Studie zur Elektromobilität Elektroautos werden real deutlich günstiger und vielfältiger

Quelle: Fraunhofer ISI 3 min Lesedauer

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Trotz höherer Durchschnittspreise sind Elektroautos real um 18 Prozent günstiger geworden. Eine neue Studie belegt zudem die vervierfachte Modellauswahl. Günstigere Batterien versprechen künftig noch weitere Preissenkungen am Markt.

Das Angebot an reinen E-Modellen hat sich innerhalb von fünf Jahren von 38 auf 159 vervierfacht, während das Verbrenner-Angebot zeitgleich schrumpfte.(Bild:  © DigitalPenTH – stock.adobe.com)
Das Angebot an reinen E-Modellen hat sich innerhalb von fünf Jahren von 38 auf 159 vervierfacht, während das Verbrenner-Angebot zeitgleich schrumpfte.
(Bild: © DigitalPenTH – stock.adobe.com)

Elektrofahrzeuge in Deutschland sind zwischen 2020 und 2025 real um rund 18 Prozent günstiger geworden – obwohl die nominalen Durchschnittspreise auf den ersten Blick gestiegen sind. Das zeigt eine neue gemeinsame Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI. Gleichzeitig hat sich die Zahl der verfügbaren Elektromodelle auf dem deutschen Markt mehr als vervierfacht. Die Studie basiert auf mehr als 100.000 Einzelangaben aus einer Datenbank des ADAC und umfasst sechs Segmente von Klein- bis Luxuswagen.

Die Studie zeigt, dass Elektroautos heute im Durchschnitt größere Reichweiten und mehr Motorleistung bieten, während die realen Preise vergleichbarer Modelle gesunken sind.

Dr. Peter Mock, Geschäftsführer des ICCT in Europa

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich der Markt für Elektroautos in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Die Fahrzeuge bieten heute im Durchschnitt größere Reichweiten und mehr Motorleistung, während die realen Preise vergleichbarer Modelle gesunken sind“, sagt Dr. Peter Mock, Geschäftsführer des ICCT in Europa.

Warum E-Autos nur auf den ersten Blick teurer sind

Die Grafik zeigt die nominale sowie reale Preisentwicklung von E-Autos und Verbrennern zwischen 2020 und 2025, bereinigt um Fahrzeugmerkmale und Inflation.(Bild:  ICCT / Fraunhofer ISI)
Die Grafik zeigt die nominale sowie reale Preisentwicklung von E-Autos und Verbrennern zwischen 2020 und 2025, bereinigt um Fahrzeugmerkmale und Inflation.
(Bild: ICCT / Fraunhofer ISI)

Der mittlere Listenpreis für Elektrofahrzeuge stieg zwischen 2020 und 2025 nominal von rund 37.000 Euro auf etwa 53.000 Euro. Dieser Anstieg spiegelt jedoch keine höheren Preise für vergleichbare Fahrzeuge wider, sondern eine Verschiebung im Modellangebot: Der Anteil der mittleren und oberen Mittelklasse am Elektrofahrzeugangebot stieg von 2020 bis 2025 erheblich und macht heute 73 Prozent aller Elektromodelle aus. Werden dagegen einzelne Modelle über die Zeit beobachtet und Fahrzeugeigenschaften wie Gewicht, Motorleistung und Reichweite sowie die Inflation berücksichtigt, sanken die Preise vergleichbarer Elektrofahrzeuge im selben Zeitraum um rund 18 Prozent. Die realen Preise für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stiegen hingegen im selben Zeitraum um rund 2 Prozent an.

Die deutlich gesunkenen Batteriekosten sind noch nicht vollständig in günstigeren Listenpreisen angekommen.

Prof. Dr. Patrick Plötz, Leiter der Abteilung Energietechnologien und Energiesysteme am Fraunhofer ISI

Batteriepreise gesunken

Die globalen Batteriepreise gingen zwischen 2020 und 2025 nominal um 21 bis 24 Prozent zurück – von rund 165 bis 185 Euro pro Kilowattstunde auf etwa 130 bis 140 Euro. Inflationsbereinigt entspricht dies einer Preisreduktion von etwa 35 bis 37 Prozent. In den Fahrzeugpreisen schlagen sich die günstigeren Batteriepreise bislang nur begrenzt nieder. Die durchschnittliche Reichweite von Elektrofahrzeugen stieg im Untersuchungszeitraum jedoch um etwa ein Drittel an, was darauf hindeutet, dass die Einsparungen in Fahrzeugverbesserungen investiert oder zur Deckung von Forschungs- und Entwicklungskosten genutzt wurden.

„Die deutlich gesunkenen Batteriekosten sind noch nicht vollständig in günstigeren Listenpreisen angekommen. Das bedeutet: Das Potenzial für weitere Preissenkungen bei Elektrofahrzeugen ist noch nicht ausgeschöpft“, erklärt Prof. Dr. Patrick Plötz, Leiter der Abteilung Energietechnologien und Energiesysteme am Fraunhofer ISI und einer der Autoren der Studie.

Die Zahl der Elektrofahrzeugmodelle hat sich in nur fünf Jahren vervierfacht.

Kyle Morrison, Wissenschaftler am ICCT

Modellvielfalt nimmt deutlich zu

Die Zahl der verfügbaren Elektromodelle stieg von 38 im Jahr 2020 auf 159 im Jahr 2025. Das Angebot an Modellen mit Verbrennungsmotor ging im gleichen Zeitraum von 275 auf 194 zurück.

„Die Zahl der Elektrofahrzeugmodelle hat sich in nur fünf Jahren vervierfacht. Im mittleren und oberen mittleren Segment stehen den Verbrauchern mittlerweile etwa ebenso viele Elektrofahrzeuge zur Auswahl wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor“, erklärt Kyle Morrison, Wissenschaftler am ICCT und Mitautor der Studie. 

Im Mini- und Kleinwagensegment besteht weiterhin eine Diskrepanz: 2025 standen dort 19 Elektromodelle 35 Verbrenner-Modellen gegenüber. Verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen, darunter langfristig stabile CO2-Flottengrenzwerte, bleiben zentral, um Investitionen in die Elektrifizierung aller Fahrzeugsegmente sowie in die Batteriefertigung zu sichern.

Die Studienergebnisse auf einen Blick

  • Reale Preissenkung: Bereinigt um Inflation und bei Betrachtung vergleichbarer Modelle (Gewicht, Leistung, Reichweite) sind E-Autos von 2020 bis 2025 real um 18 Prozent günstiger geworden. Verbrenner wurden im selben Zeitraum um 2 Prozent teurer. 

  • Scheinbare Verteuerung: Die nominalen Durchschnittspreise (von 37.000 auf 53.000 Euro) stiegen nur deshalb, weil mittlerweile 73 Prozent des E-Angebots auf die teurere Mittel- und Oberklasse entfallen.

  • Potenzial bei Batteriepreisen: Die Batteriekosten sind real um bis zu 37 Prozent gesunken. Diese Einsparungen wurden bisher vor allem in größere Reichweiten (plus ca. 33 Prozent) investiert, weshalb noch Spielraum für zukünftige Preissenkungen bei den Autos besteht.

  • Wachsende Modellvielfalt: Das Angebot an reinen E-Modellen hat sich innerhalb von fünf Jahren von 38 auf 159 vervierfacht, während das Verbrenner-Angebot zeitgleich schrumpfte.

  • Lücke bei Kleinwagen: Im Segment der Mini- und Kleinwagen gibt es noch Nachholbedarf (nur 19 E-Modelle vs. 35 Verbrenner). Um dies auszugleichen, sind verlässliche und stabile CO2-Grenzwerte entscheidend.

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