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Elektromotor

Die „Schwalbe“ wird flügge: Ingenieur baut Simson-Roller mit Elektroantrieb

| Redakteur: Bernhard Richter

Thorsten Schmutz hat die werbende Aussage der „Schwalbe“, dem DDR-Kultmoped umgewandelt: Jetzt fährt sie wirklich fast von selbst. Den stinkenden Zweitaktmotor hat der angehende Ingenieur entfernt und das Moped als Elektro-Schwalbe umkonstruiert.

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(Bild: Flickr/Georg Peter Landsiedel/CC BY-NC-SA 2.0)

Das maschinelle Upgrade ermöglicht den Fahrern künftig ein komfortables, geräuscharmes Fortkommen mit einer Beschleunigung ohne Schaltunterbrechungen. Der Elektromotor ist mit Hilfe des Steuergerätes gedrosselt auf eine Leistung von 2,5 kW, was die gesetzlich begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h zulässt. Die Beschleunigung des Fahrzeuges ist allerdings immens – Das maximale Drehmoment des Motors steht sofort beim Anfahren zur Verfügung. Die Akkukapazität ist ausgelegt auf eine theoretische Reichweite von 50 km, wobei in der Praxis die Reichweite durchaus größer sein kann. Um das zu ermitteln, sind noch ausgiebige Tests erforderlich. Das Gewicht der Elektro-Schwalbe liegt bei 88 kg, die Ladezeit beträgt 2,5 Stunden an einer normalen 230V-Steckdose. Im Dezember erhält die Elektro-Schwalbe, in Suhl eine Prototypen-Zulassung.

Die Schwalbe vor dem Umbau - die Bauräume als Fotomontage.
Die Schwalbe vor dem Umbau - die Bauräume als Fotomontage.
(Bild: FHWS/Schmutz)

Alte Schwalbe – neuer Motor

Berücksichtigt wurden bei dem Umbau des über das Internet gekauften alten Zwei-Takt-Rollers (Baujahr 1974) vor allem drei Aspekte: Nach dem Ausbau des Verbrennungsmotors wurde der Elektro-Antrieb, der eingebaut werden sollte, überdacht: Welche Anforderungen werden an das Fahrzeug gestellt, wie kann man sie platzsparend und sinnvoll einbauen, welche Kosten fallen für die neuen Elemente an, wo kann der Akku untergebracht werden, wo und wie Steuergerät und Bordcomputer. Darüber hinaus musste die Frage geklärt werden, wie die Kraftübertragung zum Hinterrad erfolgen soll, wie die Peripherie (Blinker, Hupe, Licht) angebunden wird und wie Lieferzeiten für notwendige Komponenten überbrückt werden können.

Die E-Schwalbe nach dem Umbau vor der Hochschule in Schweinfurt.
Die E-Schwalbe nach dem Umbau vor der Hochschule in Schweinfurt.
(Bild: FHWS/Schmutz)

Diplomarbeit mit viel Knowhow und Produktdatenmanagement

Finanziell ermöglicht wurde die Diplomarbeit mit dem Titel „Bau eines Elektrorollers bei besonderer Beachtung des Produktdatenmanagements“ an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS), durch den „FH-Förderpreis der Mainfränkischen Wirtschaft“, eine mit 2000 Euro dotierte Förderung der IHK-Stiftung, sowie durch weitere 1000 Euro, welche die Modellstadt Elektromobilität Bad Neustadt zur Verfügung stellte. Betreut wurde die Arbeit durch Professor Dr. Christoph Bunsen, Fakultät Maschinenbau der FHWS.

Zum Abschluss der Diplomarbeit pflegte Thorsten Schmutz die erhobenen Daten seines Konstruktionsprojekts, Anforderungslisten, Zulassungsbedingungen und Vorschriften, die technischen Dokumentation und die CAD-Modelle in ein Datenmanagement-Programm ein, um seine Arbeit nachvollziehbar für Ingenieure und Konstrukteure zu dokumentieren. (br)

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