CAD-Software Effizienter Konstruktionsprozess mit 3D-Ansichten für alle

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Das Unternehmen Brückner Maschinenbau ist ein Experte in Sachen Folienstreckanlagen. Vor fast 20 Jahren nutzen Konstrukteure erfolgreich die CAD-Software Solid Edge. In der Zwischenzeit gibt es auch es eine CAD-ERP-Integration, viele automatisierte Prozesse und 3D-Ansichten für alle.

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Bei Brückner Maschinenbau ist der Nutzen von Solid Edge in fast 20 Einsatzjahren kontinuierlich gewachsen.
Bei Brückner Maschinenbau ist der Nutzen von Solid Edge in fast 20 Einsatzjahren kontinuierlich gewachsen.
(Bild: SST)

Wenn man eine aus Kunststoff-Granulat erzeugte Gießfolie mit einem speziellen Verfahren in Längs- und Querrichtung streckt, lassen sich die Produkteigenschaften in verschiedener Hinsicht verbessern: höhere Festigkeit gegen Reißen und Durchstoßen, wirksame Barrieren gegenüber Gasen und Wasserdampf oder auch Glanz und Transparenz gehören dazu. Die 1960 gegründete Brückner Maschinenbau GmbH & Co. KG im südbayerischen Siegsdorf ist zugleich Pionier und Weltmarktführer in der Entwicklung und schlüsselfertigen Lieferung von Folien-Streckanlagen mit über 60 Prozent Anteil am Weltmarkt.

Mit den bis zu 200 Meter langen Produktionsanlagen werden gestreckte Kunststoff-Folien von bis zu 10 Metern Breite produziert, die vor allem als hochwertiges Verpackungsmaterial, aber auch in technischen Anwendungsbereichen, etwa als Kondensator- und High-Tech-Folien für Flachbildschirme oder Mobiltelefone eingesetzt werden. Technischer Fortschritt, wie beispielsweise die einzigartige Simultan-Strecktechnologie, bildet die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg. In über 50 Jahren wurden mehr als 600 Anlagen weltweit im Markt platziert. Rund 500 Mitarbeiter sorgen dafür, dass jedes Jahr einige hinzukommen.

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Flexibel an Marktbedingungen anpassen

Zwar wächst der Weltbedarf an hochwertigen Folien kontinuierlich – doch die Investitionen in neue Anlagen sind sehr volatil: Darauf hat sich Brückner erfolgreich eingestellt, unter anderem durch höchstmögliche Flexibilität, eine langfristige strategische Ausrichtung sowie eine Organisations- und Managementstruktur, die allen Mitarbeitern Freiraum für Kreativität und unabhängiges Denken und Handeln bietet. Die 80-köpfige Produktentwicklung und Konstruktion lässt sich zum Beispiel über ein Joint Venture, externe Konstruktionsbüros und Personaldienstleister kontrolliert um 50 % erweitern, ohne dass es zu Qualitätseinbußen oder Wissensverlusten kommt. Externe Mitarbeiter greifen über Thin Clients via Internet VPN-Verbindung auf Blade-Workstations im Siegsdorfer Rechenzentrum zu – die komplette IT-Infrastruktur wird ihnen gestellt. „So bleiben alle Konstruktionsdaten immer in unserem Unternehmen“, sagt Josef Ramelsberger.

Solid Edge ab Version 1

Seit fast 20 Jahren nutzen interne wie externe Konstrukteure Solid Edge, das 3D/2D-CAD-System von Siemens PLM Software. Zurzeit sind etwa 120 Arbeitsplätze im Einsatz. „Seit der Einführung des ersten CAD-Systems bis heute herrscht Kontinuität. Mit allen CAD-Objekten, die seit der Einführung des CAD-Systems erstellt wurden, kann gearbeitet werden. Dies ist vor allem für die Service-Tochter Brückner Servtec bei Upgrades wichtig“, sagt Josef Ramelsberger. Das Unternehmen begleitete zwölf Betatests, stand oft in direktem Kontakt mit den Entwicklern in Huntsville (Alabama) und evaluierte als eines der ersten Unternehmen die „Synchronous Technology“ mit ihren Möglichkeiten zur unmittelbaren Geometriebearbeitung.

Mehrmals wurde die Entscheidung inzwischen überprüft – auch im Vergleich zu High-end-Systemen. Doch der Kernvorteil von Solid Edge überwog: „Durch die intuitiv verständliche Benutzerführung ist das Programm sehr schnell zu erlernen“, sagt Fritz Holzner, der den Solid Edge-Einsatz als CAD-Administrator verantwortet. „Dadurch wird die Einarbeitung für neue Mitarbeiter leichter. Sie können die Daten schneller und sicherer nach hausinterner Konstruktions-Vorschrift erstellen, ablegen und verwalten.“ Wie im klassischen Maschinenbau üblich, wird jedes firmenspezifische Bauteil ebenso wie jedes neutrale Normteil auskonstruiert. Dies führt nicht selten zu Baugruppen mit sechsstelliger Bauteilanzahl – was für die meisten CAD-Systeme am Markt schwer zu bewältigen ist.

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