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Schnittstellen im Engineering, Teil 3

Die Weichen von Beginn an richtig stellen

| Autor/ Redakteur: Andreas Loebner / Monika Zwettler

In unserer Serie beleuchten wir Schnittstellen im Engineering. In dieser Folge geht es darum, wie sich die Dinge zu Projektbeginn in die richtigen Bahnen lenken lassen.

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Schnittstellen machen im Engineering häufig Probleme. Unsere Serie dazu beleuchtet das Thema von verschiedenen Seiten - im dritten Teil wird gezeigt, wie sich zu Projektbeginn die Dinge in die richtigen Bahnen lenken lassen.
Schnittstellen machen im Engineering häufig Probleme. Unsere Serie dazu beleuchtet das Thema von verschiedenen Seiten - im dritten Teil wird gezeigt, wie sich zu Projektbeginn die Dinge in die richtigen Bahnen lenken lassen.
( Bild: gemeinfrei / CC0 )

In vier europäischen Sprachen wird das deutsche Wort „Schnittstelle“ überraschenderweise unterschiedlich ausgedrückt - wie wir in den ersten beiden Folgen der Serie herausgearbeitet und auf das Problemfeld „Schnittstellen im Engineering“ übertragen haben. Nun leiten wir davon einige Überlegungen ab, ohne die kaufmännisch-rechtliche Seite zu behandeln.

Folgenschwere Schnittstellen zwischen Disziplinen

Die Mehrzahl der Schnittstellen im Engineering sind in der Praxis eher unproblematisch: Ein Konstrukteur wählt ein Norm– oder Katalogteil aus und integriert es in die Maschinen– oder Anlagenkonstruktion. Diese Schnittstellen kommen kaum über die „Interface-Phase“ hinaus. Eine Minderzahl hingegen ist folgenschwerer. An diesen Schnittstellen treffen zwei oder sogar mehrere Ingenieurdisziplinen aufeinander.

Die kaufmännisch und juristisch vermeintlich klare Grenze stellt sich in der Praxis als ein Basar („Punto di incontro“) des Gebens und Nehmens heraus, der vom Termindruck beherrscht wird. Typische Schnittstellen dieser Art im Anlagenengineering bestehen zwischen Apparatebau, Rohrleitungsbau und Stahlbau, wobei die Anforderungen der Prozesstechnik über Allem stehen.

Für diese kritischen Schnittstellen wollen wir nun in loser Folge einige Überlegungen anstellen.

Schnittstellen ganzheitlich betrachten

  • Die Literatur [1] ermahnt zu Recht die Projektverantwortlichen, Schnittstellen von Anfang an ganzheitlich zu betrachten und dabei alle Aspekte der Prozesskette vom Engineering über Sicherheitsbetrachtungen hin bis zur Inbetriebnahme zu berücksichtigen. Die Umsetzung dieser Forderung gelingt besser, wenn in der „Interface-Phase“ ein lebhafter Austausch zwischen allen Beteiligten, seien sie in der Firma oder außerhalb, stattfindet. Vereinfachungen, Verkürzungen und Verbilligungen sind der „Lohn“ für diesen Austausch.
  • Was für die Orientierung Landkarten und heute GPS sind, das sind für die Navigation im Projekt Leitdokumente, typischerweise Schemata und Zeichnungen mit den dazugehörigen Listen. In der Reihenfolge der Entstehung sind das: das Materialflussdiagramm, das Rohrleitungs- und Instrumentierungsschema (R&I-Schema) sowie das Anlagenlayout. Diese Dokumente müssen die Schnittstellen graphisch augenfällig zeigen und in einer Legende beschreiben. In [3] werden dazu einige Anregungen gegeben.
  • Dabei ist es gut und richtig, wenn die gleiche Schnittstelle z.B. sowohl auf dem R&I-Schema als auch auf dem Layout redundant dargestellt und gekennzeichnet wird. Zum einen steigt dadurch bei der Erstellung die erwünschte Wahrscheinlichkeit der Verständigung über Abteilungsgrenzen hinweg („Punto di incontro“). Zum anderen „stolpern“ z.B. die Bearbeiter während des Detailengineerings mit größerer Wahrscheinlichkeit über Schnittstellen.

Hier war davon die Rede, wie sich zu Projektbeginn die Dinge in die richtigen Bahnen lenken lassen. In der vierten Folge sehen wir, was zu tun ist, wenn während der Abwicklung an Schnittstellen Probleme auftreten. (mz)

(Die Literaturangaben finden Sie zusammengefasst in der fünften und letzten Folge unserer Serie)

* Andreas Loebner, freier Autor, Bern

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