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Ingenieurgeschichten Endstation für alte Gleise

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die Fotoreportage des VDI zeigt, wie eine junge Ingenieurin das DB Streckennetz der Zukunft baut. Juliane Thiel ist für die deutsche Bahn unterwegs, um alte Gleise zu erneuern und zu modernisieren. Im Zuge der VDI-Ingenieursgeschichten gibt sie Einblick in ihren Alltag und erzählt, warum ihr der Beruf so viel bedeutet.

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Juliane Thiel ist Bauingenieurin bei der Deutschen Bahn. Für die VDI-Ingenieurgeschichten zeigt sie, worum es in ihrem Beruf geht und vor welchen Herausforderungen sie Tag für Tag steht.
Juliane Thiel ist Bauingenieurin bei der Deutschen Bahn. Für die VDI-Ingenieurgeschichten zeigt sie, worum es in ihrem Beruf geht und vor welchen Herausforderungen sie Tag für Tag steht.
(Bild: VDI / Fabian Stürtz)

Mit einer Betriebslänge von rund 35.000 km gehört das deutsche Schienennetz zu den längsten der Welt. Ebenso sicher ist es eines der am stärksten belasteten. Ob schwere Güterzüge oder schnelle ICE, ob wechselnde Witterungsbedingungen oder Abnutzung und Korrosion – Bahngleise sind jeden Tag höchsten Belastungen ausgesetzt. Damit die Deutsche Bahn trotzdem pünktlich und sicher ihr Ziel erreicht, arbeiten Gleisbauexperten wie die junge Bauingenieurin Juliane Thiel jeden Tag aufs Neue an der Instandhaltung und Modernisierung der Trassen. Der VDI stellt Thiels Geschichte als Fotoreportage in seiner Kampagne Ingenieurgeschichten vor.

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Koordination von Mensch und Maschine

„Ich muss im Vorhinein wissen: Mit welchen Gegebenheiten habe ich es zu tun? Wie gehe ich das am besten logistisch an?“, erklärt Thiel. Sobald sie sich einen Überblick verschafft hat, plant sie mit ihren Kollegen den kompletten Ablauf der Instandhaltung. Vor Ort tauschen dann bis zu 60 Mitarbeiter im Schichtbetrieb den Schotter im Gleisbett, wechseln die Betonschwellen und verlegen neue Schienen. Die Koordination von Manpower auf der einen und schweren Maschinen wie Bagger, Schotterpflüge, Bettungsreinigungsmaschinen und Umbauzüge auf der anderen Seite verlangt neben Organisationstalent auch viel technisches Wissen. Jeder Fortschritt wird von der jungen Bauingenieurin zudem genau dokumentiert, damit auch der Auftraggeber immer auf dem neuesten Stand bleibt.

Auf der richtigen Schiene

Kaum ist ein Projekt abgeschlossen, wartet bereits die nächste Aufgabe auf Juliane Thiel. Diesmal geht es nicht um Wartung und Instandhaltung, sondern um das Gleis in die Zukunft. „Ab September ist unsere Baustelle der Streckenabschnitt von Erfurt nach Eisenach. Hier geht es um eine zukünftige Geschwindigkeitserhöhung der Strecke auf 200 km/h.” Die Baustelle ist Teil des ehrgeizigen „Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8“ mit dem anspruchsvollen Ziel, die Fahrzeiten in und um den Osten Deutschlands signifikant zu verkürzen. Egal, ob es sich um ein Großprojekt wie VDE 8 oder um eine kleine Streckensanierung handelt, Thiel liebt diese Art von Herausforderungen: „Das ist genau das, was mir Spaß macht. Ich kann ausführen. Ich kann Sachen einfach verändern und besser machen. Ich sehe einen klaren Nutzen und Zweck in meiner Arbeit und die Leute in meiner Umgebung haben unmittelbar etwas davon.”

Die Faszination fürs Bauen und große Baustellen wurde bei Juliane früh geweckt. „Schon als Kind habe ich meine Großväter, die im Straßenbau gearbeitet haben, auf Baustellen begleitet. Ich habe viel von ihnen lernen können, und profitiere auch heute noch von ihren guten Ratschlägen.”

Über die Kampagne „Ingenieurgeschichten“

Der VDI will mit seiner Kampagne „Ingenieurgeschichten“ die vielen großen und kleinen Entwicklungen der Ingenieure auch Menschen außerhalb der Technik-Community bekannt machen. Und wer könnte besser für den Berufsstand sprechen als Ingenieure selbst? „Dazu haben wir beispielhafte Geschichten gesucht, die das rüberbringen – ohne Fachchinesisch und sehr persönlich. Die Menschen wissen oft gar nicht, wie viel Ingenieurkunst sie überall umgibt“, sagt VDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer. (kj)

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