Suchen

Engineering Durchgängig projektieren – vom Fließbild bis zur Steuerung

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Oberflächlich betrachtet, wird man dem Thema Oberflächen-Behandlung und –Veredelung kaum gerecht. Denn die Prozesse und damit auch das Engineering in diesem Bereich sind komplex.

Firmen zum Thema

Rippert ist ein Experte für Oberflächen.
Rippert ist ein Experte für Oberflächen.
(Bild: Rippert)

In der Oberflächen-Behandlung und –Veredelung werden verschiedenste hochkomplexe Anlagen zur Vorbehandlung, Pulverbeschichtung, Lackierung, Trocknung sowie für Automation zum Transport und Teilehandling eingesetzt. Das Thema Umweltverträglichkeit ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt in diesem Industriesektor – ob Luftfilterung, Pulverrückgewinnung, Ventilatortechnik, Energieeffizienz bei der Trocknung oder Lärmschutz: Hier werden höchste Anforderungen gestellt. Dementsprechend komplex ist das Engineering.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Ein erfahrener Anlagenbauer in diesem Sektor ist die Rippert Anlagentechnik GmbH und Co. KG, die sich seit über 45 Jahren mit Lackier- und Filteranlagen, Automation und Industrieventilatoren am Markt behauptet. Ihr Wachstum und die immer weiter steigenden Ansprüche an automatisierte Anlagen ließen die Oberflächenveredler nach einem modernen Engineeringsystem Ausschau halten, das mitwächst und tragfähig ist für die Zukunft.

Durchgängigkeit gesucht

Bei der Suche war Durchgängigkeit das zentrale Thema der Anlagenbauer. Der Wunsch nach deutlich durchgängigeren Prozessen war der Motor, der die Entscheidung voranbrachte. „EIN Projekt, vom verfahrenstechnischen Fließbild (R&I) bis zur Steuerungstechnik – diese Forderung konnte unter allen Anbietern, die wir uns angesehen haben, nur der Software-Entwickler Aucotec mit Engineering Base (EB) erfüllen“, erzählen Thomas Quante, Leiter des Bereichs MSR bei Rippert und der EB-Administrator und Key User Thomas Möller.

Die Engineering-Experten bei Rippert waren sich bei der Entscheidung für das neue System durchaus darüber im Klaren, dass aufgrund der durchgängigen Vorgehensweise viele Abteilungen von Veränderungen betroffen sein würden. Die aktuellen Normen für R&I-Schemata und die neue Referenzkennzeichnung (früher: Betriebsmittelkennzeichnung) machten jedoch ohnehin ein Umdenken nötig und waren ein zusätzlicher Grund, um mehr Durchgängigkeit zu schaffen.

Ein gemeinsames Datenmodell

Von Vertrieb über Abwicklung und Fertigung bis zur Inbetriebnahme greifen alle Disziplinen auf dasselbe, gemeinsame Datenmodell zu, um Engineering-Informationen einzusehen oder zu bearbeiten. EBs Datenbank und Objektorientierung sowie seine besondere Mehrschicht-Architektur machen es möglich. Mit der zentralen Datenhaltung lassen sich selbst hochkomplexe Aufgabenstellungen schnell und kooperativ – auch über mehrere Standorte hinweg – erledigen.

Der zwischen Client und Datenbank geschaltete Application Server entlastet den Client-Rechner und verwaltet die Business-Logik mit ihren Elementen und logischen Beziehungen zueinander. „Unterschiedliche Kennzeichnungen eines Bauteils in verschiedenen Dokumenten gehören mit EB ebenso der Vergangenheit an wie die zeitintensiven Abgleiche der beim Projektstart erstellten Verbraucher- und Feldgerätelisten“, so Quante.

Funktionsorientiert arbeiten

Funktionsorientierte Baugruppenbildung ist jetzt ein wichtiger Kernpunkt für den Engineeringprozess, denn damit werden wiederverwendbare Standards geschaffen, die Abspracheaufwände und Fehler deutlich minimieren. Die Baugruppen werden aus Einzelfunktionen mit dahinter liegenden Teilschaltungen bzw. Stromlaufplanseiten gebildet. Das strukturelle Anlegen von Funktionen erfordere zwar eine andere Arbeitsweise, aber das Umdenken lohne sich, erklärt Administrator Möller: „Die Funktionsorientierung bringt eine erhebliche Zeitersparnis und gliedert obendrein die Teilanlagen sehr übersichtlich.“

(ID:44450298)