Ökodesign-Richtlinie „Eine unglaubliche Erleichterung“

Autor: Ute Drescher

Kurz bevor die Verordnung EU 2019/1781 zur Effizienzregulierung in Kraft tritt, wurde nachgebessert. Andreas Schader, Global Marketing Manager Standardization bei ABB Motion Deutschland, erklärt, was jetzt einfacher wird.

Andreas Schader ist Global Marketing Manager Standardization bei ABB Motion in Deutschland und hat intensiv an der Verordnung EU 2019/1781 und der Aktualisierung mitgearbeitet.
Andreas Schader ist Global Marketing Manager Standardization bei ABB Motion in Deutschland und hat intensiv an der Verordnung EU 2019/1781 und der Aktualisierung mitgearbeitet.
(Bild: ABB)

Herr Schader, was war an der bisherigen Effizienzregulierung problematisch?

Andreas Schader: Bis zur Veröffentlichung der Änderungen im Februar 2021, der EU 2021/341, wurde die Regulierung häufig so interpretiert, dass Maschinenbauer oder Elektroinstallateure die Energieeffizienz für den gesamten Schaltschrank evaluieren müssen. Es war nicht klar, wo die Systemgrenze der Regulierung liegt. Die Formulierung ließ die Interpretation zu, dass sie bis zum speisenden Transformator geht. Das wäre natürlich nicht machbar gewesen.

In welchen Punkten wurde die Regulierung konkret nachgebessert?

Andreas Schader: Jetzt ist klar: Frequenzumrichter, die vom Hersteller schon als konform deklariert sind, müssen nicht mehr betrachtet werden. Das ist eine unglaubliche Erleichterung. Angenommen es werden noch weitere Neben-Aggregate in diesem Schaltschrank verbaut, dann wird der Schaltschrank plötzlich sehr ineffizient, weil die Verluste auf der Haupteinspeisung zusammenlaufen. Das hat mit der Energieeffizienz des Antriebs oder des Motorstrangs nichts zu tun. Oder der Schaltschrank wird mit einer anderen IP-Klasse versehen, dann führt er die Wärme schlechter ab. Damit wird er auch ineffizienter.

Über den Autor

 Ute Drescher

Ute Drescher

Chefredakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht