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E-Bike Europäische Norm macht Pedelec- und E-Bike-Batterien sicherer

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Um Lithium-Ionen-Batterien für Elektro-Leichtfahrzeuge sicherer zu machen, wurde eine neue europäische Norm definiert, die EN 50604-1:2016. Damit sollen Batterien für E-Bikes, Elektroroller, etc. künftig mit einheitlichen Standards gegen Überladung, Tiefentladung, Kurzschluss, extreme Temperaturen und Erschütterungen gesichert sein.

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Das Bild zeigt (v.l.n.r.) Siegfried Neuberger, Geschäftsführer Zweirad-Industrie-Verband e.V. – Stephan Scheuer, 1. Vorsitzender Battery Safety Organization e.V. – Richard Aumayer, Convenor des Normungsvorhabens.
Das Bild zeigt (v.l.n.r.) Siegfried Neuberger, Geschäftsführer Zweirad-Industrie-Verband e.V. – Stephan Scheuer, 1. Vorsitzender Battery Safety Organization e.V. – Richard Aumayer, Convenor des Normungsvorhabens.
(Bild: ZVEI)

Die jetzt veröffentlichte europäische Norm EN 50604-1:2016 soll einen europaweit einheitlichen Sicherheitsstandard für Lithium-Ionen-Batterien für sogenannte „Light Electric Vehicles“ definieren. Die Regulierung erhöht die Sicherheit der Pedelecs und weiterer Elektro-Leichtfahrzeuge wie Elektromotorräder oder Elektroroller und soll den Rechtsrahmen verlässlich regeln.

Die von der europäischen Normungsorganisation Cenelec definierte Norm wird bis Januar 2017 in eine DIN-Norm überführt. Angeregt wurde die Norm von ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie und ZIV – Zweirad-Industrie-Verband in Kooperation mit der Battery Safety Organization Batso.

Auf die Sicherheit der Batterien verlassen können

Solche Lithium-Ionen-Batterien sind „Hightech-Kraftpakete“, die auf kleinstem Raum viel Energie speichern. Die vielen hunderttausend Pedelec- und E-Bike-Besitzer müssen sich auf die Sicherheit ihrer Batterien verlassen können, fordern die Verbände seit langem. Die Batterie muss gegen Überladung, Tiefentladung, Kurzschluss, extreme Temperaturen und Erschütterungen gesichert sein. Das Ladegerät und der Batterie-Pack sind so abzustimmen, dass ausschließlich die dafür vorgesehen Batterien geladen werden können. Zugehörige Ladegeräte und Batterie müssen sich dafür zweifelsfrei wechselseitig erkennen. Dies kann durch mechanische, elektrische oder elektronische Maßnahmen geschehen. Auch müssen die Steckkontakte so beschaffen sein, dass eine Verbindung der Batterie mit dem Wechselstromnetz oder anderen nicht vorgesehenen Stromquellen sicher verhindert wird.

Pedelecs und E-Bikes sind millionenfach unterwegs

E-Mobilität in Form von Pedelecs und E-Bikes im Zweiradbereich ist längst Realität. Schon heute sind mehr als 2,5 Millionen Pedelecs und Elektro-Leichtfahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs. „Angesichts des Booms bei den elektrisch unterstützten Fahrrädern brauchen Verbraucher, Händler und Hersteller klare technische Orientierung“, betont der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands, Siegfried Neuberger.

„Pedelecs, Elektro-Zweiräder und deren Komponenten müssen nach einheitlichen, hohen Qualitätsstandards hergestellt sein, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten“, fordert der Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien, Otmar Frey. Der Vorsitzende der Battery Safety Organization Batso, Stephan Scheuer, hat an der Erarbeitung der technischen Grundlagen mitgearbeitet. Er stellt fest: „Anders als bei elektrisch betriebenen PKW sind die Batterien bei Pedelecs und E-Bikes von außen zugänglich und größtenteils herausnehmbar. Daraus folgen besondere Sicherheitsanforderungen, um Anwender besser zu schützen. Die neue EN 50604-1 setzt hierfür den Maßstab.“

„In diesem Normvorhaben wurde die Prüfung der Funktionsfähigkeit verschiedener Sicherheitsmaßnahmen in die Tests eingeführt um die Sicherheit für den Anwender zu gewährleisten“, unterstreicht Dr. Richard Aumayer, der Convenor des Normungsvorhabens. (sh)

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