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Drucklufterzeugung Druckluft im Dienste der Musik

| Redakteur: Dorothee Quitter

Konzeptkünstler Christof Schläger baut beeindruckende Klangskulpturen und komponiert für sein maschinelles Orchester urbane Musik. Eine wichtige Rolle im Orchester spielen druckluftbetriebene Schiffs-Signalhörner.

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Ein drehzahlgeregelter CompAir-Schraubenverdichter liefert die Druckluft für die Konzerte von Christof Schläger.
Ein drehzahlgeregelter CompAir-Schraubenverdichter liefert die Druckluft für die Konzerte von Christof Schläger.
(Bild: CompAir)

Wenn der Tonkünstler Christof Schläger eine seiner Kompositionen zu Gehör bringt, wird der Zuhörer mit starkem Schalldruck konfrontiert – zumindest wenn er sich in unmittelbarer Nähe des Orchesters aufhält. Denn Schläger komponiert Musik für die Beschallung von großen Freiflächen und entwickelt und baut auch die dazugehörigen Instrumente. Neben pneumatisch gesteuerten Schlaginstrumenten kommen dabei Signalhörner für Schiffe zum Einsatz, bei denen Druckluft für den nötigen „Sound“ sorgt. Die Schallbecher der Hörner stellt der Klangkünstler in einer eigenen Werkstatt her bzw. modifiziert sie so, dass das „Horn-Orchester“ das gewünschte Klangbild produziert.

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Das Spektrum der druckluftbetriebenen Instrumente reicht vom 20 cm langen Horn bis zu 4 Meter hohen, mehrfach gewundenen Schalltrichtern – alle perfekt aufeinander abgestimmt, wie ein „richtiges“ Orchester eben. Und eindrucksvoll anzusehen – echte Klangskulpturen.

Industrie-Geräuschkulisse wird zu Kunst

Die Stücke, die zum Beispiel auf großen Freiluft-Events wie Hafengeburtstagen oder Stadtjubiläen sowie auf Industriearealen aufgeführt werden, sind durchaus melodisch. Aus der Perspektive des Zuhörers entstehen besondere Klangeffekte, weil die einzelnen Instrumente bis zu 2 Kilometer weit voneinander entfernt ist – für diese Distanz benötigt der Schall fünf Sekunden.

Zugleich aber wecken die Konzerte auch Assoziationen an typische Alltags- und Industriegeräusche, und das ist gewollt. Als Sohn eines Bergbauingenieurs ist Christof Schläger in einem Tagebaugebiet groß geworden: „Die industrielle Geräuschwelt hat mich immer fasziniert. Mein Ziel ist es, die Industriekulisse in Kunst zu transformieren.“

Dabei nutzt er seine gut ausgestattete Werkstatt in einer ehemaligen Maschinenhalle der Zeche Teutoburgia in Herne und sein Know-how in der Metallverarbeitung – Schläger hat Maschinenbau und Verfahrenstechnik studiert – und auch die Werkzeuge der Industrieautomation. Die Beaufschlagung der einzelnen Hörner mit Druckluft oder der Pneumatikantriebe für die Schlagwerkzeuge erfolgt über Festo-Ventilinseln, die wiederum mit dem Laptop des Künstlers verbunden sind. Dort ist die Partitur gespeichert.

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