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Die Vorteile des Laserschweißens

| Redakteur: Dorothee Quitter

Soll das nachträgliche Abschleifen und Polieren von Schweißnähten gering gehalten werden, bietet sich der Einsatz eines Laserschweißverfahrens an.

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Das neue Laserschweißverfahren Fusion Line schließt sogar Spalte bis zu einem Millimeter Breite. Damit lassen sich nun auch Bauteile wirtschaftlich bearbeiten, die nicht fürs Laserschweißen optimiert sind.
Das neue Laserschweißverfahren Fusion Line schließt sogar Spalte bis zu einem Millimeter Breite. Damit lassen sich nun auch Bauteile wirtschaftlich bearbeiten, die nicht fürs Laserschweißen optimiert sind.
(Bild: TRUMPF)

Der Trend zu individuelleren Produkten stellt Unternehmen vor die Herausforderung, kleine Losgrößen effizient zu fertigen. Entscheidend dafür sind die Teilekosten. Sie lassen sich zum Beispiel durch reduzierte Durchlaufzeiten senken. Der Prozessschritt Fügen birgt hier großes Potenzial. Je nach Anforderungen an die Qualität sind pro Bauteil mehrere Minuten Nacharbeit nötig, bis störende Wülste konventioneller Schweißnähte entfernt sind.

Laserschweißen schafft Abhilfe: Egal, ob Groß- oder Kleinserie – der Einsatz des Lasers spart Nacharbeit und beschleunigt den Fügeprozess. Die Investition in die Technologie macht sich so auch bei kleinen Losgrößen schnell bezahlt. Häufig lassen sich Kosteneinsparungen von 50 % und mehr realisieren.

Dünnwandige Teile verbinden

Welches Laserschweißverfahren die wirtschaftlichste Lösung ist, entscheidet das Bauteil. Wärmeleitschweißen verbindet dünnwandige Teile und erzeugt dabei Nähte mit hoher Oberflächengüte. In vielen Fällen entfällt das nachträgliche Abschleifen und Polieren der Fügestelle komplett. Das Verfahren eignet sich deshalb besonders für Bauteile mit hohen optischen Anforderungen. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Wärmeeintrag: Während des Bearbeitungsprozesses gelangt weniger Wärme ins Bauteil. Das verringert den Verzug und damit den Aufwand für nachträgliches Richten. Insgesamt fallen Nacharbeit und damit auch die Kosten pro Bauteil deutlich geringer aus. Das Beispiel einer Haube aus 1,5 mm dickem Baustahl zeigt: Bei einer Schweißnahtlänge von 122 cm verkürzt der Einsatz des Lasers die Bearbeitungszeit um 90 %. Einsparpotenziale ähnlicher Größenordnung tauchen zum Beispiel auch bei der Schink Blechbearbeitung und Metallbau GmbH & Co. KG im oberfränkischen Bad Rodach auf. Beim Fügen eines Mehlstreuers für die Backwarenindustrie ließ sich dort die Bearbeitungszeit inklusive Vor- und Nachbearbeitung von circa 110 min auf circa 10 min senken.

Schmale und tiefe Nähte erzeugen

Das Tiefschweiß-Verfahren erzeugt hochfeste, schmale und tiefe Nähte bei dünnen wie dickwandigen Blechen, und das besonders schnell. So schweißt der Laser einen Wassertank aus drei Millimeter dickem Edelstahl mit insgesamt 600 cm Schweißnaht mit bis zu 5,4 m/min. Die Schweißzeit für den kompletten Tank liegt bei unter 2,5 min. Die kurzen Prozesszeiten senken die Bauteilkosten. Zusätzlich ermöglicht der Einsatz des Lasers Anwendern, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Das flexible Werkzeug bearbeitet eine Vielzahl neuer Stoßarten und Geometrien – selbst, wenn der zu schweißende Bereich nur von einer Seite zugänglich ist. Der Laser verbindet zum Beispiel Überlappnähte, einen verdeckten T-Stoß oder auch unterschiedlich dicke Materialien.

Spalte bis zu 1 mm überbrücken

Wärmeleit- und Tiefschweißen erreicht die beste Qualität mit dem Laser. Dafür sollten die Bauteile normalerweise aber nur geringe Toleranzen aufweisen. Das neue Verfahren Fusion Line verbindet jetzt sogar Teile auch dann, wenn Spalte überbrückt werden müssen. Es gleicht Ungenauigkeiten beim Schweißvorgang aus und schließt Spalte mit bis zu 1 mm Breite. Viele Bauteile, die für konventionelle Schweißverfahren konstruiert wurden, lassen sich so mit dem Laser bearbeiten. Auf diese Weise erleichtert Fusion Line den Einstieg ins Laserschweißen und ermöglicht Anwendern, die Auslastung der Anlage zu steigern. Ohne sie umzurüsten, kann die Anlage zwischen Fusion Line und den anderen Laserschweißverfahren wechseln, sogar während der Bearbeitung eines Bauteils. (qui)

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