Torquemotor

Elektrischer Hauptantrieb macht Pressen ordentlich Dampf

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Seit 2000 verdoppelten sich Jahr für Jahr die Momente der von Oswald gefertigten Motoren. Heute entwickelt, fertigt und vertreibt das Unternehmen Elektromotoren im Leistungsbereich von 10 kW bis 2000 kW, wobei die Torquemotoren bis zu 170 000 Nm erreichen – Tendenz steigend (Bild 6). Die Motoren werden kundenspezifisch entsprechend der Anwendung ausgelegt und in Kleinserien von bis zu maximal 2000 Stück pro Typ und Jahr gefertigt.

Mit Motorentechnik Produktivität steigern und Energie einsparen

Über die eigenen Baureihen und kundenspezifischen Antriebe hinaus befasst sich Oswald mit Spezialentwicklungen rund um den Elektromotor. So entstanden in den letzten Jahren Kombinationen aus rotierenden und linearen Motoren, verschiedene Prototypen für die Elektromobilität und einige Motormuster mit modernen Hochtemperatursupraleitern. Der Motorenhersteller ist „Maßschneider“ und kein Anbieter von „Stangenware“.

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Oswald kann mit seiner Motorentechnik typischerweise Produktivitätssteigerungen und Energieeinsparung im Bereich von 20 bis 50 % realisieren; bei dynamischen Anforderungen auch mal bis zu 100 %, wenn es um die Optimierung bisheriger Antriebslösungen geht. In Miltenberg weiß man, dass solche Verbesserungen auch bei kleinen Stückzahlen mit Engagement und vertrauensvoller Kooperation durch individuelle, kundenspezifische Entwicklungen erreichbar sind. Oswald-Kunden können sich darauf verlassen, dass die für sie entwickelten Motoren nicht an Mitbewerber geliefert werden.

Durch Verarbeitung immer leichterer Stähle sind Servopressen im Kommen

Wie Arndt Brandstetter, Key Account Manager von Schuler berichtet, wird in Zukunft zwar der Kunststoffeinsatz in der Automobilindustrie weiter wachsen, aber das Metall nicht wirklich verdrängen. Die Produktivität in der Herstellung von Metallteilen ist prozessbedingt einfach höher. Im Kommen ist dagegen die Verarbeitung immer leichterer Stähle bei gleicher Festigkeit mit geringerem Materialeinsatz.

Bei Pressen treten systembedingt durch die Kompression Schnittschläge auf, die die Anlagenlebensdauer belasten und teilweise durch Schnittschlagdämpfer reduziert werden müssen. Daher werden Schneidpressen mit Servodirektantrieb immer populärer, da ein elektrischer Antrieb beim Durchbrechen des Materials die Beschleunigung drastisch reduziert. Servoangetriebene Schneidpressen werden sicherlich geringere Serviceaufwendungen bedingen und eine längere Lebensdauer haben. Mit dieser Feststellung wird deutlich: Die elektrischen Direktantriebe finden zunehmend Akzeptanz und „revolutionieren“ den Pressenbau hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Qualität des Umformprozesses.

* Hubert Dick ist Vertriebsleiter bei der Oswald Elektromotoren GmbH in 63897 Miltenberg. Reinhold Kuchenmeister ist freier Journalist.

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