Wälzlager Die richtigen Wälzlager für „Paternoster“-Umlauflager

Die optimalen Wälzlager für ein Umlauflager – bei der Wortwahl kann man schon durcheinander kommen. Umlauflager sind Systeme zur Warenlagerung. Solche baut die Dornieden Anlagentechnik GmbH und setzt darin über 100 Wälzlager in verschiedenen Ausführungen ein

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Im Sondermaschinenbau ist Flexibilität gefragt – und zwar auch bei den Zulieferern der verbauten Wälzlager.
Im Sondermaschinenbau ist Flexibilität gefragt – und zwar auch bei den Zulieferern der verbauten Wälzlager.
(Bild: Findling)

Was sind eigentlich Umlauflager – auch Paternoster genannt? Mit den Wälzlagern hat das Umlauflager erst einmal nichts zu tun. Das Lagersystem verwahrt Artikel, die mittels einer Umlaufbewegung in Behältern, sogenannten Gondeln, zu einer Bedienperson befördert werden. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie ein Paternoster-Aufzug – daher auch die Namensgleichheit. Die benötigte Ware wird über ein Bediengerät bzw. eine Steuerung angefordert und automatisch in den Entnahmebereich gebracht. Die Technik bewährt sich sowohl in der Industrie als auch in Versandlagern zur Kommissionierung. „Diese Umlauflager werden bei uns relativ häufig nachfragt“, sagt Dieter Krampe, technischer Einkaufsleiter bei der Dornieden Anlagentechnik GmbH. „Weltweit haben wir in den vergangenen Jahren rund 50 Stück aufgestellt.“

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Das Umlauflager ist eine Sondermaschine – und genau solche fertigt, plant und montiert die Dornieden Anlagentechnik GmbH. „Wir fertigen hauptsächlich Anlagen und Maschinen für die Gummi- und Transformatoren-Industrie, für die Lager- und Fördertechnik und die Stahladjustage sowie nicht zuletzt CNC-Mehrkopfsägen“, erläutert Dieter Krampe. „Im Bereich der Transport- und Fördertechnik liefern wir individuelle Maschinen für unterschiedlichste Bedarfsfälle – von Kleinteilen bis zu großen Stückgewichten von mehreren 100 Tonnen.“

Weltweit haben wir in den vergangenen Jahren rund 50 Umlauflagersysteme aufgestellt.

Dieter Krampe,Dornieden Anlagentechnik GmbH

Unter den 50 aufgestellten Umlauflagern findet sich auch eine ganz individuelle Anlage für 40 Lagerplätze, die laut Kundenanforderung in eine bestimmte Nische passen sollte. Diese Ausführung mit einer speziellen Dachkonstruktion besteht aus einem geschweißten und geschraubten Stahlgerüst mit zwei vorgelagerten Entnahmestellen sowie zweimal zwei umlaufenden Lastketten zur Aufnahme der Gondeln. Zwei getrennte Umlaufsysteme sind mit jeweils zwei senkrechten Bahnen mit 22 bzw. 18 Wannengondeln ausgerüstet, die in diesem Fall für die Lagerung von Glasleisten und Fensterprofilen konzipiert sind. Die Gondeln werden in den Buchsenbohrungen der Lastketten aufgenommen und im waagerechten Teil auf Schienen geführt. Den Antrieb übernehmen zwei Kegelradgetriebemotoren mit Federkraftbremse mit einer Leistung von 2,2 kW. Die Kraftübertragung erfolgt durch Rollenketten über die Hauptwelle zu den Kopfwellen.

Stehlager Flanschlager und Rillenkugellager verbaut

Jetzt kommen die Wälzlager ins Spiel: In diesem Umlauflager verbaut Dornieden nämlich insgesamt rund 100 Wälzlager – konkret handelt es sich um Stehlager, Flanschlager und Rillenkugellager in acht verschiedenen Ausführungen, die Findling aus einer Hand liefert. „Die Aufgabe der Wälzlager in dieser Anlage ist generell die Übertragung der Kräfte und Drehbewegungen bzw. Umlenkungen“, erläutert Dieter Krampe. „Die einzelnen Lagertypen haben wir in enger Zusammenarbeit mit Findling ausgewählt und auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt.“

So auch insgesamt 14 Gehäuselager des Typs UCP 218, die an verschiedenen Stellen in der Anlage genutzt werden. Die Stehlager mit einem Wellendurchmesser von 90 mm bestehen aus einem Lagereinsatz und einem Gehäuse aus robustem Grauguss. Der Lagereinsatz besitzt einen verlängerten Innenring mit Gewindestiften, mit deren Hilfe die Welle befestigt wird. Der verlängerte Innenring gewährleistet einen ruhigen Lauf und ein gutes Verhalten bei Verkippungen: Statische Fluchtungsfehler können bis zu einem Winkel von 2° ausgeglichen werden. Das zweiteilige Dichtsystem besteht aus einer verstärkten Kunststoffdichtung innen und einer vorgeschalteten Schleuderscheibe aus Stahlblech außen – letztere sorgt für hohen mechanischen Schutz vor Fremdkörpern. Das Gehäuselager ist lebensdauergeschmiert; unter normalen Betriebsbedingungen ist ein Nachschmieren nicht erforderlich.

Die Gehäuselager des Typs UCP 218 gehören zu den innovativen Xforce-Gehäuselagern, die Findling zusammen mit dem japanischen Gehäuselagerhersteller FYH auf den Markt gebracht hat. Sie sind das Ergebnis intensiver Forschung. Die Konstruktion der Xforce-Gehäuse führt in Stresssituationen zu einer deutlichen Erhöhung der Belastbarkeit: Durch eine verstärkte Flanschfläche sind die Gehäuse wesentlich unempfindlicher gegen Bruch. Durch die massive Befestigungsfläche wird ein Bruch der Stege durch Überbelastung vermieden. Gemäß repräsentativen Lebensdauer- und Vergleichstests mit ausgewählten Typen konnte bei Gehäuselagern in Xforce-Ausstattung laut Findling eine 1,3-fache Steigerung der Lebensdauer gegenüber anderen handelsüblichen Premium-Produkten nachgewiesen werden.

Wälzlager in der Fördertechnik

Warum in der Fördertechnik besondere Anforderungen für Lager gelten

Wälzlager in Förderbändern & Co. müssen speziellen Anforderungen gerecht werden: Je nach Einsatzbereich ist es nötig, dass sie hohen Belastungen trotzen, eine gute Dichtwirkung aufweisen oder mit einem guten Leichtlauf überzeugen. Zudem hat man es in dieser Branche mit sehr hohen Lasten und Temperaturen bei geringen Drehzahlen zu tun, oftmals müssen Fluchtungsfehler ausgeglichen werden. Im Fall von kundenspezifisch konzipierten Anlagen wird zudem oftmals individuelle Lagertechnik benötigt. Für die Kunden zum Beispiel aus der Lebensmittelindustrie sind verschiedene Lösungen aus Edelstahl gefragt – Rillenkugellager ebenso wie Pendelkugel- oder Gehäuselager.

Das sowohl technisch als auch wirtschaftlich optimale Wälzlager

Findling hat über 22.000 unterschiedliche Lagertypen in unzähligen Ausführungen und Werkstoffkombinationen im Programm. „Die Vielfalt ergibt sich aus der Tatsache, dass die Anforderungen der jeweiligen Branchen ganz unterschiedlich sind“, erklärt Klaus Findling, Geschäftsführer von Findling Wälzlager. „Deshalb fokussiert sich jeder unserer Vertriebsmitarbeiter auf einzelne Branchen – das eröffnet uns die Möglichkeit, mit jedem einzelnen Kunden individuell und zielgerichtet die passenden Lösungen zu erarbeiten.“ 100 Jahre Produkt- und Anwendungserfahrung helfen dabei.

„Als Sondermaschinenbauer sind wir auf Flexibilität und gute Beratung angewiesen und genau das bekommen wir bei Findling“, betont Dieter Krampe. „Der Service ist sehr gut, die Kommunikation mit den Mitarbeitern könnte nicht besser sein. Wenn es wirklich einmal ein Problem mit einem Lager gibt oder wir Schwierigkeiten bei der technischen Auslegung haben, wird uns bei Findling schnell und gut geholfen. Das bedeutet für uns einen geldwerten Vorteil.“

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