Schwingungselemente Fahrwerksbuchsen auf Handling und Komfort optimieren

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Neues Vibracoustic Berechnungstool entzaubert schwarze Magie des Gummis bei der schwingungstechnischen Bauteilauslegung von Fahrwerken.

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Automobilfahrwerk mit Buchsen und weiteren Fahrwerksteilen von Vibracoustic Bilder: Vibracoustic
Automobilfahrwerk mit Buchsen und weiteren Fahrwerksteilen von Vibracoustic Bilder: Vibracoustic
( Archiv: Vogel Business Media )

Die globalen Plattform-Strategien der Automobilhersteller bedingen hohe Erwartungen an neue Fahrwerke: In Amerika soll es komfortabel weich, in England sportlich straff federn. In Schweden muss es Übungsfahrten zukünftiger Rallye-Weltmeister auf Schotterpisten standhalten und in Australien seine Durchhaltequalitäten auf Wellblechpisten beweisen. Doch ausgerechnet für Deutschlands glatte Fahrbahnen werden die höchsten Anforderungen an die Radführung gestellt: Sie soll bestes Fahrzeughandling und überragende Fahrsicherheit mit hohem Abrollkomfort vereinen.

Ein schwieriger Spagat für die Abstimmung von dämpfenden Fahrwerksbuchsen zwischen Radaufhängung und Karosserie, denn Abrollkomfort und Fahrzeughandling haben gegensätzliche Anforderungen: Für ein weiches Abrollen über schlechte Straßen sollte das Gesamtsystem möglichst weich ausgelegt sein, doch dann reagiert es langsamer auf Lenkbewegungen und die Kurvenneigung ist stärker. Handling und Fahrsicherheit verlangen somit ein eher starres Fahrwerk. Die Auslegung von Fahrwerksbuchsen gehörte damit lange Zeit zu einer herausfordernden Aufgabe, bei der letztlich eine Entscheidung für Handling oder Komfort getroffen werden musste.

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Die neuentwickelte Vibracoustic Berechnungsmethode löst diese Auslegungsfrage und ermöglicht mit der präzisen Abbildung der Bauteile endlich die Visualisierung der Erkenntnis, die Dr. Ulrich von Broock, Leiter Systementwicklungen und Prüfwesen, schon vor einigen Jahren hatte: „Nicht viel Gummimasse isoliert Geräusche und Schwingungen besonders gut, sondern nur die kleinstmögliche Menge des schwarzen Werkstoffes darf zum Einsatz kommen. Denn ein kleines Gummivolumen isoliert besser, braucht weniger Bauraum, verursacht weniger Gewicht und im Ergebnis schont es zusätzlich den Geldbeutel des Kunden.“

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