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Plagiate Erneut 90.000 gefälschte Wälzlagerverpackungen entdeckt

| Redakteur: Katharina Juschkat

Erneut sind chinesische Behörden Fälschern auf die Schliche gekommen: Über 90.000 Wälzlagerverpackungen wurden in China beschlagnahmt. Die World Bearing Assocation gibt Tipps, wie man Fälschungen vermeidet.

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Die Behörden beschlagnahmten über 90.000 gefälschte Wälzlagerverpackungen und Etiketten.
Die Behörden beschlagnahmten über 90.000 gefälschte Wälzlagerverpackungen und Etiketten.
(Bild: Lingcheng)

Erst vor wenigen Monaten haben chinesische Behörden in Hebei, China, über 23.000 gefälschte Wälzlagerverpackungen und Etiketten beschlagnahmt - jetzt haben Behörden bei einer zweiten Durchsuchung in einem anderen Betrieb mehr als 90.000 Verpackungen sichergestellt.

Der Betrieb gehört dem gleichen Besitzer, der schon zuvor die Plagiate vertrieb. Neben den Verpackungen fanden die Behörden auch zehn Druckplatten, mit denen die Verpackungen von vier Markenherstellern - darunter NSK - gefälscht wurden.

Professionell ausgestattete Fälscher

Die Fälscher sind professionell ausgestattet. Hier eine Druckmaschine in der Fälscherwerkstatt.
Die Fälscher sind professionell ausgestattet. Hier eine Druckmaschine in der Fälscherwerkstatt.
(Bild: Lingcheng)

Sämtliche Verpackungen wurden sichergestellt und ins zentrale Lager der chinesischen Marktaufsichtsbehörde (Market Supervisory Board; MSB) gebracht. Diese Behörde ist in China für die Verfolgung von Markenrechtsverletzungen zuständig. Unmittelbar nach der Durchsuchung in den frühen Morgenstunden verhörten die MSB-Mitarbeiter den Besitzer des Betriebs, der die Rechtsverletzungen sofort zugab und die Auftraggeber der gefälschten Verpackungen benannte.

Die Ausstattung des durchsuchten Betriebs gibt Aufschluss über die Möglichkeiten, die den Plagiatoren von Wälzlagern zur Verfügung stehen. Zum Maschinenpark gehörten Anlagen zum Drucken, Laminieren, Stanzen, Schneiden und Binden. Neben den 90.000 fertiggestellten Verpackungen fanden sich auch große Mengen an bedruckten und noch unbeschnittenen Verpackungseinheiten, die meisten davon in gefälschtem NSK-Design.

Wie man gefälschte Lager erkennt und vermeidet

Die World Bearing Assocation (WBA) setzt sich aktiv dafür ein, dass gefälschte Wälzlager eingedämmt werden. Um gefälschte Lager zu erkennen, hat die WBA eine App entwickelt, die man im Google Playstore oder Appstore herunterladen kann. Mit der App scannt man den Code auf der Verpackung des Lagers und die App prüft sofort, ob der Code in der Datenbank des Herstellers enthalten ist, schon mehrfach gescannt wurde oder unbekannt.

Um erst gar nicht auf gefälschte Lager hereinzufallen, sollte man auf vertrauenswürdige Quellen oder gleich den Originalhersteller setzen. Preise, die weit unter dem Marktwert liegen, sind verdächtig, warnt die WBA. Und sollte man den Verdacht haben, einer Fälschung aufgesessen zu sein, dann empfiehlt die WBA; sich zuerst an den Originalhersteller zu wenden und nicht an den Händler, damit etwaige Beweise nicht vorab vernichtet werden können.

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