassern, Reglern und Schiebewiderständen wieder aufgenommen.

Anlasser für deutsche Schiffe

Aus dem Kontakt mit einem Hersteller von Schiffselektromotoren auf der Münchner Elektro-Messe im Jahr 1950 sollte in den Folgejahren eine fruchtbare Geschäftsbeziehung entstehen: Der wenige Jahre zuvor in die Firma eingetretene Sohn des Firmengründers, Karl Frizlen, erkannte die Bedeutung des Schiffbaus als potentiellen Absatzmarkt für Gleichstromanlasser und baute diesen Produktzweig erfolgreich aus.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 22 Bildern

Umzug nach Murr

1960 setzte sich der Firmengründer zur Ruhe und sein Sohn Karl übernahm das Unternehmen als alleiniger Gesellschafter. Die 1970er Jahre waren geprägt durch den Umzug aus beengten Verhältnissen in Ludwigsburg an den heutigen Standort in Murr mit deutlicher Vergrößerung der Produktionsfläche. Zum Ende der Dekade wurde die Fertigung von Stahlgitterwiderständen aufgenommen.

Bremswiderstände für drehzahlgeregelte Elektromotoren

Ernst Gehrung trat als Vertreter der dritten Familiengeneration 1980 in das Unternehmen ein. Er verstärkte in der Folgezeit den Absatz von Leistungswiderständen zur Drehzahlverstellung und Bremsung von Gleich- und Drehstrommotoren. So konnte er dank der zunehmenden Verbreitung von Leistungselektronik in der elektrischen Antriebstechnik ein starkes Wachstum für Frizlen erreichen. Die jüngste Unternehmensgeschichte war geprägt von einer deutlichen Erweiterung und Modernisierung der Fertigungskapazitäten. 2011 trat mit Julia Horn die vierte Generation in das Unternehmen ein. Ernst Gehrung über die Geschichte von Frizlen: „Ein Familienunternehmen, das in die Höhen und Tiefen der Zeitgeschichte eingebunden war.“

Kunden aus verschiedensten Branchen

Frizlen ist heute ein sehr flexibler und auf Kundenbedürfnisse schnell reagierender Spezialist für Leistungswiderstände in unterschiedlichen Bauformen für unterschiedlichste Anwendungsfelder. Eine umfassende Beratungsqualität, hohe Entwicklungskompetenz und eine sehr flexible Fertigung sind die Stärken, mit denen Frizlen am Markt punktet und durch die es sich hervorragend positioniert hat.

Das Unternehmen bietet Standard- und Sonderlösungen an. Alle Widerstände und Gehäuseteile werden in der eigenen Fertigung in Murr produziert, zudem auch viele Produktkomponenten. Dabei sind sowohl Einzelstücke als auch Serienprodukte mit Leistungen von 10 W bis 500 kW möglich. Kunden von Frizlen finden sich in den verschiedensten Branchen wie Antriebstechnik, Maschinenbau, Energietechnik oder Transport & Logistik.

Optimistischer Ausblick auf die Zukunft

Im Jahr 2013 konnte Frizlen mit 106 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 16 Mio. Euro erwirtschaften, die aktuelle Lage beschreibt Ernst Gehrung: „Wir sind zufrieden und beschäftigt.“ Er erwartet für 2014 ein leichtes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Die Unternehmensvision heißt: 20 Mio. Umsatz bis 2020.

Als traditionsreichster Hersteller sieht man sich für die Zukunft gut aufgestellt. Aktuelle Trends stellen laut Julia Horn, Geschäftsführende Gesellschafterin von Frizlen in der 4. Generation, weitere Chancen dar: In vielen Zukunftstechnologien wie regenerative und dezentrale Energieerzeugung sowie Elektromobilität finden sich neue Anwendungen für Leistungswiderstände, die Frizlen mit seinem breiten Produktportfolio passend bedienen kann. Das Unternehmen mit Die Geschäftsführung ist zuversichtlich, auch in den kommenden Jahren ein stabiles Wachstum zu erreichen. (mz)

(ID:42703167)