Hannover Messe Digital Festo rechnet 2021 mit einem Aufholjahr

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Nach einem Umsatzrückgang von 7,5 % im Jahr 2020 ist Festo mit einem starken Wachstum ins neue Jahr gestartet. Der Sparkurs wird jedoch fortgesetzt. Gleichzeitig soll mit der Strategie 2025+ in Wachstum, Digitalisierung und Nachhaltigkeit investiert werden.

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Dr. Oliver Jung: „Wir haben unsere Belegschaft sicher durch das Krisenjahr geführt und eine gute Basis geschaffen, um für die wieder anlaufende Weltkonjunktur bereit zu sein. Gleichzeitig gibt es uns den finanziellen Freiraum, auch jetzt in unsere Zukunft zu investieren“.
Dr. Oliver Jung: „Wir haben unsere Belegschaft sicher durch das Krisenjahr geführt und eine gute Basis geschaffen, um für die wieder anlaufende Weltkonjunktur bereit zu sein. Gleichzeitig gibt es uns den finanziellen Freiraum, auch jetzt in unsere Zukunft zu investieren“.
(Bild: Festo)

Pandemiebedingt verzeichnete die Festo Gruppe im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent. Nach eigenen Angaben lag der Umsatz bei 2,84 Mrd. Euro (Vorjahr 3,07 Mrd. Euro). Insgesamt fiel aber durch vorausschauende Sparmaßnahmen und Beschäftigungssicherung das operative Ergebnis leicht über Vorjahr aus. Die F+E-Quote lag unverändert bei 8 Prozent vom Umsatz.

Umsetzung der Strategie 2025+

Laut Festo wird die neue Strategie 2025+ mit Vollgas umgesetzt. Die Schwerpunkte sind Wachstum und Performance, Innovation und Zukunftsmärkte, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) sowie Nachhaltigkeit.

Wachstumsfeld E-Mobility: Die Elektrifizierung in der Automobilindustrie nimmt gerade massiv Fahrt auf. Festo verzeichnet eine starke Nachfrage nach Automatisierungslösungen für die Produktion von Elektrofahrzeugen und Fahrzeugelektronik sowie die Batteriefertigung. Hinzu kommt ein großer Bedarf nach Qualifizierung im gesamten Spektrum der Elektrifizierung.

Wachstumsfeld Life Tech: Mit Zuwachsraten von über 100 Prozent erlebt das Geschäftsfeld Life Tech mit Medizintechnik und Laborautomation einen Boom. Festo baut sein 2018 eröffnetes Technical Engineering Center für Life Tech in Boston fortlaufend aus, um diesen vielversprechenden Wachstumsmarkt zu erschließen.

Wachstumsfeld Digital Education: Der Bedarf an Home Schooling und virtuellen Trainings in der Aus- und Weiterbildung wächst in der Pandemie rasant. Im Lockdown hat die Festo Didactic ihre neue digitale Lernplattform, Festo LX, für den technischen Unterricht erfolgreich auf den Markt gebracht und eine kostenlose Homeschooling-Version für den Technikunterricht an Schulen bereitgestellt.

Festo's Beitrag zur Nachhaltigkeit

Festo ist nach eigenen Angaben 2020 intern beim Klimaschutz ein großes Stück weitergekommen und damit seinem Klimaziel, bis 2025 mindestens 30 Prozent CO2 einzusparen. Ziel ist es, die Produktion nach und nach in Richtung Kreislaufwirtschaft weiterzuentwickeln.

Den größten Hebel für den Klimaschutz sieht Festo jedoch bei seinen Kunden, durch die passende Produktauswahl aus Pneumatik und Elektrik. Denn ca. 90 Prozent des CO2-Ausstoßes entstehen im Betrieb der Produkte und nur rund 10 Prozent bei deren Herstellung. So bestimmen Digitalisierung und KI die Produkt-Roadmap mit smarten und intelligenten Produkten sowie Services. Ein paar Beispiele:

Leckageortung als Festo Energy Saving Services
Leckageortung als Festo Energy Saving Services
(Bild: Festo/Ruediger J. Vogel)

Die Festo Energy Saving Services (FESS) unterstützen die Anwender von Automatisierungstechnik dabei, in ihrer Fabrik energieeffizienter zu produzieren. Dabei prüfen die Festo-Auditoren das gesamte Druckluftsystem auf Herz und Nieren. Festo hilft so seinen Kunden dabei, ihr eigenes System zu beurteilen, Einsparpotenziale zu ermitteln und Lösungs- bzw. Verbesserungsmaßnahmen vorzuschlagen und umzusetzen. Neu im Portfolio ist ein Monitoringsystem, das Festo beim Kunden dauerhaft implementiert. Über eingebaute Sensorik, wie etwa Durchfluss- und Drucksensoren, wird die gesamte Druckluft ständig überwacht. Die Messwerte werden in einer von Festo entwickelten KI-basierten Softwarelösung erfasst, aufbereitet und für den Anwender visualisiert. So erhält der Kunde eine permanente Zustandsüberwachung seiner Anlage.

Digitale Ventilinsel VTEM
Digitale Ventilinsel VTEM
(Bild: Festo)

Durch Sensorik, Controller, Software und KI kann Pneumatik intelligent werden und so die Effizienz beim Kunden steigern. So steuert die digitale Ventilinsel VTEM die Energiezuführung bedarfsgerecht. Zudem können integrierte Drucksensoren Informationen zu Leckagezuständen liefern. Diese werden dezentral auf dem Controller interpretiert und empfehlen dem Kunden rechtzeitig geplante Wartungszyklen der Anlage. VTEM arbeitet mit energiesparenden Piezo-Ventilen. Diese verbrauchen 20 Mal weniger Energie bei einer 20 Mal längeren Lebensdauer.

Weitere smarte Produkte sind das Energieeffizienzmodul C2M – das Druckregler, Einschaltventil, Sensorik und Feldbuskommunikation in einer Einheit kombiniert, das Pulsventil VSVA – das beim Reinigen von Spänen oder Staub, beim Trocknen und Transportieren von Teilen eingesetzt wird, und die Vakuumsaugdüse OVEM – die den Vakuumdruck überwachen kann.

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