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Top-100 Diese innovativen mittelständischen Unternehmen erhalten Top-100-Siegel

Redakteur: Juliana Pfeiffer

364 Unternehmen haben sich in diesem Jahr um das Top 100-Siegel beworben. Insgesamt wurden 257 Unternehmen mit dem Gütesiegel ausgezeichnet. Darunter auch zahlreiche Unternehmen aus dem Maschinen- & Anlagenbau. Ein Überblick.

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Lenze zählt auch in diesem Jahr zu den Top-100-Innovatoren. Insgesamt wurden 257 mittelständische Unternehmen aus Deutschland ausgezeichnet.
Lenze zählt auch in diesem Jahr zu den Top-100-Innovatoren. Insgesamt wurden 257 mittelständische Unternehmen aus Deutschland ausgezeichnet.
(Bild: Lenze)

Bereits zum 27. Mal erhalten die innovativsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands das Top 100-Siegel. Die insgesamt 364 Bewerber mussten sich hierfür rund 120 Prüfkriterien unterziehen.

Sie legten beispielsweise dar:

  • wie sie Innovationsprozesse im Unternehmen organisieren
  • wie sie das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter gestalten
  • welche Innovationsstrategien sie verfolgen

Damit alle Unternehmen die gleichen Chancen haben, wird das Siegel in drei Größenklassen vergeben: bis 50 Mitarbeiter, 51 bis 200 Mitarbeiter und mehr als 200 Mitarbeiter. In diesem Jahr haben 257 das Gütezeichen erhalten. Darunter auch zahlreiche Unternehmen aus dem Maschinen- & Anlagenbau.

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LMT Tools überzeugt mit smarten Präzisionswerkzeugen

So erhielt LMT Tools in der Unternehmensgröße mit mehr als 200 Mitarbeiter das Top-100-Siegel in den Kategorien „Innovationsförderndes Top-Management“ und „Innovative Prozesse und Organisation“. Seit mehr als 100 Jahren erfinden die weltweit rund 1.200 Mitarbeiter neue Präzisionswerkzeuge und nutzen dabei mittlerweile auch die 3D-Technologie. So wie beim „Evoline“-Tangential-Rollkopf, einem Werkzeug zum Fertigen von Außengewinden, dessen Rollkopf teilweise mittels 3D-Druck hergestellt wird. Zukünftig sollen die smarten Werkzeuge mit Sensoren versehen werden, um entsprechende digitale Daten zu erhalten.

Rafi setzt auf Ideenreichtum seiner Mitarbeiter

Der Bediensysteme-Spezialist für die Mensch-Maschine-Kommunikation Rafi hat in der Kategorie „Innovative Prozesse und Organisation“ die Top-100-Jury überzeugt. So setzte das Unternehmen auf den Ideenreichtum seiner Mitarbeiter, die ausdrücklich zur kreativen Mitarbeit motiviert und deren Vorschläge in einer eigenen Datenbank gesammelt werden. Auf dieser Grundlage entstanden beispielsweise die kapazitiven Twin-Touch-Eingabesysteme, die durch zusätzlich integrierte Kraftsensoren neuen Bedienoptionen eröffnen, sowie die haptischen Taster und Fingerführungen der Flexscape-Serie zur sicheren Blindbedienung von Rafis Industrie-Touchscreens.

Mikroschicht-Korrosionsschutzsysteme von Dörken

Ebenfalls in der Kategorie „Innovative Prozesse und Organisation“ konnte Ewald Dörken überzeugen. Das Unternehmen zählt bereits zum siebten Mal zu den Top-Innovatoren. Das Top-100-Unternehmen stellt Bauprodukte wie Baufolien und Baufarben her, aber auch Pastensysteme und Mikroschicht-Korrosionsschutzsysteme für den industriellen Serieneinsatz. Diese Beschichtungen schützen beispielsweise die Sicherheitsbauteile in einem Auto. Das Unternehmen hat zudem eine Spezialfarbe entwickelt, die resistent gegen Keime und Bakterien wie z. B. MRSA, gegen unbehüllte Viren und gegen Schimmel ist - und das ganz ohne einen aktiven Filmschutz und ohne den Einsatz kennzeichnungspflichtiger, um­weltgefährdender und allergieauslösender Wirkstoffe.

RK Rose+Krieger zählt zum 9. Mal zu den Top-Innovatoren

In den Kategorien „Außenorientierung/Open Innovation“ und „Innovationsklima“ konnte auch RK Rose+Krieger in diesem Jahr überzeugen. Das Unternehmen zählt bereits zum neunten Mal zu den Top-Innovatoren. RK Rose+Krieger ist auf die Entwicklung und den Vertrieb von Lineartechnik, Profilmontagetechnik sowie Verbindungs- und Modultechnik spezialisiert. Neben mechanischen Produkten bietet das Unternehmen auch Komplettpakete aus einer Hand an.

So hat RK Rose+Krieger gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut zum Beispiel eine automatisierte Schweißzelle für große Edelstahlteile entwickelt. „Wir haben die mechanischen Komponenten geliefert, das Institut die Steuerung für die Roboterbewegungen“, erklärt der Geschäftsführer Hartmut Hoffmann.

Top 100: Der Wettbewerb

Die Top-100-Trophäe erhalten die innovativsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands.
(Bildquelle: XYZ)

Seit 1993 vergibt Compamedia das Top 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen. Die wissenschaftliche Leitung liegt seit 2002 in den Händen von Prof. Dr. Nikolaus Franke. Franke ist Gründer und Vorstand des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien. Mentor von Top 100 ist der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Projektpartner sind die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und der Mittelstandsverband BVMW.

Werma Development System mit Top-100-Siegel ausgezeichnet

In der Kategorie „Innovative Prozesse und Organisation“ hat Werma Signaltechnik das Top-100-Siegel erhalten. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung optischer und akustischer Signalgeräte spezialisiert und bietet zugleich die damit verbundenen intelligenten Softwarelösungen an. Der Innovationsprozess der Schwaben basiert dabei auf dem „Werma Development System“. Dieses besteht aus einer Ideenphase sowie einer Projekt- und Realisierungsphase.

Design-Thinking zur Kreativitätsförderung

Die Vorphase startet mit einem Ideensteckbrief. Dieser enthält die Zielgruppe, ein Kundenproblem, das angegangen wird, und einen Ansatz, mit dem das Problem gelöst werden soll. Um die Kreativität der Mitarbeiter zu fördern, setzt der Top-Innovator auf die Innovationsmethode „Design-Thinking“. Zudem arbeiten die Kreativteams grundsätzlich interdisziplinär. Das Ziel ist es, so schnell wie möglich einen ersten Prototypen zu bauen. Pro Jahr führen die Experten für Signaltechnik etwa zehn bis fünfzehn neue Ideen auf diese Weise weiter. Die aussichtsreichsten werden ausgewählt und in Form eines Entwicklungsprojekts verwirklicht.

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Strategische Ausrichtung auf digitale Innovationen bei Lenze

Überall auf der Welt suchen Maschinenbauer Mittel und Wege, um die Entwicklungszyklen ihrer Maschinen zu beschleunigen, die Entstehungskosten zu senken und zugleich deren Flexibilität, Verfügbarkeit und Transparenz zu steigern. Maschinenbetreibern ist daran gelegen, die Wartung der Maschinen planbarer und die Bedienung möglichst intuitiv zu gestalten. Auch am Internet der Dinge führt kein Weg vorbei. Damit steigt die Komplexität der Automatisierung, die Lenze mit seinem Angebot aus Hardware, Software und „Brainware“, nämlich den eigenen Experten, beherrschbar macht. Wesentlich dabei sind digitale Innovationen, auf die sich Lenze auch strategisch ausrichtet - was einer der ausschlaggebenden Punkte für den Erhalt des Siegels Top-100-Innovator war.

Der Vorstandsvorsitzende Christian Wendler sagt: „Ein Alleinstellungsmerkmal und für uns wichtiger Wettbewerbsvorteil liegt darin, dass es in der Lenze-Gruppe eine strategische Ausrichtung auf digitale Innovationen gibt. Vordenkertum bedeutet für uns, digitale Transformation von innen heraus zu gestalten und nicht mittels disruptiver, vom Unternehmenskern losgelöster Inkubatoren.“

3D-Druck muss ernsthaft betrieben werden

Innovation ist ein wesentlicher Teil der Firmenphilosophie bei der FIT AG, die vor 25 Jahren als „Fruth Innovative Technologien“ gegründet wurde. Für das konsequente Streben nach innovativen Lösungen wird das Unternehmen in diesem Jahr ausgezeichnet und erhält aus den Händen von Wettbewerbsmentor Rangar Yogeshwar den „Top 100 Award“.

Der im oberpfälzischen Lupburg ansässige Spezialist für industriellen 3D-Druck konnte die Jury von seiner konsequenten Innovationsleistung in der industriellen Fertigung überzeugen. Kategorien der wissenschaftlichen Beurteilung waren beispielsweise Innovationsförderndes Top-Management, Innovationsklima und natürlich der Innovationserfolg.

Carl Fruth erklärt weiter: „3D-Druck muss ernsthaft betrieben werden, ein Rumexperimentieren ohne echten Innovationsehrgeiz vergeudet nur Ressourcen. Dabei ist das Feld für dringend benötigte Innovationen auch jenseits Corona weit: Unsere Forschungsperspektiven gelten aktuell der additiven Serienfertigung von Metallteilen, der Rationalisierung der Nachbearbeitung und kosteneffizienten Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung additiver Bauteile. Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung. Aber dies ist kein Grund, sich auszuruhen: Es gibt noch so viel zu tun.“

Top-100-Siegel für Harting

Auch die Harting Technologiegruppe zählt zu den Innovationsführern des deutschen Mittelstands. „Die Auszeichnung freut uns sehr und zeigt, dass Harting innovationsstark ist. Wir leisten damit für Unternehmen und Menschen einen Beitrag, mit unseren Produkten und Dienstleistungen in ihren Märkten erfolgreich zu sein“, so Gunter Galtz, Geschäftsführer Entwicklung Harting Electric.

Faulhaber zum vierten Mal unter Top-100

In den Kategorien „Innovative Prozesse und Organisation“ und „Innovationsklima“ hat Faulhaber auch in diesem Jahr überzeugt. Bereits zum vierten Mal darf sich der Antriebsspezialist zu den Top-Innovatoren Deutschlands zählen.

Das Top 100-Unternehmen, das in der Nähe von Stuttgart ansässig ist, entwickelt und fertigt als einer der führenden Anbieter im Bereich der hochpräzisen Miniatur- und Mikroantriebssysteme leistungsstarke DC-, bürstenlose DC-, Schritt- und Linearmotoren. Ergänzend bietet der Antriebsspezialist passende Präzisionsgetriebe, Linearkomponenten, Encoder und Antriebselektronik-Baugruppen für den Aufbau von Komplettsystemen an. Diese kommen in der Robotik, der Luft- und Raumfahrt, der Optik, der Medizin- und Labortechnik, der Präzisionsüberwachung und Messtechnik sowie weiteren innovativen Branchen zum Einsatz.

Mit Kaizen und Kata zum Innovator

Seit zehn Jahren ist die aus Japan stammende Kaizen-Kultur fest bei der Fritz Kübler GmbH verankert. Unterstützt wird sie durch die Kata-Methode, die darauf basiert, dass der Mitarbeiter und nicht die Führungskraft Verbesserungsideen einbringt. „Jeder unserer Mitarbeiter bringt gern Vorschläge ein und verfolgt deren Implementierung und Wirksamkeit“, betont Lothar Kübler. Die Kennzahlen geben ihm recht: 60 % der Belegschaft haben 2018 insgesamt 1.000 Ideen eingebracht – die Hälfte davon konnte realisiert werden. Dafür wurde Kübler mit dem Top-100-Siegel ausgezeichnet.

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